Kapitalkonto: Besonderheiten bei Personengesellschaften

Zusammenfassung

 

Überblick

Eigenkapital ist das Reinvermögen eines Unternehmens und damit das eingesetzte Kapital zu Buchwerten. In der Bilanz ergibt sich die Position Eigenkapital aus der Differenz zwischen dem Vermögen (Aktiva) und den Schulden (Passiva). Zum Unterschiedsbetrag zwischen Vermögen und Schulden wird als Saldo das Eigenkapital hinzugesetzt. Damit sind beide Bilanzseiten immer betragsmäßig ausgeglichen. Das Eigenkapital ist eine Quasi-Verbindlichkeit des Unternehmens gegenüber den Gesellschaftern. Bei den unterschiedlichen Gesellschaftsformen gibt es hinsichtlich des Kapitalkontos Besonderheiten, die beachtet werden müssen. So gibt es z. B. unveränderliche und veränderliche Kapitalkonten.

Dieser Beitrag informiert zu den Besonderheiten, die es speziell bei den Kapitalkonten von Personengesellschaften gibt.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Vorschriften zum Kapital sind in §§ 242, 264a, 264c u. 266 HGB; §§ 4 u. 5 EStG; § 141 AO; R 4.1 und R 4.2 EStR zu finden.

1 Welche Gesellschaftsformen als Personengesellschaften beurteilt werden

Zur Gruppe der Personengesellschaften zählen die

  • GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)
  • OHG (offene Handelsgesellschaft), auch als GmbH & Co OHG
  • KG (Kommanditgesellschaft), auch als GmbH & Co KG
  • Partnerschaftsgesellschaft und
  • Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung.

Daneben sind als Personengesellschaft noch folgende Gesellschaftsformen möglich:

  • stille Gesellschaft
  • Partenreederei
  • Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung[1]

Personengesellschaften sind keine juristische Personen. Sie verfügen lediglich über eine eingeschränkte Rechtsfähigkeit. Diese eingeschränkte Rechtsfähigkeit bezieht nur darauf Rechte zu erwerben und Verbindlichkeiten einzugehen.[2]

Personengesellschaften zeichnen sich durch die persönliche Haftung der Gesellschafter sowie die Geschäftsführung durch die Gesellschafter aus. Eine Ausnahme besteht

  • bei der KG. Hier haftet der Kommanditist lediglich in Höhe seiner vertraglichen Einlage.
  • bei der Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung. Hier ist die Haftung für entstehende Schäden aus fehlerhafter Berufsausübung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Eine persönliche Haftung des einzelnen Partners ist ausgeschlossen. Eine persönliche Haftung der Partner für sonstige Verbindlichkeiten bleibt jedoch bestehen. Hierzu gehören z. B. Löhne, Mieten oder Beiträge.

2 Einzelheiten zum Kapitalkonto

2.1 Eigenkapital und Betriebsvermögen sind identisch

Wie auch bei Einzelunternehmen werden die Begriffe Eigenkapital und Betriebsvermögen unterschiedlich verwendet. Dabei meinen beide das Gleiche. Das Handelsrecht verwendet den Begriff Eigenkapital und das Steuerrecht den Begriff Betriebsvermögen.

2.2 Ausweis des Kapitalkontos

Wie auch der Einzelunternehmer weist die Personengesellschaft das positive und negative Kapitalkonto in der Bilanz aus.

Jedoch ist das Kapitalkonto bei Personengesellschaften differenzierter. Hier gibt es für jeden Gesellschafter eigene Kapitalkonten. Die Kapitalkonten der Vollhafter sind im Wesentlichen mit denen eines Einzelunternehmers vergleichbar. Bei den Kommanditisten werden laufende Gewinnanteile solange dem Gesellschafterkonto gutgeschrieben, bis die vereinbarte Pflichteinlage erreicht wurde.

3 Erfolg der Personengesellschaft

3.1 Gewinn- und Verlustrechnung im Handelsrecht

Der Kaufmann muss nach handelsrechtlichen Vorschriften auf den Schluss des Geschäftsjahres einen Jahresabschluss erstellen[1] Dieser setzt sich zusammen aus der Schlussbilanz[2] und der Gewinn- und Verlustrechnung[3].

Der handelsrechtliche Jahresüberschuss (Gewinn) bzw. Jahresfehlbetrag (Verlust) wird durch Gegenüberstellung der Aufwendungen und Erträge ermittelt.

 

Hinweis

GbR und Partnerschaftsgesellschaft: Diese Besonderheiten müssen Sie beachten

Für die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die Partnerschaftsgesellschaft und die Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung gelten nicht die Vorschriften des HGB. Die Rechtsgrundlagen für diese Gesellschaftsformen ergeben sich für

  • die GbR aus §§ 705 ff. BGB.
  • die Partnerschaftsgesellschaft und die Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung aus dem Partnerschaftsgesellschaftsgesetz (PartGG).

Diese Gesellschaften müssen auch keinen Jahresabschluss[4] nach handelsrechtlichen Grundsätzen erstellen. Eine Verpflichtung zur Buchführung besteht lediglich nach steuerrechtlichen Vorschriften.[5]

3.2 Darstellung für besondere Gesellschaften

Personengesellschaften, die unter die Regelung des § 264a HGB fallen (GmbH & Co KG und GmbH & Co OHG), müssen das Eigenkapital sinngemäß nach den Vorschriften für Kapitalgesellschaften darstellen.[1]

Eigenkapital

 
I. Kapitalanteile
II. Rücklagen
III. Gewinn/Verlustvortrag
IV. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag

3.3 Betriebsvermögensvergleich im Steuerrecht

Das Steuerrecht kennt keinen Jahresüberschuss (Gewinn) bzw. Jahresfehlbetrag (Verlust), sondern nur den Gewinnbegriff. Steuerrechtlich wird der Gewinn durch einen Betriebsvermögensvergleich nach folgender Formel ermittelt:[1]

 
  Betriebsvermögen am Schluss des...

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