Dienstwagen in der Entgelta... / 2.4 Steuerförderung für Elektro- bzw. Hybridelektrofahrzeuge

2.4.1 Nachteilsausgleich für hohe Anschaffungskosten

Die hohen Anschaffungskosten von Elektro- bzw. Hybridelektrofahrzeugen sind nachteilig für das Dienstwagensegment. Dasselbe gilt für Brennstoffzellenfahrzeuge, bei denen Energie aus Wasserstoff oder Methanol erzeugt wird. Die Wettbewerbsnachteile von Elektrofahrzeugen liegen neben der begrenzten Reichweite vor allem im Kaufpreis, der deutlich höher ausfällt als für mit Verbrennungsmotoren ausgestattete Fahrzeuge. Die Ursache hierfür liegt im Wesentlichen in den Zusatzkosten für den Akkumulator bzw. die Batterie. Die Folge ist ein höherer Bruttolistenpreis, der sich wiederum nachteilig auf die Dienstwagenbesteuerung auswirkt.

Hier verschafft eine Sonderregelung für die Dienstwagenbesteuerung Abhilfe.[1] Umfassende Anwendungsschreiben ergänzen die gesetzlichen Sonderregelungen zur Dienstwagenbesteuerung bei Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen.[2] Auch Brennstoffzellenfahrzeuge werden in die Vergünstigung einbezogen.[3]

Durch die Minderung des Bruttolistenpreises wird die Dienstwagenbesteuerung von Elektro- bzw. Hybridfahrzeugen der Steuerbelastung bei herkömmlichen Dienstwagen mit Verbrennungsmotoren gleichgestellt.

2.4.2 Pauschale Kürzung des Listenpreises in Abhängigkeit der Batteriekapazität

Die Regelung beseitigt den Nachteil bei der 1-%-Regelung seit 2013: Der Bruttolistenpreis als Bemessungsgrundlage für die 1-%-Methode wird um die Aufwendungen gekürzt, die auf das Batterie- und Speichersystem entfallen. Aus Vereinfachungsgründen ist ein pauschaler Abschlag von 500 EUR pro kWh der Batteriekapazität eingeführt worden. Die Kürzung ist auf einen Maximalbetrag von 10.000 EUR begrenzt. Der pauschale Abschlag wird sukzessive um jährliche 50 EUR, der hierbei zu beachtende Höchstbetrag um jährliche 500 EUR abgeschmolzen.[1]

Die Regelung ist zeitlich beschränkt auf den Erwerb von Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen, die bis zum 31.12.2022 angeschafft werden.[2] Sie ist seit 1.1.2013 auch für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge sowie Brennstoffzellenfahrzeuge gültig, die bereits vor dem 1.1.2013 angeschafft worden sind.

Keine Kürzung bei nur mietweiser Überlassung der Akkumulatoren

Die Kürzung des Bruttolistenpreises ist nur dort zulässig, wo der Kaufpreis auch die Batterie bzw. das Speichersystem umfasst. Modelle, bei denen die Akkumulatoren nur mietweise überlassen werden, sind von der Sonderregelung nicht betroffen.

 

Praxis-Tipp

Kürzung des Bruttolistenpreises auch bei Fahrtenbuchmethode

Wählt der Arbeitgeber für die Dienstwagenbesteuerung die Fahrtenbuchmethode, berechnet sich der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung nach dem für das Fahrzeug ermittelten Kilometersatz und den aufgezeichneten Privatfahrten, zu denen auch die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte gehören.

Bei einem Elektro- bzw. Hybridfahrzeug erhöhen die Kosten für die Batterie in Form der Abschreibung den individuellen Kilometersatz und damit im Ergebnis den lohnsteuerpflichtigen geldwerten Vorteil. Entsprechend der Systematik bei der 1-%-Regelung bleibt der Kaufpreisanteil für den Akkumulator bei der Ermittlung des Kilometersatzes außer Ansatz. Die pauschalen Abzugsbeträge für Elektrodienstfahrzeuge führen bei der Fahrtenbuchmethode zu einer Kürzung der Anschaffungskosten und damit zu einer Minderung der in die Kilometersatzberechnung eingehenden Abschreibungsbeträge.

2.4.3 Übersicht: Kürzung des Bruttolistenpreises bei (Hybrid-) Elektrofahrzeugen

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sonderregelung für die Dienstwagenbesteuerung in Abhängigkeit des Jahres der Anschaffung. Der jeweilige pauschale Abschlag[1] bzw. die 50-%-Kürzung[2] sowie die maßgebende Obergrenze bestimmen sich nach dem Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung. Dies gilt auch bei der Anschaffung von Gebrauchtfahrzeugen im Begünstigungszeitraum.

 
Jahr der Anschaffung Kürzung pro kWh Batteriekapazität in EUR Höchstbetrag der Kürzung in EUR
2013 und früher 500 10.000
2014 450 9.500
2015 400 9.000
2016 350 8.500
2017 300 8.000
2018 250 7.500
2019 50-%-Kürzung des Bruttolistenpreises keine Obergrenze
2020 50-%-Kürzung des Bruttolistenpreises keine Obergrenze
2021 50-%-Kürzung des Bruttolistenpreises keine Obergrenze
2022 50 5.500
 

Praxis-Beispiel

Hybrid-Dienstwagen: Pauschale Kürzung des Bruttolistenpreises

Ein Mitarbeiter eines Steuerbüros erhält ab Januar 2018 ein neu angeschafftes Hybridfahrzeug als Dienstwagen, welches er auch privat nutzen darf. Der Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung betrug 31.000 EUR inklusive 7.000 EUR für den Akkumulator mit einer Batteriekapazität von 32 kWh. Die Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte beträgt 20 km.

Ergebnis: Für die Berechnung des monatlichen geldwerten Vorteils des Hybrid-Dienstwagens nach der 1-%-Methode ist der Bruttolistenpreis um 32 kWh x 250 EUR = 8.000 EUR zu kürzen – maximal jedoch um 7.500 EUR (Obergrenze 2018). Nach Abzug des Kürzungsbetrags ergibt sich eine Bemessungsgrundlage von 23.500 EUR (= 31.000 EUR – 7.500 EUR).

 
Privatfahrten: 1 % von 23.500 EUR 235 EUR
Zuschlag für Fahrten Wohnung – erste Tätigkeitsstätte: 0,03 % x 20 km x 23.500 EUR + 141 EUR
Monatlicher Sachbezug Dienstwagen 376 EUR

2.4.4 Halbierung des Bruttolistenpreises für Anschaffung von 2019 bis 2021

Die Kürzung um die Kosten für das Batterien- und ...

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