Nachholbedarf bei der Ausstattung von Büroarbeitsplätzen
Immer mehr Menschen arbeiten im Büro, die Zahl der Büroarbeitsplätze steigt. Demgegenüber lässt die Qualität der Ausstattung - ein wichtiger Faktor bei der Arbeitgeberattraktivität - oft zu wünschen übrig. Das zeigt eine aktuelle Studie des Industrieverbands Büro und Arbeitswelt (IBA), der in regelmäßigen Abständen untersucht, welche Anforderungen Arbeitnehmer an die Ausstattung ihrer Arbeitsplätze haben und was Arbeitgeber tun können, um durch Raumgestaltung und Büroausstattung im "War for Talent" zu punkten.
Schneller Zuwachs bei Büroarbeitsplätzen
Die Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen Forsa hat 2019 die Daten zur Studie erhoben. Wie die Ergebnisse zeigen, arbeiten 71 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland zumindest zeitweise an Schreibtisch und Computer. Das sind rund 20 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Laut IBA werde der rasche Zuwachs an Arbeitsplätzen im Bürobereich aber mit schlechteren Standards erkauft. Darunter leide die gesamte Arbeitgeberattraktivität. "Schnell Abhilfe zu schaffen, ist nicht nur ein Erfolgsfaktor bei Personalgewinnung und -bindung, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für effizientes Arbeiten", sagt Hendrik Hund, Vorsitzender des IBA. Fast 70 Prozent der Erwerbstätigen gaben an, dass für sie bei einem Wechsel der Arbeitsstelle die künftige Arbeitsumgebung eine Rolle spielt.
Mitarbeiter wünschen sich Kommunikationszonen
Zwei Drittel der Befragten führen an, sich wohler zu fühlen und effizienter arbeiten zu können, wenn Besprechungsräume und weitere Bereiche, in denen sie mit Arbeitskollegen in Austausch kommen, in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen und diese ansprechend gestaltet sind. Momentan ist jedoch jeder dritte Beschäftigte mit dem Angebot am eigenen Arbeitsplatz unzufrieden. Dabei gilt: Je größer das Unternehmen, desto mehr Wert legen die Beschäftigten auf Bereiche, in denen sie sich mit den Kollegen besprechen können.
Flächenverdichtung in den Büros
Für den Austausch im Kollegenkreis werden neben Teeküchen und Kaffeebars vor allem Sitzecken mit Sofas und Sesseln sowie Kommunikationszonen mit Stehtischen vermisst. Jeder fünfte Arbeitnehmer hat keinen Zugang zu Räumlichkeiten, in denen er sich mit anderen informell austauschen kann. Am eigenen Schreibtisch kann sich aus Platzgründen nur ein Viertel der Befragten mit Kollegen und Gästen besprechen. Diese Entwicklung führt der IBA hauptsächlich auf die zunehmende Flächenverdichtung in den Büros zurück.
Wunsch nach ergonomischer Ausstattung
Neben den Kommunikationsräumen ist den Beschäftigten vor allem die Ergonomie der Ausstattung wichtig. 39 Prozent der Befragten erwarten, dass ihr Arbeitgeber durch die passende Möblierung Gesundheitsschäden vorbeugt wie beispielsweise Rückenbeschwerden. Als einen Indikator wählten die Studienautoren einen verstellbaren Sitz-Steh-Arbeitstisch. Durch zeitweises Stehen wird die Wirbelsäule entlastet. Nur jeder dritte Arbeitnehmer profitiert derzeit bereits davon. Sieben von zehn Befragten haben dagegen noch einen klassischen Schreibtisch.
Büroarbeitsplatz: Sharing-Konzepte liegen weiter im Trend
Nach Berechnungen des IBA arbeiten rund 32 Millionen Menschen in Deutschland im Büro. Demgegenüber stehen lediglich 26 Millionen Schreibtische. Die Differenz liegt in Sharing-Konzepten begründet: 16 Prozent der Angestellten aus klassischen Büroberufen arbeiten derzeit entweder im Desksharing oder nonterritorial. Die Mitarbeiter verrichten ihre Arbeit bei dieser Arbeitsform ganz oder teilweise außerhalb der Gebäude des Arbeitgebers und arbeiten größtenteils im Homeoffice, in Besprechungsräumen, beim Kunden oder Lieferanten.
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