28.07.2015 | Kindesunterhalt

Düsseldorfer Tabelle steigt zum 1.8.2015

Die Düsseldorfer Tabelle ändert sich zum 1.8.2015
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Zum 1.8.2015 wird die "Düsseldorfer Tabelle" geändert. Es erhöhen sich, als Folge der Anhebung des Grundfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags, die Bedarfssätze für Kinder. Voraussichtlich erhöhen sie sich zum 1.1.2016 erneut, denn dann steigt der steuerliche Kinderfreibetrag nochmals.

Die  Düsseldorfer Tabelle, die die Regelsätze für den Kindesunterhalt sowie die Selbstbehaltsätze für den Unterhaltspflichtigen festlegt, wird zum 1.8.2015 und voraussichtlich nochmals zum 1.1.2016 angepasst.

Änderungen zum 1.8.2015 und 1.1.2016

Auslöser waren der Anstieg des steuerrechtlichen Kinderfreibetrag auf 4512 Euro (ab 1. 1. 2016 4608 Euro). Der steuerliche Kinderfreibetrag wurde zwar rückwirkend zum 1. Januar 2015 erhöht, die Unterhaltssätze steigen jedoch erst ab dem 1. August 2015.

Neue Werte

Der Mindestunterhalt eines Kindes

  • bis Ende des sechsten Lebensjahres (= 1. Stufe) erhöht sich von 317 auf 328 EUR monatlich
  • von sieben bis zum Ende des zwölften Lebensjahres (= 2. Stufe) von 364 auf 376 Euro
  • ab dem 13. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit (= 3. Stufe) von 426 auf  440 Euro

Der Unterhalt volljähriger Kinder steigt von monatlich 488 auf 504 Euro. 

Er berechnet sich nach dem Bedarfssatz der 3. Altersstufe zuzüglich der Differenz zwischen der 2. und 3. Altersstufe. 

Neue Düsseldorfer Tabelle

 

Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen (Anm. 3, 4)

Altersstufen in Jahren

(§ 1612a Abs. 1 BGB)

Prozentsatz

Bedarfskontroll-betrag (Anm. 6)

 

 

 

 

0 – 5

6 – 11

12 – 17

ab 18

 

 

Alle Beträge in Euro (EUR)

1.

bis 1.500

328

376

440

504

100

880/1080

2.

1.501 – 1.900

345

395

462

530

105

1.180

3.

1.901 – 2.300

361

414

484

555

110

1.280

4.

2.301 – 2.700

378

433

506

580

115

1.380

5.

2.701 – 3.100

394

452

528

605

120

1.480

6.

3.101 – 3.500

420

482

564

646

128

1.580

7.

3.501 – 3.900

447

512

599

686

136

1.680

8.

3.901 – 4.300

473

542

634

726

144

1.780

9.

4.301 – 4.700

499

572

669

767

152

1.880

10.

4.701 – 5.100

525

602

704

807

160

1.980

ab 5.101

nach den Umständen des Falles

So sahen die bisherigen Werte aus:

Düsseldorfer Tabelle Stand 1.1.2015

 

Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen (Anm. 3, 4)

Altersstufen in Jahren

(§ 1612a Abs. 1 BGB)

Prozentsatz

Bedarfskontroll-betrag (Anm. 6)

 

 

 

 

0 – 5

6 – 11

12 – 17

ab 18

 

 

Alle Beträge in Euro (EUR)

1.

bis 1.500

317

364

426

488

100

880/1080

2.

1.501 – 1.900

333

383

448

513

105

1.180

3.

1.901 – 2.300

349

401

469

537

110

1.280

4.

2.301 – 2.700

365

419

490

562

115

1.380

5.

2.701 – 3.100

381

437

512

586

120

1.480

6.

3.101 – 3.500

406

466

546

625

128

1.580

7.

3.501 – 3.900

432

496

580

664

136

1.680

8.

3.901 – 4-300

457

525

614

703

144

1.780

9.

4.301 – 4.700

482

554

648

742

152

1.880

10.

4.701 – 5.100

508

583

682

781

160

1.980

ab 5.101

nach den Umständen des Falles

Zu den Leitlinien zur Düsseldorfer Tabelle kommen Sie hier

Vgl. zum Thema Unterhalt auch:

Nachehelicher Unterhalt: Warum, wieviel, wie lange - neuere Rechtsprechung

Was bleibt? Zum angemessenen Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen

Unterhalt bei Besserverdienenden:

Für Trennungsunterhalt bei sehr gutem Einkommen gilt die 3/7-Quote nicht

Prominente Unterhaltsmuffel

Schlagworte zum Thema:  Kindesunterhalt

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