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Workforce Transformation: Veränderungsbereitschaft wecken

Trotz aller Bemühungen reichen die bisherigen Strategien und Maßnahmen nicht aus, um den notwendigen Wandel innerhalb der Belegschaften zu gestalten, stellt eine Studie von von Rundstedt zum Stand der Workforce Transformation in Deutschland fest. Die Autoren empfehlen vier Hebel, um den Wandel voranzutreiben.

Die Digitalisierung, die zunehmende Komplexität der Aufgaben und sich verändernde Kundenwünsche sind die hauptsächlichen Treiber, die zu einem tiefgreifenden Wandel innerhalb der deutschen Wirtschaft führen. Alle Branchen und Unternehmensbereiche sind mit gravierenden Veränderungen konfrontiert, die sich massiv auf die Kompetenzanforderungen an die Beschäftigten auswirken. Es wird erwartet, dass bis 2023 rund 2,4 Millionen Erwerbstätige in Schlüsselqualifikationen wie agiles Arbeiten, digitales Lernen oder Kollaborationstechniken befähigt werden müssen.

Studie: Wie meistern Unternehmen die Workforce Transformation?

Das macht deutlich: Die Unternehmen müssen heute aktiv werden und nicht erst dann, wenn ein noch höherer Transformationsdruck die Handlungsräume minimiert. Es gilt, die bisherigen Strategien und Vorgehensweisen auf den Prüfstand zu stellen. Wie die Situation der Unternehmen aktuell aussieht und welche Maßnahmen dringend ergriffen werden sollten, ermittelte die Studie "Workforce Transformation. Wie sich Jobprofile verändern und Unternehmen die Transformation meistern" der Outplacement- und Karriereberatung von Rundstedt, in Zusammenarbeit mit Index Research und dem Personalmagazin. Für die Studie wurden 540 Personalverantwortliche befragt sowie zusätzlich qualitative Interviews mit acht HR-Experten durchgeführt.

Transformation setzt Unternehmen schon jetzt unter Druck

Der Veränderungsdruck ist heute schon real: Bereits in den vergangenen drei Jahren haben sich bei jedem dritten Studienteilnehmer bis zu 25 Prozent der Anforderungsprofile verändert. Bei einem weiteren Viertel waren 26 bis 40 Prozent der Profile von Umwälzungen betroffen. Rund jedes sechste Unternehmen stand sogar vor der Herausforderung, dass sich mehr als 40 Prozent der Profile verändert haben.

Nach Einschätzung der Unternehmen wird sich dieser Trend in ähnlichem Maße in den nächsten drei Jahren fortsetzen. Entsprechend messen rund 70 Prozent der HR-Verantwortlichen der Transformation der Belegschaft eine hohe und sehr hohe Priorität bei. Insbesondere in den Bereichen IT, Führung und Management sowie HR erwarten die Studienteilnehmer in den nächsten zwei bis drei Jahren starke bis sehr starke Neuerungen innerhalb der Anforderungsprofile.

Personalverantwortliche fühlen sich schlecht vorbereitet

Allerdings fühlt sich die Hälfte der befragten Personalverantwortlichen nicht oder nur schlecht auf die anstehenden Veränderungen vorbereitet. Vor allem eine zu geringe Kapazität der HR-Abteilung, mangelnde Priorisierung des Themas seitens der Geschäftsleitung und des Managements sowie eine fehlende Strategie, wie die Transformation angegangen werden soll, führen HR-Führungskräfte als Gründe hierfür an.

51 Prozent der befragten Personalverantwortlichen nennen "Veränderungsbereitschaft, Flexibilität und Adaptionsfähigkeit" als diejenigen Fähigkeiten, bei denen die Beschäftigten den größten Entwicklungsbedarf haben, um den künftigen Anforderungen gerecht zu werten. Um diese zu verbessern, setzen die meisten Unternehmen auf Seminare, Trainings und Weiterbildungen (67 Prozent), die Einbindung in Veränderungsprojekte (55 Prozent) sowie regelmäßige Führungsgespräche (36 Prozent).

Wie können Unternehmen die Transformation vorantreiben?

Maßnahme wie diese allein werden jedoch nicht den entscheidenden Schub verleihen können, ergaben die qualitativen Interviews. Vielmehr komme es auf das richtige Mindset an. Es gelte daher, die positiven Auswirkungen einer Transformation hervorzuheben und aufzuzeigen, welche Chancen die Digitalisierung bietet. HR steht dabei in der Pflicht, den Wandel im Unternehmen voranzutreiben und ihn als Dirigent im Zusammenspiel mit allen Beteiligten zu orchestrieren.

Vier Hebel für einen erfolgreichen Wandel

Laut den Studienautoren werden vier Hebel maßgeblich sein, um die Veränderung erfolgreich zu gestalten:

  1. Etablieren Sie ein neues Mindset: Die Unsicherheiten, die mit einem Transformationsprozess einhergehen, sorgen dafür, dass Veränderung vorwiegend mit Risiken und negativen Folgen wie Personalabbau assoziiert wird. Um die Veränderungsbereitschaft der Beschäftigten zu steigern, müssen die Chancen in den Mittelpunkt rücken. Ein solcher Mindset-Wechsel kann nur durch eine "Allianz für Veränderung" gelingen, bei der alle im Unternehmen an einem Strang ziehen: Unternehmensleitung, HR, Führungskräfte, Arbeitnehmervertreter und Mitarbeitende.
  2. Implementieren Sie ein strategisches Kompetenzmanagement: Unternehmen müssen schnellstmöglich in ein strategisches Kompetenzmanagement investieren und Tools einsetzen, die es ihnen ermöglichen, Personaldaten zu analysieren und einen permanenten Abgleich von vorhandenen und benötigten Kompetenzen durchzuführen. Aktuell haben nur vier Prozent der Studienteilnehmer eine Skill-Matching-Software im Einsatz. Eine besondere Herausforderung liegt in der Definition der benötigten Future Skills. Aufgrund der rasanten Veränderungsgeschwindigkeit sind sie meist schon veraltet, wenn man sich im Unternehmen darauf geeinigt hat.
  3. Gehen Sie neue Wege in der Qualifizierung: 83 Prozent der Studienteilnehmer qualifizieren ihre Beschäftigten, vornehmlich mithilfe von Seminaren und Trainings. Die befragten HR-Experten sind sich jedoch einig: Um die Beschäftigten in Sachen Veränderungs- und Adaptionsfähigkeit, IT-Anwenderkenntnisse und agiles Arbeiten nachhaltig fit zu machen, braucht es innovative Qualifizierungskonzepte, die auf Blended-Learning-Elemente setzen. Individuelle Wissens-Nuggets, die jederzeit an den persönlichen Bedarf anpassbar sind und einen direkten Bezug zum Arbeitsplatz haben, sind die Zukunft.
  4. Schaffen Sie Perspektiven: Über den Erfolg der Transformation entscheidet auch die Art und Weise, wie Unternehmen mit den Beschäftigten umgehen, deren Qualifikationen nicht mehr gebraucht werden. Maßnahmen wie Transfergesellschaften oder Qualifizierungsbetriebe dienen dazu, auch diesen Beschäftigten eine Perspektive zu geben. Ein solches Vorgehen hat Signalwirkung für die Motivation und Veränderungsbereitschaft der gesamten Belegschaft.


Einen ausführlichen Studienbericht mit detaillierten Handlungsempfehlungen können Sie hier herunterladen.


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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Personalentwicklung