Reisekosten / 8.2 Kürzung der Werbungskosten

Das gesetzliche Abzugsverbot des § 3c EStG verhindert nach der Zielsetzung des Gesetzgebers eine Doppelvergünstigung durch steuerfreie Einnahmen und abzugsfähige Ausgaben. Soweit Ausgaben mit steuerfreien Einnahmen im Zusammenhang stehen, wird ihre steuermindernde Berücksichtigung bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens ausgeschlossen.

Der steuerfreie Arbeitgeberersatz mindert die als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung abzugsfähigen Reisekosten, auch wenn die Erstattungsleistung dem Arbeitnehmer erst im Folgejahr zufließt. Die Kürzung ist bereits im Jahr des Werbungskostenabzugs vorzunehmen. Der Arbeitgeber muss aus diesem Grund bei der jährlichen Ausstellung der Lohnsteuerbeschei­nigung auch steuerfreie Verpflegungszuschüsse bei be­ruflichen Auswärtstätigkeiten eintragen (Zeile 20 der ­Lohnsteuerbescheinigung 2018). Die gesetzliche Bescheinigungspflicht für steuerfreie Verpflegungszuschüsse bei beruflichen Auswärtstätigkeiten ist durch das BMF auf solche Fälle beschränkt worden, in denen die Reisekostenabrechnung Gegenstand der Lohn- und Gehaltsabrechnung ist und deshalb über das Lohnkonto vorgenommen wird. Insbesondere Arbeitgeber mit separater Reisekostenabrechnungsstelle sind daher nach wie vor von der Bescheinigungspflicht ausgenommen und brauchen diese Angaben lediglich freiwillig zu bescheinigen. Wenn keine entsprechenden Eintragungen in der Lohnsteuerbescheinigung enthalten sind, der Arbeitnehmer steuerfreie Erstattungsleistungen von seiner Firma hierfür aber erhalten hat, empfiehlt es sich, vor Abgabe der Einkommensteuererklärung eine entsprechende schriftliche Bescheinigung über den Umfang der steuerfreien Reisekostenleistungen vom Arbeitgeber einzufordern. Insbesondere bei Arbeitnehmern mit hohen Werbungskosten lassen sich dadurch unnötige Rückfragen durch das Finanzamt und damit verbundene zeitliche Verzögerungen bei der Bearbeitung der Steuererklärung vermeiden.

 

Wichtig

Keine Kürzung bei Einbehalt von Tagegeldern

Erhält der Arbeitnehmer während seiner beruflichen Auswärtstätigkeit unentgeltliche Verpflegung von ­seinem Arbeitgeber, ist in Zeile 2 der Lohnsteuerbescheinigung 2018 der Großbuchstabe M einzutragen. Unter denselben Voraussetzungen, die hinsichtlich des Bescheinigungsverzichts für steuerfreie Verpflegungszuschüsse gelten, kann der Arbeitgeber für eine Übergangszeit bis zum 31.12.2018 auch von der Eintragung des Großbuchstabens M befreit werden. Firmen mit separater Reisekostenstelle, deren Reisekostenabrechnung also außerhalb des Lohnkontos erfolgt und die bereits eine (stillschweigende oder schriftliche) Genehmigung für die Befreiung von der bisherigen Bescheinigungspflicht in Zeile 20 der Lohnsteuerbescheinigung haben, brauchen für diese Befreiung keinen erneuten Antrag stellen. Die bisher ­gewährten Aufzeichnungs- und Bescheinigungserleichterungen des Betriebsstättenfinanzamts umfassen auch den Großbuchstaben M. In allen anderen Fällen muss der Arbeitgeber einen schriftlichen Antrag stellen, der nicht fristgebunden ist. Erst wenn das Finanzamt dem Verfahren ausdrücklich zustimmt, darf der Arbeitgeber für das Lohnsteuerverfahren 2018 von der Aufnahme des Buchstabens M in die Lohnsteuerbescheinigung absehen.

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