Was den Unterschied ausmacht
Die über 200 Teilnehmer des Gipfels erwartete zum Einstieg mehr als einen künstlerischen Blickwinkel: Für Christian Gansch, einen österreichischen Dirigenten, funktioniert ein Orchester wie ein Unternehmen. "Wir haben 15 Abteilungen unter den Musikern, für jede gibt es Vorgesetzte. Im Hintergrund gibt es Büros für Personal, Technik und den Betriebsrat."
Nicht die Virtuosität der Musiker sei prägend für den Erfolg, sondern Handwerk, Präzision und Disziplin. Die Talente müssten sich einem knallharten Auswahlprozess stellen, wie er am Beispiel der Berliner Philharmoniker erläuterte. Wer den dreistufigen Prozess überstanden habe, werde zunächst auf Probe für ein Jahr eingestellt. "Wer Mitglied des Orchesters werden will, braucht dafür die Mehrheit der Stimmen", so Gansch, der betonte: Jeder Musiker muss nicht nur sein Instrument exzellent beherrschen, sondern sich auch sich auch in das Orchester einfügen können. Gansch sprach sich für eine starke Leistungskultur aus und kritisierte den überstrapazierten Teamgedanken. "Je besser die Leute sind, desto anstrengender sind sie für die Organisation. Wenn wir das nicht akzeptieren, brauchen wir nicht von Talent Management sprechen", sagte Gansch.
Dammann: "In Zahlen darstellen, weshalb sich Talent Management lohnt"
Nach dem virtuosen Vortrag des Dirigenten, der die Teilnehmer des Gipfels begeisterte, war es die Aufgabe von Dr. Angelika Dammann, Talent Management als Business Case im Unternehmen zu beleuchten. "HR-Manager müssen die Geschäftsstrategie des Unternehmens voll und ganz verstehen. Nur auf dieser Basis können sie ein Talent-Management-System aufbauen", fasst Dammann ihre Erfahrungen zusammen, die sie bei Unilever, Shell und zuletzt als Personalvorstand der SAP gesammelt hatte. "Wir müssen dem CEO in Zahlen darstellen, warum es sich lohnt, Zeit und Ressourcen in ein systematisches Talent Management zu stecken."
Dammann beließ es nicht nur bei einem Appell, sie stellte den Zuhörern einen Baukasten vor, wie dieser Aufruf umgesetzt werden kann. "Wir müssen in die Besten im Unternehmen investieren. Talent Management ist keine Demokratie", sagte Dammann. Zu den Besten zählte sie nicht nur die High Potentials, sondern auch die "Sustained High Performer". "Der Leiter der Produktion kann beispielsweise ein wichtiger Leistungsträger für das Unternehmen sein, auch wenn er nicht nach oben strebt." Das systematische Erkennen und Fördern von Talenten sieht sie als den entscheidenden Erfolgsfaktor von Unternehmen. "Produkte und Technik können kopiert werden", so Dammann. Für die Zukunft von HR ist ihr nicht bange. "HR macht den Unterschied."
-
HR-Personalwechsel im Juli
236
-
Ein Experiment zeigt, wie sich Krankheitstage senken lassen
221
-
Attest am ersten Krankheitstag – lässt sich das noch ändern?
501
-
Die wichtigsten Termine 2026 für Personalprofis
476
-
Das Entgelttransparenzgesetz – eine Verschiebung mit Ansage
31
-
Grieger-Langer und die gefakte Kundenliste
29
-
Wie man einen Ruf schädigt: der Fall Cawa Younosi
242
-
Deutschlands beste Arbeitgeber 2026 stehen fest
23
-
Vernetzungsexperte Peter Kruse gestorben
18
-
HR-Personalwechsel im Juni
18
-
Wie sich kommunale Unternehmen zukunftsfähig aufstellen können
06.08.2026
-
HR-Personalwechsel im Juli
31.07.2026
-
Attest am ersten Krankheitstag – lässt sich das noch ändern?
30.07.20261
-
HR sucht nach einem Gewinnerthema – dabei liegt es auf der Hand
16.07.2026
-
Kienbaum Convention 2026: Blick nach vorn – und zu den externen Kunden
06.07.2026
-
Aus Klarheit erwächst noch keine Perspektive
02.07.2026
-
Social Media am Wendepunkt
30.06.2026
-
HR-Personalwechsel im Juni
30.06.2026
-
"Viele Unternehmen haben kein Strategie-, sondern ein Umsetzungsproblem"
25.06.2026
-
"Die Dinosaurier hatten keine Wahl – wir schon"
23.06.2026