DVCT-Award: Auszubildende besser begleiten
30 Prozent der Auszubildenden in Deutschland schließen eine begonnene Ausbildung nicht ab, sagt der "Ausbildungsreport 2025" des Deutschen Gewerkschaftsbunds. Unter anderem seien Konflikte mit Vorgesetzten und ungünstige Arbeitsbedingungen der Grund dafür. Wenn die Ausbilder und Ausbilderinnen in den Betrieben in der Lage wären, die Auszubildenden bei persönlichen Herausforderungen und Konflikten am Ausbildungsplatz lösungsorientierter zu begleiten, dann würde sich die Zahl der Abbrechenden deutlich senken lassen, dachte sich Imke Lambrecht, Trainerin und Business-Coach aus Stuttgart, und entwickelte eine mehrstufige Weiterbildung für Ausbilder und Ausbilderinnen mit dem Namen "Systemische Ausbildungsbegleitung – StuZubi-Coach".
Vernachlässigte Zielgruppe entdeckt: Ausbilder von Studierenden
Die Weiterbildung setzte Lambrecht mit Pia Immler vom Trainingsinstitut Kröber Kommunikation in Leonberg um. Der Begriff StuZubi wurde gewählt, weil nicht nur die Ausbilder von Auszubildenden, sondern auch jene von Studierenden aus dem Bereich des dualen Studiums als Weiterbildungsteilnehmende in Frage kommen. Der Lehrgang, der sich über fünf Blöcke von jeweils zwei Tagen erstreckt, will zeigen, dass Ausbilder zwar oft klare Ansagen machen müssen, es im Berufsalltag für alle Beteiligen aber auch sehr hilfreich sein kann, wenn die Ausbilder in die Rolle eines Coachs schlüpfen und die Azubis bei der selbstständigen Lösung von Problemen unterstützen. Dazu gehört, dass man lernt, systemische Fragen zu stellen und lösungsorientiertes Feedback zu geben. Ideal ist es laut Lambrecht, wenn die Ausbilder sich als die "Gärtner" von Talenten verstehen und individuelle Lernprozesse fördern können. Das sei insbesondere im Umgang mit der Generation Z der Schlüssel zu einem erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben.
DVCT-Award zeichnet App aus, die Team-Coaching erleichtert
Der Deutsche Verband für Coaching und Training verlieh im Zusammenhang mit seinem Award auch zweimal die Auszeichnung "Qualifiziertes Produkt". Damit wurde zum einen die "Teamflüsterer App" von Dr. Christine Lotz-Keens, Informatikerin und Business-Coach, ausgezeichnet. Zum anderen wurde das Projektlernen im "unLÖK.studio" von Kathrin Schwanz, Laura Casadevall und Önder Özcan hervorgehoben.
Die "Teamflüsterer App" kommt bei mehrmonatigen Coaching-Prozessen mit Teams und Führungskräften zum Einsatz. Sie ermöglicht gleich zu Beginn durch Umfragen einen klaren Blick auf vorhandene und zum Teil auch verborgene Probleme, die dann in den Coaching-Sitzungen weiter analysiert und bearbeitet werden. Die App schafft einen durchgängigen roten Faden zwischen den Terminen und unterstützt die kontinuierliche Reflexion, Kommunikation und Zielverfolgung während des gesamten Coaching-Prozesses. Dabei ersetzt die App nicht das Live-Coaching selbst. Sie schafft Struktur, Verbindlichkeit und Transparenz im Prozess und hält das Erarbeitete zwischen den Terminen lebendig.
Projektlernen mit agilen Methoden
Das "unLÖK.studio – Räume für echte Veränderung" ermöglicht einzelnen Angestellten oder auch Teams von Mitarbeitenden das Lernen an einem selbstgewählten Projekt, das für den Arbeitgeber von Bedeutung ist. Für eine begrenzte Zeit wird intensiv an einem zusätzlichen Projekt gearbeitet – mit echter Verantwortung und Entscheidungsmacht. Dabei stehen erfahrene Coachs als Lernbegleiter zur Seite. So entstehen innerhalb eines Unternehmens Veränderungen, ohne die Organisation zu überfordern. Das "unLÖK.studio" schafft greifbare Ergebnisse, aber auch ein neues Selbstverständnis von Zusammenarbeit, indem ganz gezielt die Methoden des agilen Arbeitens im Mittelpunkt des begleitenden Coachings stehen. Das Konzept ist modular aufgebaut und kann an die Gegebenheiten in der Organisation angepasst werden.
DVCT jetzt mit über 2.000 Mitgliedern
Mit seinem Award bietet der DVCT Trainern und Trainerinnen sowie Coachs die Möglichkeit, sich mit Innovationen im Themenfeld Learning & Development zu präsentieren und ihre Arbeit von Profis der Weiterbildungs- und Personalwelt bewerten zu lassen. Prämiert werden richtungweisende Ideen für neue Zugänge zur Gestaltung von Lern- und Entwicklungsprozessen. Ebenfalls werden veränderungswirksame Ansätze im Training und Coaching, in der Personal- und Organisationsentwicklung sowie im Bereich der Bildungstechnologie ausgezeichnet. Um das Finale zu erreichen, müssen die Teilnehmenden zunächst den sogenannten "Rütteltest" der DVCT-Fachexperten in der Vorrunde überstanden haben. Im Finale müssen die Bewerbenden das stimmberechtigte Publikum und eine Fachjury überzeugen. Der DVCT mit Sitz in Hamburg, der in diesem Jahr auf knapp über 2.000 Mitglieder angewachsen ist, gilt als der größte Fachverband für die Berufsgruppe der Weiterbildungsprofessionals.
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