Umfrageergebnisse

Schlechtes Zeugnis für die Energiepolitik der Bundesregierung


Schlechtes Zeugnis für Energiepolitik der Bundesregierung

Knapp 70 Prozent der Deutschen bewerten die Energiepolitik der neuen Bundesregierung negativ. Das zeigt eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag der Naturstrom AG. Vor allem die geplante Streichung der Solarförderung und die ständigen Kehrtwenden beim Heizungsgesetz sorgen für Skepsis.

Skepsis zieht sich durch alle Parteien

Während Nachhaltigkeitsverantwortliche in Unternehmen auf Planungssicherheit angewiesen sind, sendet die Politik Signale, die bei der Bevölkerung vor allem Unsicherheit auslösen. Die 5000 Befragten der Civey-Umfrage stellen der Bundesregierung deshalb ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Nur 14 Prozent der Bürgerinnen und Bürger bewerten die aktuelle Energiepolitik noch positiv. Die Skepsis zieht sich dabei durch das ganze politische Spektrum. Selbst unter CDU/CSU-Wählenden bewertet die Mehrheit die Energiepolitik der eigenen Regierung kritisch.

Nicht nur für die politische Debatte sind die Ergebnisse relevant, auch Nachhaltigkeitsverantwortlichen liefert die Umfrage wichtige Hinweise darauf, wie sich regulatorische Unsicherheiten auf die gesellschaftliche Akzeptanz und betriebliche Investitionsentscheidungen auswirken.

„Fatales Signal“ für die Photovoltaik

Ein zentraler Kritikpunkt der Befragten ist die geplante Streichung der Einspeisevergütung für kleine Solaranlagen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (53,3 Prozent) hält diesen Schritt für falsch. Oliver Hummel, Vorstandsvorsitzender der Naturstrom AG, kritisiert: „Die Pläne für einen abrupten Stopp der Solarförderung senden ein fatales Signal. Der Bundesregierung ist es mit der Transformation nicht ernst.“  Der Bundesverband Solarwirtschaft bezeichnete die Pläne als Frontalangriff auf die Energiewende in Deutschland und warnte vor dem Wegfall zehntausender Arbeitsplätze. Die Einspeisevergütung sei für die Mehrzahl neuer Solaranlagenbetreiber nach wie vor zwingend notwendig, um eine hinreichende Rentabilität sicherzustellen.

Für Unternehmen, die Dachsolaranlagen für den Eigenverbrauch planen oder grüne Energieversorgung in ihrer Lieferkette stärken wollen, ist die sein wesentlicher Punkt. Denn wegfallende Förderanreize verändern die Wirtschaftlichkeitsrechnung dezentraler Solarkonzepte. 
Das Wegfallen der bisherigen Pflicht, neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, fällt bei der Bevölkerung ebenfalls in Missgunst. 57 Prozent der Befragten sehen die Reformpläne eher als Verunsicherung, denn als Gewinn an Planbarkeit. Selbst 39 Prozent der CDU/CSU-Wählenden teilen diesen Vorbehalt.

Wärmepumpe bleibt Favorit

Trotz Kritik an der Regierung lässt sich die Bevölkerung aber laut Umfrage nicht von der Technologie der Wärmepumpe abbringen. Rund 40 Prozent sieht in ihr nach wie vor die langfristig wirtschaftlichste Heizlösung. Damit schlägt sie die Gasheizung (15,8 Prozent) und die Fernwärme (12,7 Prozent) deutlich. Besonders bei der Wählerschaft der Grünen (85,7 Prozent) und der SPD (53,2 Prozent) genießt die Wärmepumpe ein hohes Vertrauen. Der Grund liegt laut Umfrage auf der Hand. Über 80 Prozent der Befragten rechnen damit, dass das Heizen mit Gas teurer wird, sobald verpflichtend grüne Gase beigemischt werden. Das technologische Verständnis für die Effizienz der Wärmepumpe ist also durchaus vorhanden, es scheitert eher an der politischen Umsetzung und den Förderrahmenbedingungen. 

Für Unternehmen, die Gebäudesanierungen oder Heizungserneuerungen planen, ist das ein deutliches Zeichen. Die gesellschaftliche Erwartungshaltung zeigt eindeutig in Richtung planbare erneuerbare Energien, unabhängig von politischen Lockerungen und Kürzungen.

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Schlagworte zum Thema:  Nachhaltigkeit , Solarenergie
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