„Wirtschaft für ein weltoffenes Deutschland“

Neuer Verein bündelt unternehmerische Kräfte für Demokratie

In Berlin ist ein neuer, parteipolitisch unabhängiger Verein gegründet worden: „Wirtschaft für ein weltoffenes Deutschland“. Ziel des Zusammenschlusses ist es, unternehmerische Initiativen für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit erstmals bundesweit zu vernetzen und mit einer gemeinsamen Stimme aufzutreten.

Nachhaltigkeitsmanagement_lachender Mann

Acht Organisationen, 2.500 Unternehmen

Getragen wird der Verein von acht bundesweiten Unternehmensinitiativen und Wirtschaftsverbänden, hinter denen bereits rund 2.500 Unternehmen aus ganz Deutschland stehen – vom Handwerksbetrieb bis zum Konzern. Als Gründungsmitglieder sind unter anderem der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW), die Föderation Internationaler Unternehmer:innen Deutschland sowie regionale Initiativen wie „Unternehmen für Demokratie Baden-Württemberg“ und „Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen“ dabei.

Grundlage des wirtschaftlichen Handelns soll laut Satzung die sozial-ökologische Marktwirtschaft sein. Der Verein will sich künftig gegenüber politischen Entscheidungsträgern auf Bundes-, Landes- und EU-Ebene sowie in der Öffentlichkeit positionieren.

Argumentation: Weltoffenheit als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

Die Gründungsmitglieder begründen ihr Engagement wirtschaftlich: Deutschlands Stärke als Exportnation beruhe auf globalen Partnerschaften und offenen Märkten. Eine demokratische, weltoffene Gesellschaft schaffe zudem das Vertrauen, das für Konsum und Investitionen notwendig sei. Zugleich brauche die Wirtschaft internationale Fachkräfte und ein gesellschaftliches Klima, das Zuwanderung ermöglicht.

Verwiesen wird dabei auf Studien von Bertelsmann Stiftung, IW Köln und dem Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik, wonach Unternehmen, die sich klar zu Demokratie und Vielfalt positionieren, von ihrer Belegschaft mehr Anerkennung erfahren – mit positiven Effekten auf Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität. Auch das Vertrauen in solche Unternehmen falle größer aus, was in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung als wichtiger Faktor gilt.

Podcast-Empfehlung:

Die politische Verantwortung von Unternehmen ist auch Thema im Haufe-Podcast Shifting Minds:

Drei Schwerpunkte für die künftige Arbeit

Der Verein nennt drei strategische Ziele:

  • Weltoffenheit als Standortfaktor: Einsatz für ein moderneres Einwanderungsrecht, um den Fachkräftebedarf zu sichern.
  • Demokratische Resilienz: Förderung demokratischer Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe als Basis für Rechtsstaat und wirtschaftliche Stabilität.
  • Starkes Europa: Vernetzung mit internationalen Unternehmen, um den Wirtschaftsraum Europa im globalen Wettbewerb zu stärken.

Die Initiatoren betonen, dass Engagement für Weltoffenheit und Demokratie keine Kostenbelastung, sondern eine Investition in die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen darstelle.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Corporate Political Responsibility in der Nachhaltigkeitsstrategie

Wie Unternehmen die Demokratie stärken – und warum sie es tun sollten

Interview: „Für Demokratie sind immer alle verantwortlich“


Schlagworte zum Thema:  Politik , Diversity
0 Kommentare
Sie haben noch keinen Text eingegeben.
Noch keine Kommentare - teilen Sie Ihre Sicht und starten Sie die Diskussion