Arbeitswelt: HR-Jobs und Stellenbezeichnungen der Zukunft

Vom "Algorithm Bias Auditor" bis "Work-from-home Facilitator": Wie die Jobtitel und Stellenbeschreibungen typischer HR-Positionen der Zukunft lauten könnten, haben sich die amerkanische HR-Beratung Future Work und der IT-Dienstleister Cognizant überlegt. Eine Prognose.

Während der Covid-19-Krise haben die Menschen neue Wege gefunden, den Alltag, das Arbeitsleben und die Pflege von Beziehungen zu gestalten. Obwohl langfristige Auswirkungen derzeit noch nicht abzusehen sind, zeigt sich jedoch, dass die Pandemie den Wandel der Arbeitswelt beschleunigt und den Bedarf an digital gestützten Jobs steigert. Die Zukunft des Arbeitens, Wirtschaftssysteme und Belegschaften werden umgestaltet. Der Widerstand von Managern gegen das Arbeiten von zu Hause aus ist bereits drastisch zurückgegangen und Geschäftsreisen werden mithilfe von neuen Technologien wie Virtual Reality (VR) in absehbarer Zukunft erheblich reduziert werden.

Neue HR-Rollen in fünf Bereichen

Die Personalabteilung in Unternehmen sollte eine zentrale Rolle bei dieser Transformation spielen. Wie und wo wir arbeiten und welche Technologien wir nutzen ändert sich, deswegen suchen immer mehr Arbeitnehmer Unterstützung bei ihren Arbeitgebern, um das jeweilige Qualifikationsdefizit zu beseitigen.

In einem gemeinsamen Thesenpapier des "Center for the Future of Work" von Cognizant und von Future Workplace werden die erwarteten Veränderung der HR-Welt beschrieben und 21 HR-Jobs der Zukunft vorgestellt – mit teils illuster anmutenden Jobtiteln, die allerdings nicht darüber hinwegtäuschen sollten, dass dahinter handfeste HR-Aufgaben stehen, die teilweise bereits jetzt zum Repertoire jeder Personalabteilung gehören ( hier gelangen Sie zum entsprechenden Whitepaper).

Die Autoren des Whitepapers gliedern die HR-Jobs der Zukunft in fünf Bereiche: Wohlbefinden der Mitarbeiter, Vertrauen innerhalb des Unternehmens, Kreativität und Innovation, Datenkompetenz sowie Mensch-Maschine-Partnerschaft.

1. Wohlbefinden der Mitarbeiter

Die digitale Wirtschaft wächst, wir sind ständig verfügbar, kämpfen dafür, eine gesunde Work-Life-Balance zu finden und müssen uns an den Umgang mit dem Coronavirus gewöhnen. Deswegen ist es heute wichtiger denn je, Arbeitnehmer dabei zu unterstützen, auf sich zu achten. Neue HR-Jobs wie Distraction Prevention Coach, Workplace Environment Architect, Chief Purpose Planner und Director of Well-Being sollen das Wohlbefinden von Mitarbeitern fördern – und zwar nicht als nette Zusatzleistung, sondern als Teil der Geschäftsstrategie.

2. Vertrauen innerhalb des Unternehmens

Personalfachkräfte sind in der einzigartigen Position, ein ethisches und verantwortungsbewusstes Arbeitsumfeld zu wahren. In einer "Datenkultur", in der jede Entscheidung auf Daten basiert, ist dies wichtiger denn je. Gleichzeitig müssen Systeme geschaffen werden, die für Fairness, Transparenz und Verantwortlichkeit innerhalb der HR-Leitung sorgen. Dadurch entstehen HR-Jobs wie Genetic Diversity Officer, Human Bias Officer und Algorithm Bias Auditor. Diese Rollen sollen helfen, Voreingenommenheit (algorithmisch oder anderweitig) innerhalb aller Geschäftsfunktionen zu minimieren.

3. Kreativität und Innovation

In einer Welt nach Corona könnte alles virtuell werden – von Meetings bis hin zur Ausbildung von Mitarbeitern. Im Hinblick auf diese Herausforderung wird es neue HR-Rollen geben: von Work-from-home (WFH) Facilitators bis hin zu VR Immersion Counsellors, die dafür sorgen, dass das Potenzial erstklassiger Programme für Remote-Belegschaften ausgeschöpft wird.

4. Datenkompetenz

Personalfachkräfte sollten dafür sorgen, Datenkompetenz in die Unternehmenskultur zu integrieren und HR-Mitarbeiter der Zukunft müssen in Sachen faktengestützte Entscheidungen mit gutem Beispiel vorangehen. Die Analyse von Unternehmensnetzwerken ist bereits heute ein wichtiges Thema. In Zukunft wird es Human Network Analysts geben, die mithilfe künstlicher Intelligenz und Datenanalysen besser verstehen, wie Menschen zusammenkommen und verbunden bleiben.

5. Mensch-Maschine-Partnerschaft

Teams aus Menschen und Maschinen werden zur Entstehung neuer HR-Rollen führen, deren Schwerpunkt diese Zusammenarbeit ist. Human-Machine Teaming Managers werden an der Schnittstelle von Mensch und Maschine nicht den Wettbewerb, sondern das Zusammenspiel fördern und so eine neue nahtlose Zusammenarbeit ermöglichen.

Wie Stellenanzeigen für HR-Jobs in zehn Jahren aussehen könnten

Jede der 21 HR-Rollen wird in dem Whitepaper in Form einer fiktiven Stellenbeschreibung, wie sie in einer Jobanzeige erscheinen könnte, präsentiert: Allgemeine Anforderungen, konkrete Aufgaben des künftigen Stelleninhabers sowie erwartete Kompetenzen und Qualifikationen. Ob die Stellenanzeigen für HR-Jobs in zehn Jahren tatsächlich so aussehen, lässt sich zwar noch nicht mit Sicherheit sagen, eine unterhaltsame und interessante Lektüre ist das Whitepaper aber allemal.


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