Was für ein gutes Arbeitsklima entscheidend ist
Demnach sehen zwar 45 Prozent der 1.000 befragten Arbeitnehmer die Hauptverantwortung beim Finden der Unternehmenskultur bei der Geschäftsführung beziehungsweis der Gründer- oder Eigentümerfamilie (39 Prozent) ihres Unternehmens. Jedoch sind gleichzeitig selbstbewusste 41 Prozent der Befragten der Meinung, dass sie die Unternehmenskultur selbst entscheidend mitprägen.
Das sind die zentralen Ergebnisse der Studie "Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg" von Rochus Mummert. Der Personalberater hat dafür 1.000 Arbeitnehmer und darüber hinaus 70 HR-Führungskräfte befragt.
"Dass der Unternehmenschef der oberste Leitbildstifter ist, überrascht nicht und ist auch wichtig und richtig so", kommentiert Hans Schlipat, Studienleiter und Managing Partner der Rochus-Mummert-Gruppe, die Ergebnisse. "Das selbstbewusste Votum der Arbeitnehmer zeigt aber auch, dass Unternehmen bei der Formulierung einer Leitkultur sich zunächst einmal darüber klar werden sollten, was ihre Mitarbeiter wirklich zufrieden macht", so der Studienleiter.
Unterstützung und Anerkennung am wichtigsten
Wie diese Leitkultur aussehen sollte, war ebenfalls Gegenstand der Studie: Die Studienautoren untersuchten, welche Faktoren die Unternehmenskultur bestimmen. Dabei rangieren Unterstützung und Anerkennung aus Sicht der Arbeitnehmer ganz oben. Ähnlich schätzten auch die befragten HR-Führungskräfte die ideale Unternehmenskultur ein.
Aus den in der Studie abgefragten Faktoren für eine gute Unternehmenskultur leiten die Autoren sieben sogenannte "Satisfier"-Faktoren ab, über die sie in Ausgabe 04/2015 des Personalmagazins berichten: Die fünf sogenannten Heimatfaktoren "Fairness", "Ausgewogenheit", "Wertschätzung", "Anerkennung" und "Anspruch an die Arbeitsinhalte" sowie die zwei Kompensatoren "Entlohnung" sowie "Karriere- und Wachstumsperspektiven".
Eine gute Unternehmenskultur zeichne sich also dadurch aus, dass sie den Mitarbeitern sowohl Heimat als auch Perspektive biete, so das Fazit der Autoren.
Nur in jedem zweiten Betrieb wird gegrüßt
Wie die Studie ebenfalls zeigt, sind die einfachsten Formen des zwischenmenschlichen Umgangs für eine gelungene Unternehmenskultur mit die wichtigsten. Doch allein das gegenseitige Grüßen auf den Bürofluren oder in den Werkshallen ist nach Aussage der Arbeitnehmer nur in 46 Prozent der Unternehmen tägliche Normalität.
Dabei wäre dies nicht nur für die Mitarbeitermotivation von zentraler Bedeutung, finden die Studienautoren. "Ein respektvolles und vertrauensstiftendes Miteinander ist ein sehr preiswerter Stellhebel mit strategischer Bedeutung für den Unternehmenserfolg", sagt Personalberater Schlipat.
Hinweis: Mehr dazu, wie Unternehmen es schaffen, im schnellen Wandel der modernen Arbeitswelt ihre Unternehmenskultur mitzunehmen, lesen Sie in Ausgabe 04/2014 des Personalmagazins. Hier finden Sie die Inhalte des Hefts sowie multimediale Add-ons als App.
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