Bonuszahlungen einer gesetzlichen Krankenkasse für allgemein gesundheitsfördernde Aktivitäten
Unmittelbarer Zusammenhang mit Basiskrankenversicherungsschutz?
Eine Zahlung einer Krankenkasse an den Versicherten kann nur dann als die wirtschaftliche Belastung des Versicherten mindernde Beitragsrückerstattung angesehen werden, wenn sie im unmittelbaren Zusammenhang mit dem in § 10 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a EStG definierten Basiskrankenversicherungsschutz steht. Das ist für die von einer gesetzlichen Krankenversicherung im Rahmen eines Bonusprogramms nach § 65a SGB V überwiegend für allgemein gesundheitsfördernde Aktivitäten gezahlten pauschalen Geldprämien auch dann nicht der Fall, wenn die Krankenkasse von den Versicherten keine Kostenbelege anfordert (gegen BMF-Schreiben v. 6.12.2016, Haufe Index 10023899); diese Bonuszahlungen der Krankenversicherung mindern daher nicht als Beitragsrückerstattung den Sonderausgabenabzug der Versicherten für ihre Krankenversicherungsbeiträge.
Höhere Aufwendungen als von der Krankenkasse vergütet
Im Streitfall kürzte das Finanzamt die Beiträge nach § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG um Bonuszahlungen der Krankenkasse in Höhe von 230 EUR. Der Kläger ist der Auffassung, dass der ausgezahlte Bonus für gesundheitsbewusstes Verhalten nicht mit seinen Vorsorgeaufwendungen verrechnet werden dürfe. Es handele sich um einen Bonus solcher Art, wie er der Entscheidung des BFH v. 1.6.2016, X R 17/15, Haufe Index 9707928, zugrunde gelegen habe. Er habe für seine Aktivitäten höhere Aufwendungen getragen, als sie ihm von der Krankenkasse vergütet worden seien.
Nur allgemein gesundheitsfördernde Aktivitäten
Das FG hat die Auffassung vertreten, dass die Zahlung der Krankenkasse nur dann als die wirtschaftliche Belastung des Versicherten mindernde Beitragsrückerstattung angesehen werden könne, wenn sie im unmittelbaren Zusammenhang mit dem in § 10 Abs. 1 Nr. 3 a) EStG definierten Basiskrankenversicherungsschutz stünde. Ein solcher Zusammenhang liegt nach Auffassung des Finanzgerichts im Streitfall nicht vor. Der Kläger hat den Bonus überwiegend aufgrund von "Aktivitäten" erhalten, die mit dem Basiskrankenversicherungsschutz nichts zu tun haben, sondern (lediglich) als allgemein gesundheitsfördernd angesehen werden.
Die vom FG zugelassene Revision wurde eingelegt und wird beim BFH unter dem Az X R 16/18 geführt. Kürzt das Finanzamt in vergleichbaren Fällen den Sonderausgabenabzug aufgrund von Bonuszahlungen der Krankenkasse sollten Betroffene unter Hinweis auf das vorstehende Revisionsverfahren gegen die entsprechenden Bescheide des Finanzamts Einspruch einlegen und auf das Ruhen des Verfahren kraft Gesetzes nach § 363 Abs. 2 AO verweisen.
Sächsisches FG, Urteil v. 5.4.2018, 8 K 1313/17, Haufe Index 11935993
-
Antrag auf Aufteilung der Steuerschuld nach § 268 AO ist unwiderruflich
382
-
Vorsteuerabzug bei Betriebsveranstaltungen
367
-
Vermietung an den Partner in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft
309
-
Sonderausgabenabzug für einbehaltene Kirchensteuer auf Kapitalerträge aus anderen Einkunftsarten
296
-
Abschreibung für eine Produktionshalle
265
-
Entgeltlicher Verzicht auf Nießbrauch bei einem vermieteten Grundstück
2121
-
Berechnung der Zehn-Jahres-Frist bei sanierungsrechtlicher Genehmigung
196
-
Abzug von Fahrtkosten zur Kinderbetreuung
183
-
Teil 1 - Grundsätze
182
-
Bagatellgrenze für die Abfärberegelung
1731
-
Zur teilentgeltlichen Übertragung betrieblicher Einzelwirtschaftsgüter
23.02.2026
-
Fremdüblichkeit der Verzinsung einer auf Entgeltumwandlung beruhenden Direktzusage
23.02.2026
-
Steuerliche Anerkennung von arbeitnehmerfinanzierten Pensionszusagen
23.02.2026
-
Anwendungsbereich des § 64 EStG
20.02.2026
-
Alle am 19.2.2026 veröffentlichten Entscheidungen
19.02.2026
-
Aufwandsentschädigung an einen ehrenamtlich tätigen Ortsvorsteher
19.02.2026
-
"Zwölftelregelung" des Kirchensteuergesetzes NRW
18.02.2026
-
Fehlender Datenabgleich bei Kirchensteuerfestsetzung
18.02.2026
-
Reichweite einer Empfangsvollmacht
18.02.2026
-
Gestaltungsmissbrauch im Zusammenhang mit Bondstripping
17.02.2026