DGB-Umfrage „Gute Arbeit“: Arbeitsbelastung gefährdet Gesundheit und Zukunftsfähigkeit
Der „DGB-Index Gute Arbeit“ des DGB ist ein Instrument zur Messung der Arbeitsqualität aus Sicht der Beschäftigten. Seit 2007 wird er jährlich mittels telefonischer Interviews durchgeführt. In der repräsentativen Befragung für 2023 gaben 6.266 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Auskunft über ihren Gesundheitszustand, ihre Belastungssituation sowie über die Präventionsmaßnahmen in ihrem Betrieb.
Belastungsfaktoren gefährden langfristige Arbeitsfähigkeit
Die diesjährige Umfrage zeigt einen alarmierenden Zusammenhang: Je stärker die Arbeitsbelastungen ausgeprägt sind, desto schlechter werden Gesundheit und zukünftige Arbeitsfähigkeit eingeschätzt. Von den Beschäftigten, die mehreren körperlichen und psychischen Belastungsfaktoren ausgesetzt sind, geben nur 39 Prozent einen guten Gesundheitszustand an. Lediglich 7 Prozent der Hochbelasteten gehen davon aus, ihre Tätigkeit unter diesen Bedingungen bis zum Rentenalter durchhalten zu können – eine Zahl, die insbesondere mit Blick auf den Fachkräftemangel nachdenklich machen sollte.
Große Defizite bei BGM
Die Befragung zeigt weiterhin große Defizite bei betrieblichen Maßnahmen auf, mit denen Gefährdungen der Gesundheit vermieden werden sollen. Von wirksamen Maßnahmen des Arbeitgebers zur Belastungsreduzierung berichtet nur eine Minderheit der Betroffenen: Bei körperlich schwerer Arbeit sind es 27 Prozent, beim Arbeiten unter Zeitdruck lediglich 14 Prozent. Auch für Beschäftigte, die Lärm oder Belastungen durch Konflikte mit Kunden oder Patienten ausgesetzt sind, ist ein wirksamer Arbeits- und Gesundheitsschutz die Ausnahme.
Gefährdungsbeurteilung: Gesetzliche Vorgaben oft nicht erfüllt
Ein zentrales Instrument der betrieblichen Prävention ist die Gefährdungsbeurteilung, zu deren Durchführung Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet sind. Doch nur 38 Prozent der Befragten gaben an, dass eine Gefährdungsbeurteilung für ihren Arbeitsplatz in den letzten 2 Jahren durchgeführt wurde. Dabei werden psychische Arbeitsbelastungen, die in der Arbeitswelt bekanntlich weit verbreitet sind, nur unzureichend thematisiert: Lediglich bei einer knappen Hälfte (47 Prozent) der durchgeführten Beurteilungen wurde arbeitsbedingter Stress berücksichtigt – und nur 18 Prozent der Befragten berichteten von einer vollständigen Gefährdungsbeurteilung für ihre Tätigkeit.
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