In der modernen Arbeitswelt scheint es für die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer normal zu sein, krank zur Arbeit zu gehen. Dabei nehmen sie auch in Kauf, andere anzustecken. Wie sollten sich Vorgesetzte verhalten?

Ob Freiberufler oder Festangestellte: krank zur Arbeit ist für den Großteil der Arbeitnehmer selbstverständlich. Anfang dieses Jahres bestätigte eine Arbeitnehmerbefragung der pronova BKK dieses Phänomen. Gut die Hälfte der Beschäftigten gehen der Studie zufolge mit Rückenschmerzen oder bei leichten Erkrankungen zur Arbeit, obwohl es legitim und ratsam gewesen wäre, sich krank zu melden.

Präsentismus - Warum gehen viele krank zur Arbeit?

Gehen Beschäftigte mit einer Erkältung, mit Schmerzen oder anderen Erkrankungen zur Arbeit, kann dies aus verschiedenen Gründen geschehen. Zu den Faktoren, die in Zusammenhang mit Präsentismus stehen, zählen unter anderem personenbezogene (z. B. Pflichtgefühl, Angst vor Arbeitsplatzverlust) aber auch arbeitsbezogene Faktoren (z. B. Umgang mit Absentismus, Führung).

Dazu passt auch, dass fast zwei Drittel der Beschäftigten ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie sich beim Arbeitgeber krank melden, selbst wenn sie eine schwerwiegende Erkrankung haben.

Kopf- und Rückenschmerzen halten die wenigsten davon ab, ihre Arbeit zu erledigen. Doch auch bei ansteckenden Erkältungen schleppen sich Arbeitnehmer an den Arbeitsplatz. Sie haben Angst, dass Aufgaben sonst nicht erledigt werden.

Und auch der Faktor Zeit scheint eine wichtige Rolle zu spielen. Viele machen sich Sorgen, in Zeitdruck zu geraten, wenn sie krankheitsbedingt der Arbeit fern bleiben.

Krank und trotzdem bei der Arbeit - die Folgen werden nicht bedacht

In den meisten Untersuchungen wird Präsentismus als ein Phänomen behandelt, das mit negativen Konsequenzen einhergeht. Sei es für die Beschäftigten die Präsentismus zeigen, für deren Arbeitgeber und auch für die Kollegen.

Insbesondere die kostenbezogene Diskussion von Präsentismus hat dabei viel Interesse erfahren, weil die durch Präsentismus entstehenden Kosten mindestens so hoch wie die Kosten durch krankheitsbedingte Fehlzeiten geschätzt werden. Die Auswirkungen von Präsentismus auf die Gesundheit zeigen sich im Kern darin, dass Präsentismus mit hoher Wahrscheinlichkeit zu späteren Beschwerden und Krankschreibungen führt und darüber hinaus die Arbeitsfähigkeit einschränkt.

Daneben werden aber noch weitere potenzielle Auswirkungen von Präsentismus diskutiert und diese betreffen die Unternehmen selbst. Bei präsenten Mitarbeitern, die beispielsweise an einer Erkältung oder Grippe leiden, besteht das Risiko einer Ansteckung, wodurch sich wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die angesteckten Kollegen krankheitsbedingt ausfallen.

Darüber hinaus können gesundheitliche Beeinträchtigungen auch negative Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit haben, etwa dann, wenn sich aufgrund von Konzentrationsmängeln das Risiko von Arbeitsunfällen erhöht.

Krank und trotzdem bei der Arbeit - wie sollten sich Vorgesetzte verhalten?

Meistens ist es für die Anerkennung des Chefs nicht wichtig, dass der Mitarbeiter krank zur Arbeit kommt. Das sollte er aber nicht nur deutlich machen, sondern er sollte sich klar gegen falsch verstandenen Arbeitseifer aussprechen.

Anzeige

Qualifikation zur Fachkraft für Betriebliches Gesundheitsmanagement (IHK)

Der staatlich geprüfte und zugelassene Lehrgang Fachkraft für Betriebliches Gesundheitsmanagement (IHK) der BSA-Akademie qualifiziert die Teilnehmer, basierend auf dem Betrieblichen Gesundheitsförderungsprozess, ein Betriebliches Gesundheitsmanagement für ein Unternehmen zu entwickeln und nachhaltig in die Unternehmenskultur zu verankern.

Das moderne BSA-Lehrgangssystem verbindet Fernunterricht und kompakte Präsenzphasen an regionalen Lehrgangszentren, sodass der Lehrgang nebenberuflich absolviert werden kann.