Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts für Grundbesitz

Der BFH vertritt in seinem Urteil v. 5.12.2019 eine andere Auffassung zur Erbringung des Nachweises eines niedrigeren gemeinen Werts nach § 198 BewG als die Finanzverwaltung. Die Finanzverwaltung hat nun bekannt gegeben, dass das Urteil über den entschiedenen Einzelfall hinaus nicht anzuwenden ist.

Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts

Der BFH entschied mit Urteil v. 5.12.2019 (II R 9/18, in Anknüpfung an BFH, Urteil v. 11.9.2013, II R 61/11) zum Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts nach § 198 BewG durch Vorlage eines Gutachtens: Nach Auffassung des BFH kann dieser Nachweis nur durch ein Gutachten erbracht werden, das der örtlich zuständige Gutachterausschuss oder ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung von Grundstücken erstellt hat.

Nichtanwendungserlass der Finanzverwaltung

Die FInanzverwaltung hat auf die Rechtsprechung regiert und klargestellt, dass sie weiterhin an ihrer Auffassung festhält, dass der Steuerpflichtige den Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts regelmäßig durch ein Gutachten des zuständigen Gutachterausschusses oder eines Sachverständigen, der über besondere Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Bewertung von Grundstücken verfügt, erbringen kann. In den Gleich lautenden Erlassen wird erkäutert, dass das Personen sind, die von einer staatlichen, staatlich anerkannten oder nach DIN EN ISO/IEC 17024 akkreditierten Stelle als Sachverständige oder Gutachter für die Wertermittlung von Grundstücken bestellt oder zertifiziert worden sind. Die Finanzverwaltung verfügt, dass das BFH-Urteil v. 5.12.2019 über den entschiedenen Einzelfall hinaus nicht anzuwenden ist.

Gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder v. 2.12.2020, veröffentlicht am 21.1.2021

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