EU verbietet Firmen Vernichtung unverkaufter Kleidung
Große Mode-Unternehmen in der EU dürfen nicht verkaufte Kleidungsstücke und Schuhe ab dem 19. Juli nur noch unter ganz bestimmten Bedingungen vernichten. Für mittlere Unternehmen soll die Regel ab 2030 gelten, die die EU-Kommission mitteilte. Ausnahmen gibt es etwa für beschädigte Waren. Außerdem müssen mittlere Unternehmen ab 2030 Informationen über nicht verkaufte Konsumgüter, die sie entsorgen, offenlegen. Große Firmen müssen dies bereits tun.
Von der Müllhalde zum Modelabel: Was die EU jetzt vorschreibt
Wie die Brüsseler Behörde mitteilte, würden Unternehmen mit den Vorgaben ermutigt, ihre Bestände effizienter zu verwalten, Rücksendungen besser zu handhaben und Alternativen wie Weiterverkauf, Wiederaufarbeitung, Spenden oder Wiederverwendung zu prüfen - anstatt Lagerbestände zu vernichten. Die Regeln sollen dazu beitragen, Abfälle zu reduzieren, Umweltschäden zu verringern und gleiche Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen zu schaffen, die nachhaltige Geschäftsmodelle verfolgen, hieß es weiter.
Ressourcen schonen, Klima schützen: Warum die neuen Regeln wichtig sind
Hintergrund ist, dass nach Kommissionsangaben jedes Jahr allein in Europa schätzungsweise 4 bis 9 Prozent der unverkauften Textilien zerstört werden, bevor sie überhaupt getragen wurden. Diese Abfälle verursachten rund 5,6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen, was fast den gesamten Nettoemissionen Schwedens im Jahr 2021 entspreche. Allein im deutschen Onlinehandel würden jährlich fast 20 Millionen zurückgesandte Artikel entsorgt.
Das könnte Sie auch interessieren:
- Wege zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks
- Kreislaufwirtschaft und Regulatorik: Damit müssen Unternehmen rechnen
- Interview: Ewigkeitschemikalien: „Den größten Hebel haben immer Firmen“
-
EUDR-Update: Kommission legt Vereinfachungspaket vor
145
-
Tschüss, Greenwashing-Siegel: Was ab September 2026 nicht mehr auf die Verpackung darf
64
-
Marginal Abatement Cost Curve (MACC): Vorteile und Anwendung
24
-
Kreislaufwirtschaft - die "7 R"
14
-
In vier Schritten zur Klimarisikoanalyse
13
-
Biotope statt Beton: Umweltminister Schneider kündigt Gesetz zur „Natürlichen Infrastruktur“ an
13
-
PPWR in der Praxis – Handlungsempfehlungen für Verpackungshersteller und Produktverkäufer
7
-
Die strategische Bedeutung und Umsetzung von Transitionsplänen
7
-
Overshoot Day: Wenn die Welt ökologisch auf Pump lebt
6
-
Packaging and Packaging Waste Regulation: Grundlagen und Hintergründe
6
-
„Beschwerdeverfahren sind das wichtigste Instrument für Risiken bei indirekten Lieferanten“
02.06.2026
-
PIK-Studie errechnet möglichen Dominoeffekt des Klimazolls
01.06.2026
-
Klimaanpassung: vom Kostenposten zur Investition
28.05.2026
-
Product Carbon Footprint: Schlüssel zur Klimaneutralität von Produkten
26.05.2026
-
Tag der biologischen Vielfalt: Was Unternehmen zum Schutz der Artenvielfalt tun können
22.05.2026
-
Gemeinsam oder gar nicht: Warum Klimastrategie Teamarbeit ist
20.05.2026
-
Kulturwandel und Kompetenzaufbau im Unternehmen fördern
20.05.2026
-
Vom Schätzen zum Steuern: Wie Unternehmen ihre Klimadaten in den Griff bekommen
20.05.2026
-
Wie gelingt die erfolgreiche Entwicklung und Umsetzung einer Klimastrategie?
20.05.2026
-
Klimastrategien als Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit
20.05.2026