Befristete Unterbeteiligungsgesellschaft zwischen Eltern und minderjährigen Kindern
Unterbeteiligung endete vor Eintritt der Volljährigkeit
Die Klägerin war an einer GbR beteiligt, die eine Windkraftanlage betreibt. Sie räumte ihren drei minderjährigen Kindern im Jahr 2003 unentgeltlich eine Unterbeteiligung in der Form ein, dass die Kinder zu gleichen Teil an dem durch ihre Mutter anteilig erzielten Betriebsergebnis der Windkraft-GbR beteiligt waren. Die Kinder hatten das Recht über ihre Gewinne frei zu verfügen. Die Kinder hatten Einsichtsrecht in den Jahresabschluss der Firma. Zudem stand ihnen ein Abfindungsguthaben bei Beendigung der Unterbeteiligung in Höhe des anteiligen Buchwertes zuzüglich der anteiligen stillen Reserven zu. Die Unterbeteiligung endete automatisch mit Ablauf des 31.12.2012. Das Finanzamt versagte eine Mitunternehmerstellung der Kinder, da die Unterbeteiligung noch vor dem Eintritt in die Volljährigkeit endete. Hiergegen richtet sich die Klage.
Kinder waren keine Mitunternehmer
Das Gericht wies die Klage als unbegründet ab. Vertragsverhältnisse zwischen nahen Angehörigen werden einkommensteuerlich nur anerkannt, wenn sie rechtswirksam zustande gekommen sind, inhaltlich dem unter fremden Dritten üblichen entsprechen und die Verträge auch vollzogen werden. Den Kindern wurde keine Mitunternehmerstellung eingeräumt, da ihre Gesellschafterstellung von vornherein nur befristet auf die Zeit angelegt war, in der die Kinder voraussichtlich unterhaltsbedürftig sind und ihre persönliche Aktivität als Gesellschafter in Hinblick auf die Minderjährigkeit noch nicht entfalten würden. Darüber hinaus wurde der Unterbeteiligungsvertrag nicht vollständig vollzogen, da bei Beendigung keine Auseinandersetzungsbilanz aufgestellt wurde. Ein fremder Dritte hätte darauf bestanden, um etwaige stille Reserven zu ermitteln. Dass aufgrund bloßer Einschätzung der Beteiligten so gehandelt wurde, als seien keine stillen Reserven in der Beteiligung vorhanden, deutet auf eine fehlende Fremdüblichkeit hin.
Auf Fremdüblichkeit achten
Im Rahmen von Familiengesellschaften wird teilweise versucht, steuerliche Einkünfte auf Kinder zu verschieben und dadurch Progressionsvorteile zu erzielen. Das Urteil zeigt, dass an die Anerkennung der Familiengesellschaften hohe Hürden gestellt werden. Beim Abschluss der Verträge und insbesondere bei der tatsächlichen Durchführung der Verträge ist streng auf Fremdüblichkeit zu achten.
Schleswig-Holsteinisches FG, Urteil v. 17.12.2015, 5 K 58/12, Haufe Index 9147072
-
Erstattungszinsen für Gewerbesteuer als steuerpflichtige Betriebseinnahmen
336
-
Sonderausgabenabzug für einbehaltene Kirchensteuer auf Kapitalerträge aus anderen Einkunftsarten
236
-
Antrag auf Aufteilung der Steuerschuld nach § 268 AO ist unwiderruflich
206
-
Vermietung an den Partner in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft
144
-
Fristverlängerung des Steuerberaters in eigenen Angelegenheiten
107
-
Abschreibung für eine Produktionshalle
100
-
Grundsteuer bei übergroßen Grundstücken im Außenbereich in Hessen
100
-
Wirksamkeit von nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens ergangenen „Erstattungsbescheiden“
94
-
Studiengebühren eines Kindes als Schuldgeld abziehbar?
93
-
Werbungskosten bei Auslandssemester
90
-
Alle am 6.8.2026 veröffentlichten Entscheidungen
06.08.2026
-
Aktivierungsfähigkeit des kommerzialisierbaren Teils eines Namensrechts
06.08.2026
-
Unterbeteiligung an Kapitalgesellschaftsanteil
06.08.2026
-
Pauschale Beihilfe kürzt Sonderausgabenabzug
06.08.2026
-
Vorsteuerabzug aus Beratungskosten zur Geltendmachung von Schadensersatz
03.08.2026
-
Kein Verbrauch der Erstausbildung durch Ausbildung zum Rettungssanitäter
03.08.2026
-
Mündliche Verhandlungen zur Verfassungsmäßigkeit der Erbschaftsteuer
31.07.2026
-
Alle am 30.7.2026 veröffentlichten Entscheidungen
30.07.2026
-
Neue anhängige Verfahren im Juli 2026
29.07.2026
-
"Kulturkostenzuschuss" der öffentlichen Hand umsatzsteuerpflichtig
24.07.2026