Wer die Digitalisierung ernst nimmt, muss schneller, flexibler und anpassungsfähiger werden. Er muss agil werden. Doch was Agilität überhaupt bedeutet, wohin der digitale Wandel die Unternehmen führt, und wie sich der Controller auf die Transformation seines Berufsstandes einstellen kann, diskutierten Fachleute auf dem WHU-Campus for Controlling 2018.

Wer D sagt muss auch A sagen. Digitalisierung bedeutet, dass man agiler werden muss. Fachleute aus ganz Deutschland diskutierten über die Herausforderungen des Controllings am 7. September in Vallendar. Der 12. WHU Campus for Controlling konnte seine Rekordteilnehmerzahl aus dem vergangenen Jahr sogar noch toppen: Mehr als 180 Führungskräfte und Controllingexperten waren der Einladung von Prof. Dr. Marko Reimer, Prof. Dr. Utz Schäffer und Prof. Dr. Dr. h. c. Jürgen Weber vom Institut für Management und Controlling (IMC) der WHU Otto Beisheim School of Management gefolgt. 

Controlling wird durch die Digitalisierung radikal verändert 

Dass die Digitalisierung das Controlling radikal verändern wird, bezweifelt heute niemand mehr. Unklar ist aber immer noch, wie die konkrete Arbeit des Controllers aussieht, wenn

  • das Reporting in seiner bisherigen Form verschwindet,
  • das Forecasting automatisiert wird und
  • Big Data Analytics Tools Geschäftsvorfälle in Nullzeit analysieren.

"Vielen Unternehmen fehlt eine klare und stimmige Digitalisierungsstrategie für das Controlling“, sagte Jürgen Weber in seinen einleitenden Worten. „Das Thema ist seit Jahren aktuell, es hat sich auch schon viel getan – aber wir müssen einen Schritt weitergehen, von der Digitalisierung zur Agilität im Controlling."

Was Agilität für Controller bedeutet 

Wie dieser Schritt gelingen kann, erläuterte Utz Schäffer entsprechend gleich zu Beginn der Veranstaltung: "Wenn Sie die Idee der Digitalisierung ernst nehmen, dann müssen Sie sich auf ein hohes Maß an Geschwindigkeit einstellen. Der Controller muss bereit sein, agil zu werden." Aber was bedeutet Agilität eigentlich im Kern? Darauf hatte Schäffer eine einfache Antwort: "Agilität ist die Fähigkeit, sich schnell flexibel anzupassen, indem Sie Menschen unmittelbar zusammenbringen und interagieren lassen." Neben den traditionellen Regelprozessen müssen selbstabstimmende Teams das Geschäft vorantreiben. Bislang als Randthema in vielen Unternehmen gehandelt, wird Agilität die zentrale Herausforderung werden, ist Schäffer sich sicher. 

Berichte aus der Praxis und ein bunter Themenmix

Ein Unternehmen, das diese zentralen Voraussetzungen erkannt und die Prozesse entsprechend angepasst hat, ist die Henkel AG & Co. KGa. CFO Carsten Knobel erläuterte in seinem Vortrag zum Thema "Value Managers Shape Finance in the Digital Age" die Megatrends bei Henkel und wie das Unternehmen darauf reagiert. Anschaulich legte er dar, wie eine digitale Finanzorganisation entstehen und sich weiterentwickeln kann.

Am Nachmittag stand dann ein inhaltlich breiter Mix an Themen auf dem Programm: Zunächst erläuterten Oliver Seitz und Stefan Zündorf, wie Advanced Analytics Tools die Transformation im Controlling vorantreiben, bevor Jürgen Weber mit der "deutschen" Kostenrechnung ein vermeintliches "old fashion" Thema anschnitt. Das diskussionsfreudige Publikum hörte anschließend den Vortrag "The end of planning as we know it" von Dr. Christian Langer von der Deutschen Lufthansa AG, bevor der Informatiker Dr. Alexander Markowetz – vielen durch sein Buch "Digitaler Burnout" bekannt – den Controllern einen anderen Blick auf die digitale Welt erlaubte. Markowetz rief dazu auf, die umfassenden Veränderungen der heutigen Zeit mitzugestalten. Ein inspirierender Ausklang des 12. WHU Campus for Controlling.

Über die Vorträge berichten wir detailliert in dieser neuen Serie.

Hinweis: Der 13. WHU Campus for Controlling findet am 6. September 2019 statt.

Schlagworte zum Thema:  Digital, Agilität, Controlling