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Aus Angst vor dem Kündigungsgespräch schicken viele Unternehmen nur eine schriftliche Kündigung per Post. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Eine aktuelle Studie zur Kündigungspraxis in Deutschland hat gezeigt, dass in 84 Prozent aller Fälle gar kein Kündigungsgespräch geführt wird. Doch auch, wenn es unangenehm ist, sollten Sie sich nicht davor drücken.

Bei einem Kündigungsgespräch ist die Situation gespannt. Als Vorgesetzter ist es Ihre Aufgabe, die Situation nicht noch schlimmer zu machen. Hier finden Sie einige Tipps, die Sie beim Trennungsgespräch beachten sollten.

Sie überfordern sich, wenn Sie Konsens anstreben und beiderseitige Zufriedenheit erreichen möchten. Eine Kündigung ist für den Betroffenen nichts Gutes. Eine Lösung des Problems ist zunächst nicht in Sicht. Und Sie haben die Aufgabe, die Hiobsbotschaft zu überbringen. Im Kündigungsgespräch geht es um Schadens­begrenzung.

Auf Gefühle des Mitarbeiters Rücksicht nehmen

Kündigung bedeutet für Ihren Mitarbeiter eine akute Krisensituation. Nehmen Sie während des Gesprächs Rücksicht auf die Gefühle Ihres Mitarbeiters. Es kann sein, dass er nach dem ersten Schock „Dampf ablassen” möchte. Geben Sie ihm das Recht dazu. Als Vorgesetzter sollten Sie versuchen, diese Emotionen aufzufangen.

Der gesellschaftliche Druck ist enorm beim Thema Arbeitslosigkeit. Zwar kennt jeder in seinem Freundes- und Bekanntenkreis arbeitslose Menschen. Wenn es einen jedoch persönlich trifft, ist das Entsetzen groß. Viele Menschen definieren sich anhand ihrer Tätigkeit. Fällt plötzlich der Arbeitsplatz weg, kann dies zu einer regelrechten Identitätskrise führen.

Nur Zusagen machen, die Sie halten können

Machen Sie nur solche Zusagen, die das Unternehmen hundertprozentig halten kann. Als Führungskraft des Unternehmens sind Sie mitverantwortlich für die Entscheidung und für die Situation, nehmen Sie diese Verantwortung an.

Auch das Image Ihres Unternehmens steht auf dem Spiel

Wie in einem Unternehmen mit Kündigungen umgegangen wird, beobachten die Mitarbeiter sehr genau. In Pausengesprächen wird über das Kündigungsvorgehen gesprochen. Ihre Mitarbeiter nehmen genau wahr, ob eine Kündigung wertschätzend ausgesprochen wird oder ob die Kündigung unmenschlich und unprofessionell durchgezogen wird. Denken Sie daran: Sie tragen bei Trennungsgesprächen nicht nur Verantwortung für das Wohl Ihres Mitarbeiters, auch das Image und der Ruf des Unternehmens steht bei Kündigungen auf dem Spiel.

Dies ist ein Auszug aus dem Buch „Schwierige Mitarbeitergespräche“ von Franz Hölzl und Nadja Raslan. Hier können Sie das Buch im Haufe-Shop bestellen.

Schlagworte zum Thema:  Mitarbeitergespräch, Kündigung, Kündigungsschreiben

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