Green Leadership - Nachhaltigkeit als Führungsprinzip
Es braucht die Führungskräfte, die neben ihrer Rolle als Führungskraft als Role Model im Unternehmen „Green“ leben. Insofern geht es für ein grünes Leadership um mehr als grüne Tools. Als Erstes ist die eigene Einstellung zu ökologischer Nachhaltigkeit gefragt, das Integrieren von ökologischer Nachhaltigkeit in den eigenen Alltag, privat wie beruflich. Auch soziale, ökologische, ökonomische und persönliche Kompetenzen spielen eine Rolle. Und letztendlich ist Verantwortung wichtig, die Transformation zu einem nachhaltigen Unternehmen, zu einer Green Company fördert und weiterentwickelt (vgl. Schwehm/Kentsch (2021)).
Das Ziel eines Green Leadership sollte es sein, die Anforderungen immer auch mit dem Blick auf eine enkeltaugliche Zukunft zu erfüllen. Dazu müssen Entscheidungen und jedes Handeln im Unternehmen darauf ausgerichtet sein, die langfristige Balance aus wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verantwortung zu gewährleisten. Green Leadership steht für Führungskräfte, die aus eigener Überzeugung heraus ethisch und moralisch handeln und vor allem die ökologische Nachhaltigkeit vorantreiben wollen (vgl. Englert/Ternès (2019)).
Wie schon angesprochen, sind es vier Kompetenzbereiche, die für ein Green Leadership grundlegend sind:
1. Persönliches Green Leadership
Persönliche Nachhaltigkeit beginnt im Alltag – mit der Haltung, den Werten und Überzeugungen in Bezug auf ökologische Nachhaltigkeit, den achtsamen Umgang mit Ressourcen, Anpassungsfähigkeit, Flexibilität, ethische Einstellung und die Weiterbildung in ökologischer Nachhaltigkeit. Nach außen sind grüne Führungskräfte Vorbild – sie denken und handeln beruflich und privat ökologisch nachhaltig, setzen sich für andere ein und tragen damit zum Gemeinwohl bei. Sie denken gesamtsystemisch und agieren kollaborativ, um nachhaltige Lösungen gemeinsam zu finden und neue Impulse zu setzen.
2. Soziales Green Leadership
Soziales Green Leadership hat viel mit der Förderung individueller Potenziale und Gesundheitserhaltung am Arbeitsplatz zu tun. Es geht darum, Mitarbeitende zu stärken, sich auf Augenhöhe zu begegnen, Respekt, Wertschätzung und konstruktive Kritik zu geben. Förderungsprogramme für alle Mitarbeitenden und ein lebenslanges Lernen stärken die Mitarbeitendenzufriedenheit.
3. Ökonomisches Green Leadership
Ökologische Nachhaltigkeit ist für Green Leader ein fester Bestandteil ihres beruflichen Tuns, ein Managementziel. Sie bildet die Grundlage ihres wirtschaftlichen Handelns. Green Leadership fördert das Verständnis für ökologisch nachhaltiges, also langfristiges Wirtschaften und sichert damit die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Führungskräfte sollten Synergien nutzen, Innovationskraft stärken und mit Veränderungen antizyklisch umgehen.
4. Ökologisches Green Leadership
Abfallvermeidung, Mülltrennung und das Schonen von Ressourcen neben dem Reduzieren von CO2-Emissionen sind wichtige Aspekte der ökologischen Nachhaltigkeit – auch im Unternehmensalltag. Aber das ist nur ein kleiner Teil.
Ökologisches Green Leadership – und mir ist die Doppelung im Begriff durchaus bewusst – heißt auch: Führungskräfte treiben mit ihren Mitarbeitenden Projekte voran, mit denen das Unternehmen die ökologische Nachhaltigkeit verbessern kann. Es geht dabei auch darum, Rahmenbedingungen zu verändern, die von der Geschäftsleitung ausgehend dafür sorgen, dass ein Unternehmen nicht nur nach außen, sondern auch nach innen ökologische Nachhaltigkeit lebt. Und zwar intrinsisch überzeugend vorgelebt, aber auch getrieben von Green Leadern.
Nachhaltigkeit braucht Führungskompetenz
Fassen wir mal zusammen: Green Leadership bedeutet einen ganz klaren Paradigmenwechsel, der von Führungskräften ein komplett anderes Setting erwartet als von Führungskräften alter Schule. Die Steigerung von Umsatz und Effizienz ist definitiv weiterhin ein wichtiger Bestandteil, aber es geht mehr und mehr um das persönliche Engagement, um kooperatives Handeln und um ein gesamtsystemisches Denken. Damit Führungskräfte dies selbst leben und weitergeben können, ist es wichtig, Weiterbildung anzubieten und Kompetenzen zu stärken.
Green Leadership setzt auch dort an, wo neue Mitarbeitende für ein Unternehmen rekrutiert werden. Auch in der Personalabteilung braucht es Verantwortliche, die bereichsübergreifende Zusammenhänge verstehen, Neuem gegenüber aufgeschlossen sind und selbst eine Fachexpertise zu ökologischer Nachhaltigkeit haben.
Green Leadership stellt hohe Anforderungen an jede Führungskraft. Denn wo bisher die Managementkompetenz an erster Stelle gefragt war, steht neben der ökonomischen Kompetenz immer mehr die soziale und die ökologische.
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Dieser Artikel ist ein Ausschnitt aus dem Buch Green Company Transformation, das 2022 bei Haufe erschienen ist.
Hier geht es zum Buch.
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