Warenverbuchung, getrennte Warenkonten mit Wareneingangskonto

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Buchung von Wareneinkäufen, Bezugskosten und Preisnachlässen
  • Ermittlung von Anschaffungskosten zur Bewertung des Endbestands
  • Abschluss der Warenkonten
  • Ermittlung des Wareneinsatzes

1 So kontieren Sie richtig

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung:

Wareneingang 19 % Vorsteuer
Eigener ­Kontenplan SKR 03
  3400
IKR  
6080 SKR 04
Kostenart 5400
  Kostenstelle/Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung:

Wareneingang 7 % Vorsteuer
Eigener ­Kontenplan SKR 03
  3300
IKR  
6080 SKR 04
Kostenart 5300
  Kostenstelle/Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten zur Verbuchung von Waren. Die Wahl der Methode hängt u. a. ab von der Größe des Unternehmens und der eingesetzten Buchhaltungssoftware bzw. Unternehmenssoftware (= ERP-Software). Dargestellt wird eine häufig in kleinen und mittelständischen Unternehmen genutzte Buchungstechnik, nämlich die Führung getrennter Warenkonten – Waren(bestands)konto, Wareneingangskonto (Aufwandskonto) sowie Warenverkaufskonto (Ertragskonto) – ohne Lagerbuchführung und bei Anwendung des Gesamtkostenverfahrens. Bei dieser Methode werden Käufe (Zugänge) von Waren auf dem Wareneingangskonto gebucht.

 

Buchungssatz bei Wareneingang:

Wareneingang

Vorsteuer

an Verbindlichkeiten

2 Bilanz- und GuV-Ausweis

Auf dem Wareneingangskonto werden nur Zugänge von Waren erfasst, keine Käufe von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Die Notwendigkeit zur Differenzierung ergibt sich aus den handelsrechtlichen Gliederungsvorschriften und der Gliederung der E-Bilanz. Danach sind Bestände und Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe einerseits sowie Waren andererseits getrennt zu berichten.

Ausweis in der Bilanz:

 
Bilanzposten gemäß Gliederung des § 266 HGB Mussposition in der Taxonomie der E-Bilanz (Version 6.2)
B.I.1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
B.I.3 Fertige Erzeugnisse und bezogene Waren Fertige Erzeugnisse und Waren

Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV):

 
GuV-Posten gemäß Gliederung des § 275 Abs. 1 HGB Mussposition in der Taxonomie der E-Bilanz (Version 6.2)
5.a. Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren Aufwendungen für Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe
Wareneinkauf

3 Benötigte Konten für die Buchung der Warenbewegungen einer Periode

Neben dem Wareneingangskonto werden zur vollständigen Abbildung der Warenbewegungen weitere Konten benötigt, die in den DATEV-Standardkontenrahmen bereits enthalten sind. Insgesamt werden 4 Konten benötigt.

Das Wareneingangskonto ist ein Aufwandskonto. Alle Einkäufe (=Zugänge) in der laufenden Abrechnungsperiode werden fortlaufend im Soll des Wareneingangskontos gebucht.

 
Konto Kontoart GuV-Position SKR 03 SKR 04
Wareneingangskonto Aufwandskonto 5.a. Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 3200-3969 5200-5565

Das Warenverkaufskonto ist ein Erfolgskonto, auf dem alle Warenverkäufe fortlaufend im Haben gebucht werden.

 
Konto Kontoart GuV-Position SKR 03 SKR 04
Warenverkaufskonto Ertragskonto 1. Umsatzerlöse 8000-8449 4000-4449

Das Warenkonto ist ein Bestandskonto, auf dem der Warenbestand ausgewiesen wird:

 
Konto Kontoart Bilanzposition SKR 03 SKR 04
Warenkonto Bestandskonto B.I.3. fertige Erzeugnisse und Waren 3980-3989 1140-1179

Bei der hier dargestellten Buchungsmethode fungiert das Warenkonto als sog. ruhendes Konto. D. h., nach der Übernahme des Anfangsbestands zu Periodenbeginn erfolgt die nächste Buchung erst wieder zum Periodenende, wenn aufgrund des Inventurergebnisses der Warenbestand angepasst bzw. die Bestandsveränderung an Waren gebucht wird. Dementsprechend ist im Zuge der Abschlusserstellung entweder eine Bestandserhöhung (im Soll) oder eine Bestandsverminderung (im Haben) zu buchen.

 
Konto Kontoart GuV-Position SKR 03 SKR 04
Bestandsveränderungen Waren Erfolgskonto 5.a. Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 3950 5881
 
Hinweis

Automatikkonten

Einige der Konten in den genannten Kontenintervallen sind im DATEV-Kontenplan als Automatikkonten vorgesehen, d. h., bei Nutzung eines DATEV-oder Lexware-Systems ist (bzw. kann) die Software so eingestellt werden, dass bei Buchung der Bruttobeträge auf den genannten Wareneingangs- oder Warenerlöskonten die Verbuchung der Umsatzsteuer auf den vorgesehenen Vorsteuer- oder Umsatzsteuerkonten automatisch erfolgt. Sofern keine Automatikfunktion genutzt wird bzw. die verwendete Software über eine solche Funktion nicht verfügt, muss die in den jeweiligen Rechnungen ausgewiesene Umsatzsteuer manuell gebucht werden.

4 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Einkauf von Waren

Der Herrenausstatter und Schneidermeister Max Frisch kauft im laufenden Geschäftsjahr 01 bei seinem Großhändler Müller (Kreditorenkonto 83410) 100 Herrenanzüge für 40.000 EUR zuzüglich 7.600 EUR USt sowie 100 Ballen Stoff zum Preis von 70.000 EUR zzgl. 13.300 EUR USt, aus denen er maßgeschneiderte Anzüge fertigt und verkauft.

Bei der Verbuchung der Eingangsrechnung ist eine Differenzierung der gelieferten Wirtschaftsgüter in Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe einerseits und Waren andererseits vorzunehmen: Aus den 100 Ballen Stoff schneidert Max Fr...

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