Wirtschaftswachstum durch Bestandssanierung
Der Gebäudesektor in Deutschland liegt mit seinen Emissionen immer noch über dem vorgesehenen Zielpfad. Dabei wäre eine Reduktion auf 65 Millionen Tonnen CO2 bis 2030 ist möglich, heißt es im Gebäudereport 2026 der Deutschen Energie-Agentur (Dena), der aktuelle Daten zum Gebäudebestand, Wärmeerzeugern, Baustoffen und Baukosten enthält.
Einen wichtigen Impuls für die Wärmewende dürfte dem Bericht zufolge mittelfristig die kommunale Wärmeplanung setzen. Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen bis zum 30.6.2026 Wärmepläne vorlegen.
Gebäudewende mit marktbasierten Instrumenten
Die Daten zeigen, wo es noch Handlungsbedarf gibt: Mehr als fünf Millionen Heizungen sind demnach älter als 30 Jahre, erneuerbare Energien werden weiterhin zu wenig genutzt, insbesondere der klimafreundliche Wärmepumpenmarkt wächst nicht schnell genug und der Ausbau von Dachphotovoltaik hat deutlich an Tempo verloren.
"Die Klimaziele können erreicht werden durch Vereinfachung und Bürokratieabbau, stabile Rahmenbedingungen und kontinuierliche Förderung. Die Bauwirtschaft sowie die Heizungs- und Gebäudeenergiebranche sind dabei ein volkswirtschaftlicher Motor", sagte Corinna Enders, Vorsitzende der Dena-Geschäftsführung bei Veröffentlichung des Nachschlagewerks am 26. Januar. Das sei gerade in Zeiten schwacher Konjunktur enorm wichtig, besonders auch für die regionale Wertschöpfung im Handwerk.
Das Marktpotenzial im Gebäudebestand ist laut Dena weiterhin hoch. Die steigende Zahl geförderter Energieberatungen um 30 Prozent im Vergleich zu 2023 auf insgesamt 163.872 Wohn- und Nichtwohngebäude unterstreiche, dass energetische Sanierung an Bedeutung gewinnt. Sie könne zu einem wichtigen Konjunkturimpuls werden, Beschäftigung sichern und zugleich das Vorankommen der Wärmewende im Bestand beschleunigen.
Photovoltaik verliert an Tempo, Wärmepumpe holt auf
Der Zubau von Photovoltaik auf Hausdächern hat dem jüngsten Dena-Bericht zufolge im vergangenen Jahr deutlich nachgelassen: Mit 6,2 Gigawatt neu installierter Leistung bis September 2025 ist er weiterhin hoch, bleibt aber hinter den Rekordjahren 2023 und 2024 zurück. Gleichzeitig zeigt der Speichermarkt ungebrochene Dynamik. Immer mehr Wohneigentümer installieren Solarstromspeicher. Bis September wurden rund drei Gigawatt-Peak neu installiert, wodurch die Gesamtspeicherleistung auf zirka 15,6 Gigawatt stieg.
Der Anteil von Wärmepumpen im Gebäudebestand hat sich laut Bericht seit 2019 auf 4,3 Prozent im Vergleichsjahr 2024 nahezu verdoppelt. Die zentrale Herausforderung liegt im größeren Gebäudebestand. Obwohl der Anteil im Bestand noch gering ist, zeigt jedoch die Entwicklung der vergangenen 25 Jahre: Kein anderes Heizungssystem ist prozentual so stark gewachsen wie die Wärmepumpe.
Die beträchtliche Zahl von 163.872 geförderten Energieberatungen im Jahr 2024 zeigt der Dena zufolge das weiterhin hohe Marktpotenzial von Sanierungen, die zu einem wichtigen Konjunkturimpuls werden könnten.
Dena-Gebäudereport und Updates
Der Gebäudereport der Deutschen Energie-Agentur (Dena) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erscheint seit 2021 einmal pro Jahr. Er bietet Basiszahlen zum energetischen Zustand der Gebäude, zu Eigentümer- und Mieterstrukturen, zu Wärmeerzeugern und Energieträgern und zur CO2-Bilanz – und zeigt Perspektiven in ausgewählten Fokusthemen auf. Die Daten sind als interaktive Grafiken verfügbar.
Die im Jahr 2024 veröffentlichten Daten des Zensus 2022 haben den Datenumfang des Gebäudereports 2025 laut Dena umfassend verbessert. Außerdem erscheinen seit 2025 zwei Mal jährlich Updates im Frühjahr und im Herbst.
Dena-Gebäudereport 2026 (Download)
Dena-Gebäudereport 2025 – Updatebericht April (Download)
Dena-Gebäudereport 2025 – Updatebericht September (Download)
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