Forderungsmanagement: Der r... / 1.1.4 Handelsregister

Aus dem Handelsregister können Unternehmer etc. erfahren, wer die persönlich haftenden Gesellschafter einer Offenen Handelsgesellschaft bzw. der Komplementär und die Kommanditisten einer Kommanditgesellschaft sind, aber auch Informationen über den Einzelkaufmann, insbesondere über den Zeitpunkt der Geschäftsgründung.

Je länger eine Firma am Markt tätig ist, je weniger Gesellschafter-/Geschäftsführerwechsel zu verzeichnen sind, desto eher spricht dies für die Seriosität eines Unternehmens.

Erste Erkenntnisse hinsichtlich der Vermögenslage einer GmbH, zusätzlich zur Gesellschaftsgründung und der Höhe des Stammkapitals und den Gesellschaftern und dem GmbH-Geschäftsführer können sich auch aus dem Handelsregister ergeben.

Jeder kann die beim Handelsregister eingereichten Unterlagen einsehen und damit gewisse Schlüsse über die wirtschaftliche Lage der GmbH ziehen.

 
Praxis-Tipp

Übers Internet können Handelsregisterauszüge und ergänzende Informationen angefordert werden. Viele private Unternehmen bieten diesen Service an. Eine Firma wirbt z B. damit, dass es nichts kostet, wenn sie für den Auftraggeber nicht fündig wird. Anderenfalls kostet der Handelsregisterauszug 16,50 EUR zzgl. MwSt. Hierfür erhält der Kunde nach Auftragserteilung eine Email mit offiziellem, aktuellen und kompletten Handelsregisterauszug aus dem jeweiligen Amtsgericht als PDF-Datei zum Ausdrucken (http://handelsregisterauszug-online.de)

Aber auch der Bund bietet online die Handelsregistereinsicht an. Unter www.handelsregister.de betreiben die Länder ein gemeinsames Registerportal im Internet, über das die Online-Handelsregister der Länder durch Links verbunden sind. Eine Einzelabfrage kostet nur 4,50 EUR. Viele Informationen können kostenfrei auch über www.bundesanzeiger.de eingesehen werden. Die Publizität der Unternehmensrechnungslegung (EHUG seit 1.1.2007) soll es allen Interessierten (Geschäftspartner, Gläubiger aber auch Gesellschafter) ermöglichen, sich einen Überblick über die wirtschaftlichen Verhältnisse zu verschaffen). Gemäß § 325 Abs. 1 HGB haben die gesetzlichen Vertreter von Kapitalgesellschaften den Jahresabschluss spätestens vor Ablauf des nächsten Geschäftsjahres beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers elektronisch einzureichen. § 326 Abs. 1 HGB sieht Erleichterungen für kleine Kapitalgesellschaften i. S. d. § 267 Abs. 1 HGB vor. Geschäftsführer solcher Gesellschaften müssen keine Gewinn- und Verlustrechnung und keinen Lagebericht einreichen, sondern nur die Jahresbilanz nebst Anhang in verkürzter Form (§§ 266, 288 Satz 1 HGB). Die gesetzlichen Vertreter von Kleinstkapitalgesellschaften (§ 267a HGB) können ihre sich aus § 325 HGB ergebenden Pflichten auch dadurch erfüllen, dass sie die Bilanz in elektronischer Form zur dauerhaften Hinterlegung beim Betreiber des Bundesanzeigers einreichen und einen Hinterlegungsauftrag erteilen (§ 326 Abs. 1 Satz 1 HGB).

Ein Indiz für die mögliche schlechte Situation einer GmbH kann es sein, wenn der Jahresabschluss nicht eingereicht worden ist. U. U. ist die GmbH nicht in der Lage, ihren Steuerberater für die Abschlussarbeiten zu bezahlen oder allgemein unzuverlässig.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge