Inside Controlling mit Svenja Amrhein

Controlling im R&D: Wo Zahlen die Zukunft der Medizin mitgestalten

Prof. Dr. Ulrich Egle und Prof. Dr. Imke Keimer im Interview mit Svenja Amrhein, Global Head of Finance, Pharma Research & Early Development, Roche

Svenja Amrhein

Svenja Amrhein

„Im Controlling gestalten wir die Strategie aktiv mit“

Branche: Healthcare

Anzahl Mitarbeitende (VZÄ): ~100.000

Standort Unternehmen: Basel

Im Controlling tätig seit: 2008

Schwerpunkte: Resource Allocation, Digitalisation, Team Effectiveness

Hobbies: Langlaufen, Garten, Joggen

Das Interview

  • Wie bist du ins Controlling gekommen? Ich habe einiges ausprobiert während des Studiums. Mein erster Chef im Controlling hatte damals schon eine sehr fortschrittliche Interpretation von Business Partnering: Wir waren nicht nur Zahlenlieferanten, sondern haben aktiv Strategie mitgestaltet. Mich hat begeistert, wie man durch Zahlen Strategien beeinflussen und somit direkt zum Unternehmenserfolg beitragen kann.

  • Was begeistert dich an deiner Arbeit im Controlling? Die Nähe zum Geschäft, die Möglichkeit, immer wieder Neues zu lernen, und den Einfluss, den unsere Arbeit auf den Unternehmenserfolg hat.

  • Woran arbeitest du gerade besonders intensiv? KI ist natürlich ein Thema, das uns alle beschäftigt. Auch für uns stellt sich die Frage, wie und wo wir das am besten nutzen können: Wo wir etwas pilotieren können, was das für die Organisation bedeutet. Da sind wir gerade mittendrin. 

  • Welche Kompetenzen werden im Controlling zunehmend wichtig? Geschäftsverständnis, Empathie, kritisches Denken, Kommunikation; alles Kompetenzen, die schon immer wichtig waren. Digitalisierung und KI akzentuieren die Bedeutung. 

Kurz gefragt: Was ist für dich …

  • … die wichtigste KPI? R&D productivity, ein Mix aus 5 verschiedenen relevanten KPIs.

  • … das wertvollste Controlling-Tool? Das Gespräch mit meinem Business, um die Story hinter den Zahlen zu kennen und einordnen zu können.

  • … das Thema, das im Controlling zu kurz kommt? Wir stoßen Wandel an, doch der Erfolg liegt in der Begleitung. Change-­Management ist das Fundament.

  • … das wichtigste Learning in deiner Controlling-Laufbahn? Interesse zeigen öffnet Türen: Die Arbeit anderer ist der beste Gesprächsstoff.

  • Wie übersetzt ihr den Roche-Purpose „Doing now what patients need next“ in die tägliche Controlling-Arbeit? Durch moderne Datenanalyse und ein agiles Mindset stellen wir sicher, dass Ressourcen dort investiert werden, wo sie den größten medizinischen Fortschritt bringen.

  • Was macht Controlling für ein Pharmaunternehmen aus? Zu wissen, dass alles, was wir machen, darauf ausgerichtet ist, Fortschritt für die Gesundheit zu bringen, ist ein starker Motivator. Das merkt man im ganzen Team. Persönlich finde ich es auch immer spannend, Neues über die Forschung zu lernen und neueste Erkenntnisse aus nächster Nähe erleben zu dürfen. Es ist ein bisschen, als würde man in der Zukunft arbeiten.

  • R&D-Prozesse sind langwierig und komplex. Wie unterstützt ihr hier als Business Partner? Wir sind Teil der Projektteams, so können wir jederzeit auf Entwicklungen reagieren und Entscheidungen durch die Erstellung von Szenarien mitgestalten. 

  • Agilität ist die Basis, Digitalisierung der Beschleuniger. Wie sieht diese Kombination bei euch konkret aus? Wir arbeiten seit vielen Jahren in flexiblen Teams, bei denen es keine starren Stellenbeschreibungen gibt, sondern die Arbeit sich an den Bedürfnissen des Geschäfts orientiert. Digitalisierung und vor allem KI helfen uns, hier noch flexibler zu werden und unseren Fokus auf die Themen zu richten, die unser Fachwissen benötigen.

  • Wo siehst du das größte Potenzial für KI im Controlling? Wir sind Sparringspartner für das Business, begleiten Entscheidungsprozesse und tragen zur Strategiedefinition bei. Vieles ist heute noch manuell getrieben. KI als Werkzeug zu nutzen, um diese Aufwände zu minimieren, ist ein echter Gamechanger. So gewinnen wir die Kapazität, uns voll auf unsere Rolle als strategischer Partner zu konzentrieren. 

Mein Tipp für den Berufseinstieg ins Controlling

Sei neugierig auf das Business hinter den Zahlen. Wer versteht, wie das Produkt und der Markt funktionieren, wird im Controlling schnell vom Zahlenlieferanten zum geschätzten Strategen.

Der Artikel wurde erstmals in Controller Magazin 5/2026 veröffentlicht.

Weitere Insides Controlling 

Fabia Odermatt: Mit Zahlen, Daten und integrierten Prozessen die Zukunft der Bahn gestalten

Rolf Stettler: Unterwegs als strategischer Copilot des Business


Schlagworte zum Thema:  Controlling
0 Kommentare
Sie haben noch keinen Text eingegeben.
Noch keine Kommentare - teilen Sie Ihre Sicht und starten Sie die Diskussion