Welchen Wert Führungskräfte auf Werte legen
"Unsere jüngste Befragung zeigt erneut, dass aktuelle Themen wie die Euro-Diskussion die Wertedebatte und das individuelle Werteverständnis der Führungskräfte beeinflussen. Zugleich wird aber auch in beeindruckender Weise deutlich, dass jenseits dessen die grundsätzliche Einsicht, dass Werte den Unternehmenserfolg fördern, inzwischen unter den Führungskräften in Deutschland weitestgehend unstrittig ist", so Kai Hattendorf, Vorstandsmitglied der Wertekommission und Autor der Studie. Mit 85 Prozent antwortete die überwältigende Mehrheit der Befragten in diesem Sinne. Für die Studie hat die "Wertekommission – Initiative Werte Bewusste Führung e.V." zusammen mit dem Reinhard-Mohn-Institut für Unternehmensführung und Corporate Governance der Universität Witten/Herdecke zum Jahreswechsel 2012/2013 mehr als 200 Führungskräfte aller Altersgruppen und Unternehmensgrößen aus Deutschland befragt.
Jedoch werden Werte in unterschiedlichen Bereichen als unterschiedlich erfolgsfördernd eingestuft. 71 Prozent der Führungskräfte etwa schätzen die Wirkung bei der Mitarbeiterbindung als sehr hoch ein. Die Wirkung auf die Unternehmenskultur wird speziell von jüngeren Führungskräften als sehr hoch eingestuft (86 Prozent); in älteren Altersgruppen fällt diese Bewertung um mehr als 25 Prozentpunkte ab. Auch für die allgemeine Reputationspflege gelten Werte weithin als dienlich: Über 85 Prozent schätzen die Wirkung als hoch bis sehr hoch ein.
Frauen erachten die Werte durchgehend als wichtiger für das Unternehmen
Auffällig sind in diesem Zusammenhang deutliche Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Führungskräften: Für die Mitarbeiterbindung wird die Bedeutung von Werteorientierungen von Frauen höher eingeschätzt als von ihren männlichen Kollegen (Anteil "sehr hoch": Frauen 79 Prozent, Männer 69 Prozent). Frauen erachten die Wirkung von Werten auf die Unternehmenskultur zu nahezu 74 Prozent als sehr hoch, bei Männern liegt dieser Anteil hingegen nur bei 54 Prozent. Die Wirkung von Werten in Bezug auf die Reputationspflege wird von 55 Prozent der befragten Frauen als sehr hoch eingeschätzt, bei Männern sind dies hingegen nur 43 Prozent.
Vertrauen spielt inzwischen eine größere Rolle als Verantwortung
Was das persönliche Werteverständnis betrifft, so bezeichnen über Geschlechtergrenzen und Altersgruppen hinweg gut 78 Prozent der befragten Führungskräfte Vertrauen als einen Wert mit sehr hoher persönlicher Bedeutung, nahezu gleichauf folgt mit 76 Prozent der Nennungen der Wert "Integrität". Mit etwas Abstand folgt der Begriff "Verantwortung" (65 Prozent) auf Platz 3. Die weiteren Nennungen: Respekt (58 Prozent) sowie Mut und Nachhaltigkeit (je 31 Prozent).
Bei der ersten Führungskräftebefragung der Wertekommission belegte noch Verantwortung den Spitzenplatz, mit deutlichem Vorsprung vor Vertrauen und Respekt. Die zentrale Bedeutung des Wertes "Vertrauen" besteht seit der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09. Im Zuge der Krisenbewältigung ist zudem das Bewusstsein gewachsen, dass die eigene Verantwortung als Führungskraft an systemische Grenzen stößt. Gleichzeitig erfolgte eine Besinnung auf die Bedeutung der persönlichen Integrität – der Wert legt seit Beginn der Befragungen stetig zu. Allen öffentlichen Debatten zum Trotz bleibt der Wertebegriff "Nachhaltigkeit" seit Jahren im Vergleich zu den übrigen Kategorien von geringerer Bedeutung für Führungskräfte.
Ehrlichkeit ist nur für jeden zweiten Befragten von Bedeutung
In einem weiteren Teil der Untersuchung wurde gefragt, welche individuellen Einstellungen in Bezug auf das Handeln im Arbeitsalltag für den Erfolg von Unternehmen zentral sind. Über 77 Prozent der Befragten halten glaubwürdiges Handeln für unerlässlich, um langfristig erfolgreich zu wirtschaften. Zuverlässigkeit liegt mit einem Anteil von 66 Prozent für die Einstufung "sehr hoch" auf Platz zwei der Rangliste. Mit großem Abstand an dritter Stelle folgt Ehrlichkeit: Sie wird nur von 49 Prozent der Befragten als sehr relevant eingestuft, mehr als 13 Prozent halten ehrliches Handeln für den langfristigen Unternehmenserfolg gar für unwichtig.
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