1. Vom Spin-off zur eigenständigen Finanzarchitektur
Die Abspaltung von Novartis stellte Sandoz vor eine grundlegende Herausforderung: Die bestehende Finanzinfrastruktur war nicht auf die Anforderungen eines eigenständig börsennotierten Unternehmens ausgelegt. Gleichzeitig mussten regulatorische Vorgaben erfüllt und eine konsistente sowie verlässliche monatliche Berichterstattung sichergestellt werden.
Schnell wurde deutlich, dass eine bloße Anpassung der bestehenden Systeme nicht ausreichen würde. Stattdessen verstand Sandoz die Konsolidierung als zentralen Baustein für die strategische Weiterentwicklung der Finanzfunktion. Ziel war es, eine Lösung zu etablieren, die kurzfristig Stabilität gewährleistet und zugleich als Grundlage für die zukünftige Systemlandschaft dient – insbesondere im Hinblick auf die S/4HANA-Transformation.
2. Transformation mit klarer Zielsetzung und hoher Umsetzungsgeschwindigkeit
Mit dem Transformationsprojekt „VEGA“ schuf Sandoz einen strukturierten Rahmen für die Umsetzung der neuen Konsolidierungs- und Reportinglösung. Im Fokus stand die Einführung einer Softwarelösung, die globale Reportinganforderungen effizient abbildet und zugleich ausreichend Flexibilität für zukünftige Entwicklungen bietet.
In ihrem Vortrag hoben die Referenten die bewusst schlank gehaltene Projektorganisation in Kombination mit der frühzeitigen Einbindung der relevanten Fachbereiche hervor. Dieser Ansatz ermöglichte schnelle Entscheidungen und trug wesentlich zur Akzeptanz der neuen Lösung bei. Nach einer Evaluierungsphase wurde eine geeignete Konsolidierungslösung ausgewählt und innerhalb eines ambitionierten Zeitplans implementiert.
Parallel dazu lag der Fokus auf einer stabilen Datenbasis sowie der Vorbereitung der Abschluss-prozesse. Die Einführung wurde durch Testläufe und parallelen Abschlüssen von Alt- und Neusystem begleitet, um Risiken zu minimieren und einen reibungslosen Go-live zu gewährleisten.
3. Eine integrierte Lösung mit einheitlichem Datenmodell
Das zentrale Ergebnis der Transformation ist das „Sandoz Unified Reporting Framework“ (SURF), das Konsolidierung und Reporting auf einer gemeinsamen Datenbasis vereint. Die Lösung integriert unterschiedliche Anforderungen – von der gesetzlichen Berichterstattung bis zum internen Management-Reporting – in einem einheitlichen Datenmodell.
Ein wesentlicher Mehrwert liegt in der durchgängigen Integration von Finanzkennzahlen, steuerungsrelevanten Informationen und ergänzenden Analysen auf Basis konsistenter Daten. Dadurch werden Transparenz und Datenqualität erhöht sowie Abstimmungsaufwände zwischen unterschiedlichen Reporting - Welten deutlich reduziert.
Zugleich ermöglicht SURF detaillierte Auswertungen entlang verschiedener Dimensionen, beispielsweise nach Geschäftsbereichen oder Märkten. So entsteht eine belastbare Grundlage für fundierte unternehmerische Entscheidungen.
4. Effizienzgewinne im Closing und höhere Transparenz
Neben der technologischen Umsetzung stand auch die Optimierung der Abschlussprozesse im Fokus. Sandoz konnte den monatlichen Financial Close auf fünf Arbeitstage verkürzen und gleichzeitig die Qualität der Finanzdaten steigern.
Durch standardisierte Abläufe und einen hohen Automatisierungsgrad liegen bereits zu einem frühen Zeitpunkt im Abschlussprozess erste konsolidierte Ergebnisse vor. Diese lassen sich im weiteren Verlauf gezielt analysieren und validieren. Dadurch verbessern sich sowohl die Effizienz der Abschlussprozesse als auch die Aussagekraft der Berichterstattung deutlich.
5. Zentrale Erfolgsfaktoren der Transformation
Der Vortrag verdeutlicht, dass eine erfolgreiche Transformation der Konsolidierung weit über die Einführung neuer Systeme hinausgeht. Entscheidend sind insbesondere eine klare strategische Ausrichtung, die frühzeitige Einbindung der Organisation sowie der konsequente Aufbau eines integrierten Datenmodells.
Sandoz zeigt eindrucksvoll, dass moderne Konsolidierungslösungen nicht nur Effizienzpotenziale erschließen, sondern zugleich die Grundlage für eine integrierte und zukunftsfähige Finanzsteuerung schaffen.