Chancen für Berufserfahrene ohne Abschluss
Das „ValiKom“ genannte Verfahren steht für „Abschlussbezogene Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen“. Mit ihm können die vielfältigen Berufs- und Lernerfahrungen von Menschen ohne Abschluss bewertbar gemacht werden. Am Ende steht ein Validierungszertifikat, das den Berufserfahrenen ohne Berufsabschluss und häufig ohne Zeugnisse auf dem Arbeitsmarkt weiterhilft. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) haben rund zwei Millionen Menschen in Deutschland zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss.
Arbeitgeber erhält verlässliche Angaben über berufliche Kompetenzen des Bewerbers
„Für Arbeitgeber ist es oft schwierig, die Fähigkeiten eines Bewerbers einzuschätzen, wenn er keine Zeugnisse vorweisen kann“, sagt Dr. Martin Frädrich, Geschäftsführer Berufsbildung der IHK Region Stuttgart. Weder bisherige Ansätze, informelles Lernen zu bewerten, noch die Vielzahl an Zertifikaten und Kompetenzpässen hätten dies erleichtert. Das solle ValiKom nun ändern. „Von dem Projekt profitieren unsere Mitgliedsunternehmen: Sie bekommen verlässlichere Angaben, was ein Bewerber ohne Abschluss kann und welche Nachqualifizierungen notwendig sind“, so Dr. Frädrich weiter.
Dreijährige Projektlaufzeit
Das Projekt wird sich an bestehenden Berufen und den Instrumenten des Anerkennungsgesetzes für ausländische Abschlüsse orientieren. Zur Bewertung der Kompetenzen seien beispielsweise Arbeitsproben, Rollenspiele oder Fachgespräche denkbar.
Während der dreijährigen Projektlaufzeit, die im November 2015 startete, wird das Verfahren in Zusammenarbeit mit 160 Teilnehmern erprobt. ValiKom ist vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Beteiligt sind der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Deutsche Handwerkskammertag (DHKT) sowie acht deutsche Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern. Die Projektleitung liegt beim Westdeutschen Handwerkskammertag in Düsseldorf.
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