Getrennte Welten im Rechnungswesen
Viele Unternehmensgruppen stehen vor der Herausforderung historisch gewachsener, fragmentierter Finanzlandschaften. Unterschiedliche SAP-Systeme, heterogene Kontenpläne und fehlende Schnittstellen führten auch bei der Schörghuber-Gruppe zu mehrfacher Datenerfassung, hohem Abstimmungsaufwand und begrenzten Kapazitäten für Analyse und Steuerung.
Eine gemeinsame Plattform statt paralleler Strukturen
Im Mittelpunkt der Transformation stand daher die Zusammenführung von internem und externem Rechnungswesen auf einer zentralen Plattform. Ein einheitlicher Konzernkontenplan sowie harmonisierte Datenstrukturen schaffen die Grundlage für konsistente Informationen, während automatisierte Schnittstellen die integrierte Übernahme von Daten aus den ERP-Systemen ermöglichen.
Fachliche Anforderungen als entscheidender Maßstab
Ausschlaggebend für die Wahl der Lösung war nicht die Technologie selbst, sondern die fachliche Eignung zur Unterstützung eines effizienten und weitgehend eigenständig steuerbaren Abschlussprozesses.
Zentrale Anforderungen an die Lösung waren
die Integration von internem und externem Rechnungswesen in einem System,
die Unterstützung unterschiedlicher Rechnungslegungsstandards,
die Fähigkeit, unterschiedliche Konsolidierungskreise flexibel zu simulieren und über automatisierte Schnittstellen eine nahtlose Anbindung an ERP- und Planungssysteme sicherzustellen,
ein flexibles Berechtigungs- und Governance-Konzept, um den unterschiedlichen Anforderungen der Teilkonzerne gerecht zu werden.
Ein weiterer wesentlicher Aspekt war die Fachbereichsfähigkeit der Lösung, die es ermöglichen sollte, Reporting, Analysen und Teile der System-Administration eigenständig durch die Fachbereiche durchzuführen.
In sieben Monaten von der Auswahl bis zum Go-live
Die Implementierung erfolgte in einem eng gesteuerten, praxisnahen Vorgehen innerhalb von sieben Monaten. Frühzeitig eingebundene und geschulte Power User übernahmen eine zentrale Rolle als Multiplikatoren. Zur Qualitätssicherung wurde der letzte testierte Jahresabschluss vollständig im neuen System nachgebildet und parallel die Planungsprozesse integriert. Regelmäßige Abstimmungen stellten Transparenz und schnelle Entscheidungen sicher.
Eine integrierte Steuerungs- und Konsolidierungsplattform
Mit der Einführung der Oracle EPM Cloud entstand eine zentrale Plattform für Abschluss, Konsolidierung, Planung und Reporting. Mehr als 60 Gesellschaften greifen heute auf eine gemeinsame Datenbasis zu, während mehrere ERP-Systeme und bestehende Anwendungen integriert wurden.
Die Effekte sind signifikant: Die Dauer der Abschlussprüfung wird um acht Tage verkürzt, während gleichzeitig manuelle Abstimmungs- und Erfassungsaufwände deutlich reduziert werden. Darüber hinaus führt die Integration von Validierungen zu einer spürbar höheren Datenqualität und schafft zusätzliche Kapazitäten für Analyse, Kommentierung und Steuerung.
Über 40 User und Power User arbeiten mit mehr als 100 standardisierten Berichten und Eingabeformularen und treiben die Nutzung der Plattform eigenständig voran.
Mehr Effizienz, Qualität und Eigenständigkeit
Die Erfahrungen der Schörghuber-Gruppe zeigen, dass der nachhaltige Erfolg einer EPM-Transformation nicht primär von der eingesetzten Technologie abhängt. Entscheidend sind vielmehr ein klar definiertes fachliches Zielbild, harmonisierte Prozesse und Datenstrukturen sowie eine zentrale, integrierte Plattform, die eine konsistente Datenbasis über alle Einheiten hinweg ermöglicht. In Kombination mit der konsequenten Befähigung der Fachbereiche entsteht so die Grundlage für effiziente, transparente und eigenständig steuerbare Abschluss- und Reportingprozesse. Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren ermöglicht es Unternehmen, fragmentierte Reporting-Strukturen zu überwinden und eine integrierte, zukunftsfähige Unternehmenssteuerung zu etablieren.