Gerade in Unternehmen mit hoch engagierten Mitarbeitern herrscht offenbar eine produktive Fehlerkultur vor. Bild: Haufe Online Redaktion

Nur die Hälfte der deutschen Unternehmen nutzt Fehler als Lernerfahrungen. So lautet eine Einsicht aus dem aktuellen "Führungsbarometer" des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Wovon eine produktive Fehlerkultur abhängt und wieso Führungskräfte die Schlüsselfiguren sind, zeigt die Studie ebenfalls.

Das Engagement von Führungskräften und Mitarbeitern hängt laut der Forsa-Studie unmittelbar mit der Innovations- und Fehlerkultur in einem Unternehmen zusammen. So gaben von den Unternehmen mit "niedrigem" Engagement nur zehn Prozent an, über eine Innovations- und Fehlerkultur zu verfügen – bei Unternehmen mit "hohem" Engagement sei dies bei 91 Prozent der Fall.

Ähnlich groß sei der Unterschied beim Umgang von Führungskräften mit Fehlern von Mitarbeitern: 77 Prozent der Unternehmen mit hohem Engagement nutzten Fehler als Quelle für Verbesserungen, bei den niedrig Engagierten sagten dies nur 21 Prozent über sich selbst.

Motivierte Mitarbeiter werden vom Chef gecoacht

"Die Zahlen verdeutlichen, wie wirtschaftlich bedeutend eine motivierte Belegschaft ist", sagt Stephan Penning, Gründer von Penning Consulting und Auftraggeber der Studie. Als Schlüsselfiguren hat die Studie Manager der mittleren Ebene identifiziert. Während sich in Unternehmen mit hohem Engagement alle (100 Prozent!) Führungskräfte als Coach ihrer Mitarbeiter verstünden, seien dies in denen mit weniger Engagement nur 34 Prozent (Durchschnitt: 54 Prozent). 95 Prozent der Führungskräfte geben demnach in Unternehmen mit hohem Engagement regelmäßiges Feedback – in denen mit niedrigem Engagement nur jeder Fünfte (21 Prozent). Ebenso räumten 95 Prozent mit hohem Engagement ihren Mitarbeitern die notwendigen Entscheidungskompetenzen ein. Bei niedrigem Engagement seien dies nur 52 Prozent.

Engagement als Kulturfaktor

In der Studie abgefragt wurden insgesamt elf Kulturfaktoren, die sich bei Unternehmen mit hohem Engagement grundsätzlich ausgeprägter zeigten als bei Unternehmen mit einem niedrigen Engagement. Als schwächster Kulturwert zeigte sich demnach eine Ausrichtung des Unternehmens auf eine permanente Leistungsorientierung. Im Durchschnitt hätten dies nur 38 Prozent der Unternehmen als Bestandteil ihrer Unternehmenskultur identifiziert. Auch bei denen mit hohem Engagement erkenne eine permanente Leistungsorientierung nur zwei Drittel der befragten Unternehmen (64 Prozent).

 

Hintergrund:

Für die Studie befragten die Meinungsforscher von Forsa 90 HR-Chefs, jeweils zu einem Drittel in Unternehmen zwischen 400 und 500 Mitarbeitern, zwischen 501 und 1.000 Mitarbeitern und mit mehr als 1.001 Mitarbeitern. 

Schlagworte zum Thema:  Führung, Mitarbeiterführung, Innovationsmanagement

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