Kleine und mittlere Unternehmen konnten bisher für Investitionen in bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens einen sog. Investitionsabzugsbetrag (IAB) bisher i.  H.  v. bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilden. Im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung entsprechender Wirtschaftsgüter können IAB insoweit gewinnerhöhend wieder aufgelöst und gleichzeitig die Anschaffungs- oder Herstellungskosten entsprechend gekürzt werden. Insgesamt ist dieser Vorgang ergebnisneutral. Werden entsprechende Investitionen nicht innerhalb von 3 Jahren nach der Bildung durchgeführt, müssen IAB spätestens am Ende des dritten Jahres rückwirkend im Bildungsjahr aufgelöst werden.

Ähnlich wie bei der 6b-Rücklage ist auch hier eine Fristverlängerung erfolgt.

Der Gesetzgeber hat die in 2020 endenden Fristen für die Verwendung von Investitionsabzugsbeträgen nach § 7g EStG um ein Jahr verlängert. Zur Steigerung der Liquidität der Unternehmen wird die Frist für Investitionsabzugsbeträge, deren dreijährige Investitionsfrist im Jahr 2020 ausläuft, auf 4 Jahre ausgedehnt.

Das ist aber noch nicht alles . Mit dem Jahressteuergesetz 2020 nimmt der Gesetzgeber beim IAB noch weitere Verbesserungen vor. Die Änderungen dienen der Liquiditätssteigerung und der zielgenaueren Ausrichtung der Investitionsförderung auch unter Berücksichtigung der besonderen Situation der Corona-Krise. Die IAB werden dazu insbesondere von 40 auf 50 % erhöht.

Zusätzlich gibt es Erleichterungen in Bezug auf die Anspruchsvoraussetzungen für IAB: Die Nutzungsvoraussetzungen, das heißt die Größenmerkmale zur Abgrenzung begünstigter Betriebe, werden vereinheitlicht und eine höhere einheitliche Gewinngrenze (in Höhe von 200.000 EUR statt bisher 100.000 EUR) wird eingeführt. Die Gewinngrenze für Einnahmenüberschussrechnungen wird damit um 100.000 EUR erhöht, für Bilanzierer wird erstmals eine Gewinngrenze eingeführt. IAB können künftig auch für vermietete begünstigte Wirtschaftsgüter uneingeschränkt in Anspruch genommen werden. Bislang waren nur Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens begünstigt, die im Jahr der Investition und im Folgejahr ausschließlich oder fast ausschließlich, d.  h. zu mindestens 90 %, im Betrieb genutzt werden. Bei dieser Prozentgrenze soll es allerdings bleiben.[1]

Die Regelungen sind erstmals für IAB anzuwenden , die in nach dem 31.12.2019 endenden Wirtschaftsjahren in Anspruch genommen werden. Die Verbesserungen kommen somit bereits in der Steuererklärung 2020 zur Anwendung.[2]

Die Regelungen gelten entsprechend auch für die Voraussetzungen der 20 %-igen Sonder-AfA nach § 7g Abs. 5 EStG. D. h. auch für die Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen findet die neue einheitliche Gewinngrenze bereits dann Anwendung, wenn die Investition im ersten nach dem 31. Dezember 2019 endenden Wirtschaftsjahr vorgenommen wird. In diesen Fällen ist damit der Gewinn des nach dem 31. Dezember 2018 endenden Wirtschaftsjahres maßgebend.

[1] § 7g EStG i.  d.  F. des Jahressteuergesetzes 2020.
[2] § 52 Abs. 16 EStG i.  d.  F. des Jahressteuergesetzes 2020.

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