Tipps für das Bildungsmanagement in KMU
Gut ausgebildete Mitarbeiter, deren Wissen jederzeit auf dem neusten Stand ist, bedeuten einen Wettbewerbsvorteil – das gilt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) genauso wie für Großkonzerne. Während in den größeren Unternehmen meist Personalentwickler Weiterbildungsmaßnahmen planen und durchführen, gibt es in KMU jedoch oft keine Stelle, bei der alle Verantwortlichkeiten für ein systematisches betriebliches Bildungsmanagement zusammenlaufen. Generalisten und Führungskräfte sind also in der Pflicht, diese Aufgabe gemeinschaftlich zu übernehmen.
Wie dies gelingen kann, zeigt Britta Nawior von der Crevis Bildungsgesellschaft in Stuttgart anhand von fünf Tipps, die Personaler und Führungskräfte in KMU leicht in die Praxis umsetzen können.
Tipp 1: Klären Sie die Voraussetzungen.
Um dem Thema "Bildungsmanagement" in KMU gerecht zu werden, gilt es, sich zunächst den Kerngedanken dieser Managementarbeit klar zu machen. Dafür sollten nicht nur Vorgesetzte, sondern auch Fachkräfte aus den unterschiedlichen Unternehmensbereichen sowie die Geschäftsleitung in regelmäßigen Gesprächen klären, welche Mittel ihnen zur Verfügung stehen um dies zu ermöglichen. Eine Voraussetzung ist in jedem Fall die Kenntnis über die vorhandenen Fähigkeiten der Mitarbeiter sowie deren Abgleich hinsichtlich künftig zu erwartender Anforderungen.
Tipp 2: Wählen Sie die passende Lernform.
Beim Planen von Weiterbildungsmaßnahmen steht die Wahl der Lernform an erster Stelle. Neben den klassischen Präsenzveranstaltungen wie zum Beispiel Seminar und Vortrag gibt es vermehrt E-Learning-Angebote. Je nachdem, wie häufig Weiterbildungsthemen auftreten, kommen interne oder externe E-Learning-Lösungen in Betracht. Eine flexible und lerntypengerechte Wissensvermittlung macht Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter attraktiv und leichter umsetzbar.
Tipp 3: Schaffen Sie eine gute Basis für den Praxistransfer.
Damit die Teilnehmer nicht nur Spaß an Weiterbildung haben, sondern das Gelernte auch im Arbeitsalltag anwenden, sollten die Verantwortlichen einen starken Fokus auf eine ausreichende Transfersicherung legen. Sie müssen im Unternehmen die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass der Mitarbeiter überhaupt die Chance erhält, sein neues Wissen im Arbeitsalltag anzuwenden. Dazu gehört etwa, dass die Führungskraft dem Mitarbeiter entsprechende Aufgaben überlässt und die Kollegen die Neuerungen akzeptieren.
Tipp 4: Bauen Sie konstante Zuständigkeiten auf.
Auch wenn es nicht einen alleinigen Verantwortlichen gibt, können Unternehmen eine Interessengemeinschaft für die Fort- und Weiterbildung etablieren. Diese sollte aus festen Ansprechpartnern bestehen, die die Bildungsziele kennen und daraus konkrete Ansprüche ableiten können. Vorgesetzte sollten auch interessierte Fachkräfte mit ins Boot holen, denn diese können meist am besten den Nutzen einer Weiterbildungsmaßnahme beurteilen. Da es Bildungsmaßnahmen auch bei Veränderungsprozessen zu planen gilt, sollte die Geschäftsleitung ebenfalls Teil dieser Interessengemeinschaft sein. Feste Strukturen und Ansprechpartner führen zudem dazu, dass sich die Mitarbeiter der Bedeutung von Weiterbildung bewusst werden – und sie dadurch schneller wissen, an wen sie sich bei Fragen und Wünschen rund um dieses Thema wenden können.
Tipp 5: Fördern Sie den Wissensaustausch.
Weitere Vorteile bringt eine regelmäßige Kommunikation der Verantwortlichen untereinander. Einerseits können die Beteiligten von den Erfahrungen ihrer Kollegen profitieren – womit sie etwa einen besseren Überblick über den Weiterbildungsmarkt bekommen. Andererseits können Weiterbildungsmaßnahmen gemeinsam organisiert sowie durchgeführt und somit Zeit und Kosten gespart werden. Voraussetzung dafür ist eine angemessene Infrastruktur im Unternehmen. Einheitliche Handlungs- und Dokumentationsmuster sorgen dafür, dass Informationen nicht verloren gehen und von allen Beteiligten schnell gefunden werden.
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