US-Abgeordnete sehen bei Digitalsteuer Diskriminierung von US-Firmen
Der Republikanische Vorsitzende im Finanzausschuss des US-Senats, Orrin Hatch, und sein Amtskollege Ron Wyden von den Demokraten kritisieren in ihrem Schreiben, der Vorschlag der EU wurde "entwickelt, um US-Unternehmen zu diskriminieren und das internationale System der Steuerabkommen zu untergraben." Die Einführung würde ein transatlantisches Handelshemmnis schaffen und zu einer Doppelbesteuerung multinationaler Firmen führen.
Neue Steuer führe zu einer Doppelbesteuerung
Es sei "eine beunruhigende Nachricht", dass der österreichische EU-Vorsitz darauf dränge, in den kommenden Wochen eine Grundsatzvereinbarung herbeizuführen, weil noch so viele Fragen offen seien. Insbesondere widerspreche der Vorschlag zur Digitalsteuer der langjährigen Praxis, dass Steuern auf Gewinne und nicht auf Umsätze erhoben werden. Außerdem gebe es mit der Mehrwertsteuer ohnehin schon eine umsatzbezogene Abgabe, daher werde die neue Steuer zu einer Doppelbesteuerung führen.
Konsens in der OECD suchen
Die Digitalsteuer würde die Gespräche über Handelserleichterungen zwischen EU und USA erschweren. "Wir drängen daher die EU, diesen Vorschlag aufzugeben und wir drängen die EU-Mitgliedsländer, einseitige Maßnahmen aufzuschieben", und stattdessen zu versuchen, in der OECD einen Konsens über neue Steuern auf digitale Geschäft zu suchen, schreiben die beiden US-Abgeordneten.
3 Prozent Steuern auf den Umsatz
Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, dass 3 Prozent Steuern auf den Umsatz erhoben werden, den große Internetfirmen mit mehr als 750 Mio. EUR Umsatz weltweit mit personalisierter Werbung, Vermittlung auf Plattformen oder dem Verkauf von Nutzerdaten machen. Österreich, aber auch Frankreich und einige andere Länder hoffen, damit die derzeit sehr niedrige Körperschaftssteuer von Internetriesen wie Google auszugleichen und die Besteuerung auf das durchschnittliche Niveau von Industriefirmen zu heben. Allerdings gibt es auch in der EU noch einige Länder, die skeptisch sind.
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