Laut einer aktuellen Bitkom-Studie hat mehr als die Hälfte der Unternehmen keine Social-Media-Richtlinien. Bild: Fotolia LLC.

Die Mehrheit der deutschen Unternehmen nutzt Xing, Linkedin und Co. für die HR-Kommunikation. Das zeigt eine Bitkom-Studie. Trotzdem bilden die Unternehmen ihre Mitarbeiter nur selten im Umgang mit den digitalen Medien fort – auch konkrete Social-Media-Richtlinien fehlen vielerorts.

Die meisten deutschen Unternehmen setzen mittlerweile auf die sozialen Medien. Das zeigt eine Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), für die der Digitalverband 639 Geschäftsführer und Vorstände befragt hat. Ein genauerer Blick auf die Studienergebnisse zeigt: Gerade für die HR-Arbeit nutzt eine Mehrheit (65 Prozent ) der Unternehmen die sozialen Medien. 

Social Media im Employer Branding und Recruiting

Was die Betriebe damit erreichen wollen, hat der Bitkom ebenfalls herausgefunden. So interessiert die Unternehmen laut der Studie vor allem das allgemeine Unternehmensimage (81 Prozent), aber auch speziell ihr Image als Arbeitgeber (61 Prozent). In diesem Sinne geht es also gerade auch um das Employer Branding und Personalmarketing und somit um die indirekte Mitarbeitergewinnung.

So wollen sich viele Unternehmen offenbar als nahbarer Arbeitgeber positionieren, wie die Bitkom-Studie ebenfalls zeigt: Die meisten der befragten Unternehmen (88 Prozent) sagen, dass sie mit ihren Social-Media-Aktivitäten Dialogbereitschaft zeigen wollen. 86 Prozent möchten zudem die Bekanntheit des Unternehmens steigern. Die sozialen Medien werden jedoch nicht nur für Employer-Branding-Maßnahmen eingesetzt, sondern auch unmittelbar für das Recruiting:  Fast die Hälfte der befragten Unternehmen (47 Prozent) gibt an, über Social Media neue Mitarbeiter gewinnen zu wollen.

Ziele knapp erreicht: Es bleibt Luft nach oben

Die Ziele, die sich die Unternehmen für ihre Social-Media-Aktivitäten setzten, werden offenbar grundlegend erreicht – trotzdem zeigen die Ergebnisse der Bitkom-Studie, dass vielerorts noch Luft nach oben ist: Nur 22 Prozent der teilnehmenden Betriebe sagen, dass sie die Mehrheit ihrer Ziele verfehlt haben; allerdings sagen auch nur 29 Prozent, den Großteil ihre Ziele erreicht zu haben. Beinahe jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) gibt hingegen an, das angestrebte Ziel lediglich zur Hälfte erreicht zu haben.

Kaum Social-Media-Schulungen

Einen möglichen Ansatzpunkt für Unternehmen, um mit ihren Social-Media-Vorhaben erfolgreicher zu werden, zeigt die Bitkom-Studie ebenfalls. Denn Weiterbildung zum Thema Social-Media gibt es offenbar in den wenigsten Unternehmen: Nur jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) bildet seine Mitarbeiter laut der Studie extern weiter, 15 Prozent bieten interne Fortbildungen an. Knapp zwei Drittel der Unternehmen (62 Prozent) haben im Bereich der sozialen Medien hingegen keinerlei Schulungsangebote für die Mitarbeiter. 

Regeln für den Umgang mit sozialen Medien? Nicht überall!

Auch eigene Social-Media-Richtlinien gibt es laut der Studie des Digitalverbands nur in einer Minderheit der Unternehmen: 37 Prozent der befragten Firmen haben Regeln für die berufliche Nutzung aufgestellt und 18 Prozent haben Richtlinien für das private surfen im Social Web. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Unternehmen hat jedoch keine ausformulierten Social-Media-Bestimmungen und lässt ihren Mitarbeitern damit freie Hand.

Vorbilder dafür, wie Unternehmensvertreter erfolgreich im Social Web agieren können, gibt es übrigens auch in HR schon – zum Beispiel die Siemens-Personalchefin Janina Kugel, den Thyssenkrupp-Personalvorstand Oliver Burkhard und den SAP-CHRO Stefan Ries. Wie sich diese drei Dax-Personalvorstände in den sozialen Medien bewegen, können Sie hier nachlesen.

Schlagworte zum Thema:  Social Media, Digitalisierung, Personalmarketing, Employer Branding

Aktuell
Meistgelesen