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Sprachtrainer-Apps auf dem Prüfstand

Stiftung Warentest hat Sprachtrainer-Apps untersucht und stellt fest: Trotz guter Angebote kann das Smartphone den klassischen Sprachkurs nicht ersetzen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Vielerorts fehlt es an staatlich finanzierten Deutschkursen für Flüchtlinge. Digitale Lernangebote gibt es hingegen viele. Die Stiftung Warentest hat nun zwölf Sprachtrainer-Apps geprüft, mit denen Erwachsene und Kinder aus dem arabischen Raum Deutsch lernen können. 

Um sich in einem fremden Kulturraum zurechtfinden zu können, ist es zentral, die jeweilige Landessprache zu beherrschen. Dies ist der erste Schritt zum gegenseitigen Verständnis. Doch nicht nur für das Miteinander ist die Sprachkenntnis enorm wichtig, ebenso für Integration und den Erfolg auf dem Arbeitsmarkt. Sprachkurse sind jedoch teuer – und die staatlich finanzierten Angebote oft rar. Da viele Flüchtlinge, die in Deutschland Asyls beantragen, jedoch über ein Smartphone verfügen, hat sich die Stiftung Warentest digitale Sprachtrainer zum Deutschlernen angesehen.

Digitale Lernangebote für jedes Alter

Untersucht haben die Tester insgesamt zwölf Sprachtrainer-Apps. Davon Neun Produkte für Erwachsene und drei für Kinder. Bei den untersuchten Sprachtrainern unterscheidet die Stiftung Warentest zwischen vier verschiedenen Kategorien, denen sich die jeweiligen Apps zurechnen lassen: fünf Vokabeltrainer, vier Lernprogramme, zwei Lernspiele und ein Video-Tutorial.    

Zwei empfehlenswerte Sprachtrainer-Apps für Erwachsene

Ohne Einschränkungen empfehlenswert bewertet die Stiftung Warentest lediglich zwei Apps für Erwachsene: das Lernprogramm "Ankommen" vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie das Lernspiel "Lern Deutsch – Stadt der Wörter" vom Goethe-Institut. An der App "Ankommen" heben die Produkttester insbesondere den Zuschnitt auf die Zielgruppe der Flüchtlinge hervor. Das Lernspiel "Lern Deutsch – Stadt der Wörter" lobte Stiftung Warentest vor allem wegen der Einfachheit, mit der die App spielerisch in die Sprache einführen würde. Beide Apps würden allerdings den Wortschatz aufbauen und die Sprachfertigkeiten Hören, Lesen und Schreiben trainieren. Beide Sprachtrainer böten überdies einige Grammatikübungen.

Bei weitern drei Apps für Erwachsene gaben die Produkttester an, die Angebote seien durchaus brauchbar. Da sie aber nicht vollständig überzeugten, seien sie nur eingeschränkt empfehlenswert.

Verbesserungsbedarf bei den Angeboten für Kinder

Die geprüften Apps für Kinder konnten die Experten der Stiftung Warentest nicht vollends überzeugen: Zwei der drei Angebote seien aber noch eingeschränkt empfehlenswert. So etwa das Lernspiel "Deutsch für Kinder" von "Always Icecream and Clever Dragons" sowie der Vokabeltrainer "Phase6 Hallo Deutsch Kinder" von "Phase-6". Beide Lernangebote seien zwar kindergerecht, die Übungen seien jedoch zu wenig abwechslungsreich, begründeten die Produkttester ihr Urteil.

Apps können Sprachunterricht nicht ersetzten

Das Fazit der Stiftung Warentest fällt insgesamt recht eindeutig aus: Einige der Sprachtrainer-Apps am Markt seien zwar qualitativ hochwertig und daher durchaus empfehlenswert, jedoch betonen die Produkttester ebenfalls, dass die digitalen Lernangebote den Deutschkurs nicht ersetzen könnten. Für viele Flüchtlinge seien die Apps dennoch nicht nur zur Überbrückung der Wartezeit nützlich, sondern ebenfalls als ergänzendes Angebot zu klassischen Sprachkursen. 

Haufe Online Redaktion

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