Forte Foundation: Frauenanteil beim Vollzeit-MBA Infografik

Die Zahl der MBA-Bewerbungen stieg 2020 sprunghaft an, während der Anteil der Einschreibungen von Frauen insgesamt konstant blieb. Das ergab eine Untersuchung der Forté Foundation, einer Non-Profit-Organisation, die sich auf Geschlechterparität in der Wirtschaft und an Business Schools konzentriert.

Im Herbst 2020 blieb der Frauenanteil an den 52 Forté-Mitgliedsschulen, die laut eigenen Angaben die Top-MBA-Programme in den USA, Europa und Kanada repräsentieren, trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds auf dem Niveau des Vorjahres.

Frauenanteil beim MBA: kein Ansturm, aber auch kein Rückgang

Weiterhin liegt der durchschnittliche Anteil von Frauen an US-Schulen bei 39 Prozent und in den restlichen Ländern bei 36 Prozent. Der Frauenanteil in Vollzeit-MBA-Programmen ist an den Mitgliedsschulen in den vergangenen sieben Jahren im Durchschnitt stetig gestiegen – von etwa 33 Prozent im Herbst 2013 auf fast 39 Prozent in 2020.

Click to tweet

Die aktuelle Entwicklung bewertet die Fórte Foundation angesichts der Pandemie-Situation durchaus positiv. "Die gute Nachricht ist, dass trotz der Herausforderungen, mit denen Frauen konfrontiert sind, wie zum Beispiel eine größere Betroffenheit von Arbeitsplatzverlusten, ihre Einschreibungen an Business Schools insgesamt nicht zurückgegangen sind", so Elissa Sangster, CEO von Forté. Aber der Anstieg der Bewerbungen, der typischerweise während einer Rezession auftrete, habe nicht zu einem entsprechenden Ansturm von Frauen auf die Business Schools geführt.

Immer mehr MBA-Schulen mit mehr als 40 Prozent Frauen

22 Business Schools – eine historische Rekordzahl – erreichten laut Forté bei den Einschreibungen einen Frauenanteil von 40 Prozent oder mehr. Dies ist ein deutlicher Anstieg: 2019 waren es 19 Schulen, vor fünf Jahren zwölf und vor zehn Jahren nur eine. Eine weitere Rekordzahl: Acht Schulen meldeten einen Frauenanteil von 45 Prozent oder mehr, darunter auch eine Schule aus Europa (Saïd Business School der Oxford Universität in Großbritannien). Zum Vergleich: 2019 waren es drei Schulen und vor fünf Jahren noch keine einzige. Mehr als die Hälfte der Forté-Mitgliedsschulen (27 von 52) meldeten 2020 einen Anstieg ihres Frauenanteils, im Vergleich zu 23 Schulen in 2019.

Die weniger gute Nachricht: Fünf Business Schools blieben bezüglich ihres Frauenanteils auf Vorjahresniveau und 20 Schulen verzeichneten sogar Rückgänge.

MBA-Studium: Pandemie verstärkt Hindernisse für Frauen

"Frauen sind tendenziell risikoscheuer als Männer. Die finanzielle Verpflichtung, einen MBA zu absolvieren, kann für sie eine größere Herausforderung sein, da sie in der Regel weniger verdienen als Männer", sagt Sangster. Einige dieser Hindernisse hätten sich durch die Pandemie noch verschlimmert. Zwar hätten viele Frauen ihr MBA-Studium fortgesetzt, weil sie fürchteten, dass das Bewerbungsvolumen im nächsten Jahr ansteigen oder ihr Stipendium wegfallen könnte, wenn sie es aufschieben. Jobsicherheit und sinkendes Einkommen sei zudem eine Motivation, sich einzuschreiben. Aber viele Frauen hätten abgewartet, obwohl einige Schulen aktuell auf den Zulassungstest GMAT verzichteten.

"Wir müssen uns also noch stärker auf die Einschreibung von Frauen konzentrieren, um sicherzustellen, dass wir nicht zurückfallen. Das könnte sich negativ auf die Geschlechtergerechtigkeit in MBA-Programmen und in der Wirtschaft insgesamt auswirken", betont Sangster.


Das könnte Sie auch interessieren:

China hat den größten Anteil an MBA-Studentinnen

ESMT Berlin und Volkswagen: Neuer Stiftungslehrstuhl für Diversity in Berlin

Erfahrungsbericht: Wenn sich der Mut für ein MBA-Studium auszahlt

Was ist ein MBA? Die vielen Formate des Management-Studiums

Schlagworte zum Thema:  MBA, Weiterbildung, Studium, Diversity, Gleichstellung