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28.01.2016 | Top-Thema Aktuelle Entwicklungen bei haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen

Ausgangspunkt BMF-Schreiben v. 10.1.2014

Kapitel
Hier wird eine haushaltsnahe Handwerkerleistungen erbracht.
Bild: MEV Verlag GmbH

Die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen nach § 35a Abs. 2 und 3 EStG hat nach der Veröffentlichung des BMF-Anwendungsschreibens vom 10.1.2014 die Finanzgerichte und den BFH weiterhin beschäftigt. Oftmals wurde die Ansicht der Finanzverwaltung nicht geteilt. Das Top-Thema erläutert die Rechtsentwicklung.

Nach Auffassung des BMF (Schreiben v. 10.1.2014, IV C 3 - S 2221/12/10010 :003, Haufe Index HI6465481) sollen grundsätzlich nur Maßnahmen begünstigt sein, die bis zur Grundstücksgrenzen angefallen sind (Rz. 15). Hintergrund ist, dass die Maßnahme im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden muss (§ 35a Abs. 4 EStG). 

Beim Winterdienst soll beispielsweise nur der Teil der Dienstleistung begünstigt sein, der auf dem Privatgelände durchgeführt wurde (Rz. 9).

Auch Gutachtertätigkeiten (z. B. Dichtigkeitsprüfungen von Abwasseranlagen) sind nach dem Schreiben weiterhin nicht begünstigt, weil sie weder zu den haushaltsnahen Dienst- noch zu den Handwerkerleistungen gehörten. Demnach ordnete die Finanzverwaltung ab 2014 auch erstmals an, dass Mess- und Überprüfungsarbeiten sowie die Feuerstättenschau auch dann nicht mehr begünstigt sind, wenn die Leistungen durch einen Kaminkehrer oder Schornsteinfeger erbracht werden (Rz. 22 und 58). Auch Tierbetreuungskosten sind nicht begünstigt (Anlage 1 des BMF-Schreibens), obwohl Haustiere, die in der Wohnung des Halters leben, dem Haushalt des betreffenden Halters zuzurechnen sind. 

Finanzwirt Christian Weber

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Einkommensteuer, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Haushaltsnahe Handwerkerleistung