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Für eine gute Betriebsrente sind Arbeitnehmer wie Arbeitgeber in KMU grundsätzlich zu hohen Investitionen bereit, das zeigt eine Umfrage von Aon Hewitt. Abgeschlossen wird die bAV dort trotzdem nicht – schuld sind Informationsdefizite.  

Wie viel ist den Deutschen eine Betriebsrente wert? Dieser Frage ist das Beratungsunternehmen Aon Hewitt mit einer repräsentativen Umfrage auf den Grund gegangen. Das Ergebnis: Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind in ihrer großen Mehrheit bereit, auf Konsum oder Gewinne zu verzichten, um in die Altersversorgung zu investieren. Ausgewertet wurden die Antworten von 1.000 Mitarbeitern und 500 Managern kleiner und mittlerer Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern.

500 Euro pro Jahr für die Betriebsrente

Erstaunlich einig sind sich beide Gruppen bei der Höhe des Betrages. Knapp die Hälfte der Arbeitnehmer würde 500 Euro pro Jahr in die Absicherung stecken. Gut 40 Prozent der Arbeitgeber würden die gleiche Summe zuschießen. Damit stünden dann rund 1.000 Euro pro Jahr für den Aufbau einer Betriebsrente zur Verfügung. So lässt sich bereits eine merkbare Aufstockung der gesetzlichen Rente erzielen.

Zuwenig Information hemmt die bAV im Mittelstand

Warum die grundsätzliche Bereitschaft aber nicht zu Taten führt, zeigt eine vorangegangene Befragung von Aon Hewitt derselben Zielgruppe: Mangelnde Information verhindert offensichtlich, dass das Potenzial der Betriebsrenten ausgeschöpft wird.
So hatten zum Befragungszeitpunkt (Dezember 2017) rund zwei Drittel der Arbeitnehmer noch nichts vom Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) gehört, das Anfang 2018 in Kraft getreten ist. Dabei fallen die Unterschiede zwischen kleineren Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten (69,9 Prozent) und Großbetrieben (65,7 Prozent) kaum ins Gewicht.

Lediglich die Mitarbeiter bei Banken, Versicherungen und anderen Finanzdienstleistern seien- so die Studienautoren - von Berufs wegen besser informiert. Aber auch in dieser Branche haben 40 Prozent der Mitarbeiter noch nichts vom Betriebsrentenstärkungsgesetz gehört.

Jeder Zweite kennt sein Recht auf Entgeltumwandlung nicht

Unabhängig vom neuen BRSG gibt es bei Arbeitnehmern vor allem in kleineren Unternehmen extrem große Wissenslücken, was die betriebliche Altersversorgung betrifft. Rund die Hälfte der Mitarbeiter in Betrieben mit bis zu 250 Mitarbeitern (48,9 Prozent) weiß nichts davon, dass für sie bereits seit langem ein Anspruch auf betriebliche Altersversorgung über Entgeltumwandlung besteht.

Auch bei vielen Arbeitgebern in kleineren Unternehmen herrscht hier Unkenntnis. Fast ein Drittel (29,2 Prozent) der Manager weiß nicht, dass sie ihren Mitarbeitern eine Entgeltumwandlung anbieten müssen.

 „Der Wille, in die Alterssicherung zu investieren, ist auf breiter Front da. Jetzt kommt es darauf an, durch Information und Motivation der betrieblichen Altersversorgung auch bei kleinen und mittleren Betrieben zum Durchbruch zu verhelfen,” stellt Fred Marchlewski, Geschäftsführer von Aon Hewitt, fest.

 

 

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