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An welche Werte Manager glauben wollen

Eine Studie zeigt, welche Werte Managern wichtig sind – Mut gehört offenbar nicht dazu.
Bild: Haufe Online Redaktion

Innovation und HR-Orientierung: Das sind laut einer Studie Wertdimensionen, die Führungskräften im Unternehmen wichtig sind. Die Realität im Unternehmen sieht nach Einschätzung der Befragten allerdings anders aus.

Welche Werte haben Führungskräfte? Das ist das Thema einer Führungskräftebefragung der Wertekommission "Initiative Werte Bewusste Führung e. V." und des Reinhard-Mohn-Instituts für Unternehmensführung und Corporate Governance der Universität Witten/Herdecke (RMI). Die Studienautoren wollten von rund 350 Führungskräften wissen, welche Wertedimensionen Manager im Unternehmen als wichtig erachten, wie diese im Unternehmen gelebt werden und welche Kernwerte auf der Führungsetage am beliebtesten sind. Sie haben die Umfrage zum sechsten Mal durchgeführt.

Bei den Wertedimensionen im Unternehmen spielt nach Einschätzung der Befragten das Streben nach Innovation die größte Rolle: Insgesamt über 90 Prozent erachten dies als wichtig oder sehr wichtig. Einen fast ebenso hohen Stellenwert messen die Befragten der HR-Orientierung zu, die die Autoren als Wertschätzung und persönliche Entwicklung von Mitarbeitern und Führungskräften definieren.

Ebenfalls als wichtig oder sehr wichtig bewerten gut zwei Drittel (67 Prozent) der Führungskräfte die Leistungsorientierung. Etwas weniger Befragte (64 Prozent) geben dies für die interne Stabilität im Unternehmen an.

Wertvorstellungen der Führungskräfte versus Realität im Unternehmen

Die befragten Manager wurden anschließend gefragt, wie diese Wertedimensionen in Unternehmen gelebt werden. Die Ergebnisse zeigen eine Diskrepanz zwischen den Wertvorstellungen der Führungskräfte und dem, was sie für die Realität im Unternehmen halten: Dass Unternehmen der HR-Orientierung einen hohen Wert beimessen, glaubt nur jeder Zweite – und nur wenig mehr geben an, dass es ihrem Arbeitgeber wichtig sei, nach Innovationen zu streben.

Die Studienautoren sehen diese Diskrepanz kritisch, denn ihrer Meinung nach erhöhe eine möglichst große Übereinstimmung zwischen persönlichen Werten der Führungskräfte und den Unternehmenswerten die intrinsische Motivation und fördere das eigenverantwortliche Handeln. "Unternehmen sind daher gut beraten, gerade den weit verbreiteten Wunsch nach Wertschätzung, persönlicher Entwicklung und möglichst großen Entscheidungsspielräumen durch eine entsprechende Unternehmenskultur zu unterstützen", kommentiert Professor Ludger Heidbrink, Gastprofessor am RMI und Vorstandsmitglied der Wertekommission, die Ergebnisse.

Integrität gewinnt immer mehr an Bedeutung

Neben den Wertedimensionen der Führungskräfte und deren Einschätzung der Situation im Unternehmen erfragten die Studienautoren auch, wie wichtig den Managern bestimmte Kernwerte sind. Die Wertekommission hatte zu Beginn ihrer Arbeit sechs dieser Werte identifiziert: Vertrauen, Verantwortung, Integrität, Respekt, Mut und Nachhaltigkeit.

Als wichtigsten Wert nannten dieses Jahr 41 Prozent der Befragten Integrität. Der Vergleich mit den früheren Führungskräftebefragungen der Wertekommission zeigt, dass dieser Wert über die vergangenen Jahre immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Vertrauen, den wichtigsten Wert aus dem Jahr 2013, finden dieses Jahr noch 28 Prozent der Befragten am wichtigsten; Verantwortung spielt im Wertegerüst jedes fünften Managers die Hauptrolle.

Die wenigsten halten Mut und Nachhaltigkeit für wichtig

Weit abgeschlagen auf den hinteren Rängen finden sich die Werte Respekt, Nachhaltigkeit und Mut. Während sich immerhin noch sieben Prozent der Manager für Respekt aussprachen, sagten je weniger als drei  Prozent der Befragten, dass für sie Nachhaltigkeit oder Mut der wichtigste Wert sei.

Haufe Online Redaktion

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