Keine OP bei Transsexuellen mit nicht auffallend männlicher Gesichtspartie
Die transsexuelle (anatomisch als Mann geborene) Klägerin hatte sich bereits diversen geschlechtsangleichenden Maßnahmen unterzogen (Hormonbehandlung, Operation, Haarepilation und Entfernung des Adamsapfels). Hierfür bezahlte die Krankenkasse rund 50.000 EUR. Mit der nunmehr begehrten Gesichtsprofil-Harmonisierung will die Klägerin ihre Augenbrauen-, Nasen- und Kinnpartie operativ korrigieren lassen.
Keine Kosten für bestmögliche Angleichung
Die Krankenkasse hatte es abgelehnt, die voraussichtlichen Kosten in Höhe von rund 4.000 EUR zu übernehmen: Es könne nicht „im Vorbeigehen“ festgestellt werden, dass das Gesicht der Klägerin männlich wirke. Kosten für eine „bestmögliche Angleichung“ an das andere Geschlecht seien nicht zu übernehmen. Es sei auch nicht ihre Aufgabe, kosmetische Eingriffe in gesunde Körperpartien zu bezahlen. Psychische Beschwerden könnten nervenärztlich behandelt werden.
Unzufriedenheit rechtfertige keine kosmetische OP
Die Klägerin hingegen hatte geltend gemacht, ihre Gesichtspartie sei überaus maskulin ausgeprägt. Hierunter leide sie seelisch. Die zum Sozialgericht Heilbronn erhobene Klage ist erfolglos geblieben: Der Gesichtsbereich der Klägerin wirke weder entstellend noch offensichtlich männlich. Dass sie mit ihrem Aussehen - wie womöglich viele andere Frauen auch - unzufrieden sei, rechtfertige keine kosmetische OP zu Lasten der Krankenkasse.
Sozialgericht Heilbronn, Urteil v. 26.10.2012, S 8 KR 2808/09
-
Wie wirkt sich Krankengeld auf die Rente aus?
965
-
Urlaub während Krankschreibung: Was ist zu beachten?
689
-
Neue Arbeitsverhältnisse
457
-
Entgeltfortzahlung und Krankengeld - unterschiedliche Berechnungen beachten
312
-
Einmalzahlungen und ihre Wirkung auf das Krankengeld
302
-
Die rechtmäßige Aufforderung durch die Krankenkasse
271
-
Erste Fragen zur neuen AU-Bescheinigung
235
-
Widerspruch gegen die Aufforderung der Krankenkasse zur Reha
198
-
Entgeltfortzahlung statt Kinderkrankengeld für Azubis
189
-
Kommission legt umfangreiches Sparpaket für Gesundheitsreform vor
178
-
Hoffnung für Betroffene: Reform zur Lebendorganspende
17.04.2026
-
Digitale Gesundheitsanwendungen: Nutzen und Preise im Fokus
16.04.2026
-
Warkens Sparpaket: Milliarden-Einschnitte bei GKV-Ausgaben
15.04.2026
-
Trend zu immer jüngerem Eintritt in die Pflegebedürftigkeit
10.04.2026
-
Bundeskabinett beschließt Aktionsplan für mehr Arzneimitteltherapiesicherheit
08.04.2026
-
G-BA ermöglicht Off-Label-Behandlung für Long-COVID-Patienten
07.04.2026
-
Kommission legt umfangreiches Sparpaket für Gesundheitsreform vor
31.03.2026
-
Bundesrat gibt Weg frei für Krankenhausreform
27.03.2026
-
PTBS als Wie-Berufskrankheit bei Leichenumbettern
27.03.2026
-
Sozialdatenschutz schützt anonyme Hinweisgeber
27.03.2026