Studie

KI in Lernsystemen oft noch Zukunftsmusik


KI in Lernsystemen: viele Roadmaps, wenig Live-Betrieb

KI prägt die Strategien der Anbieter von Lernplattformen, doch nur ein Bruchteil der Funktionen ist heute tatsächlich im Einsatz. Eine Studie zeigt, welche Features schon live sind, welche in Pilotprojekten laufen und welche bislang nur auf Roadmaps stehen. Die Zahlen sind ernüchternd.

Im "AI Market Assessment for Learning Systems 2025" hat der auf europäischen Markt fokussierte Marktanalysten Fosway erstmals systematisch kartiert, welche KI-Funktionen in aktuellen Lernsystemen vorhanden sind und wie reif sie sind, von "live beim Kunden" bis "geplant für 2026+". Unterschieden wird zudem nach fünf Funktionsclustern: Learning Experience, Learning Management, People Development, Workplace Learning sowie People Systems & Architecture.

AI im Markt für Lernsysteme

Nur rund zehn Prozent der erfassten Features sind aktuell im realen Einsatz, weitere drei Prozent laufen in Beta- oder Pilotphasen. Der Großteil bleibt noch Zukunftsmusik: 69 Prozent der kartierten Funktionen sind bislang nicht einmal auf den Roadmaps der Anbieter vermerkt.

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Gleichzeitig konzentriert sich die Entwicklung stark auf zwei Bereiche: Fast zwei Drittel aller geplanten KI-Funktionen entfallen auf Learning Experience und Learning Management, während People Development, Workplace Learning und People Systems eine kleinere, aber wachsende Rolle spielen.

KI in der Learning Experience im Einsatz

Die "heißen Zonen" liegen derzeit eindeutig in der Learning Experience. Hier treiben Anbieter Personalisierung und semantische Suche voran, die Lernenden individuelle Pfade eröffnen und Inhalte besser auffindbar machen. Auch Empfehlungssysteme, Chatbots für die Lernbegleitung oder die generative Erstellung von Tests und Assessments gehören dazu. Im Bereich Learning Management stehen automatisierte Kurszuweisungen, intelligente Terminplanung, Compliance-Checks und vorausschauende Analysen des Lernfortschritts im Vordergrund.

Unter People Development dominieren KI-gestützte Skill Graphen und Kompetenzprofile, die Karrierepfade und Entwicklungspläne strukturieren sowie Feedback-Analysen und Talent-Matching ermöglichen. Im Feld Workplace Learning geht es um konkrete Unterstützung im Arbeitsalltag – etwa durch In-App Guidance, automatische Zusammenfassungen von Dokumenten und Meetings oder KI-Co-Piloten, die in Microsoft- oder Salesforce-Umgebungen eingebettet sind. Schließlich befasst sich das Cluster People Systems & Architecture mit Integrationen in HR-Systeme, der Harmonisierung von Skills-Daten und Kontrollmechanismen zur Vermeidung von Bias.

KI-Einsatz bleibt häufig Marketingversprechen

Die Studie macht deutlich, dass zwischen Marketingversprechen und realer Lieferfähigkeit noch eine erhebliche Lücke klafft. Während Suche, Personalisierung und Skills-Mapping vielfach bereits genutzt werden, bleiben generatives Authoring und Co-Piloten überwiegend Pilotprojekte. Visionäre Ansätze wie End-to-End-Automatisierungen oder vollständig KI-gestützte Karrierepfade liegen eher in der mittelfristigen Zukunft.

Quick Wins lassen sich heute vor allem mit Personalisierung, intelligenter Suche und automatischen Zusammenfassungen erzielen. Wer KI-Lösungen evaluiert, sollte sich Demos und Referenzen zeigen lassen und zugleich Governance-Aspekte wie Datenqualität und Compliance im Blick behalten.

KI-Lösungen müssen sich bewähren

KI ist demnach zwar im Corporate Learning angekommen, aber noch weit entfernt davon, in großem Stil produktiv genutzt zu werden. 2025/26, davon ist Fosway überzeugt, werde sich entscheiden, welche Anbieter über bloße Roadmap-Versprechen hinaus belastbare Lösungen liefern.


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