Ausbildung soll wieder attraktiver werden
Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) will die Berufsausbildung umkrempeln und unter anderem, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, eine Mindest-Ausbildungsvergütung einführen. Auszubildende sollen ihrer Ansicht nach künftig überall in Deutschland und in allen Berufen im ersten Lehrjahr mindestens 504 Euro im Monat verdienen. Bei SPD, Linken und dem Deutschen Gewerkschaftsbund stieß der Vorstoß auf Kritik: Die Mindestvergütung sei nicht angemessen und zu niedrig.
Ausbildung: Geschütze Namen für Fortbildungsstufen
Außerdem schlug Karliczek vor, den drei geplanten Fortbildungsstufen geschützte Namen zu geben, nämlich „Berufsspezialistin, Berufsbachelor und Berufsmaster“. Damit werde der „Berufsbezug“ deutlich, gleichzeitig unterstrichen die Namen „Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung“.
2 Millionen Euro für bessere berufliche Bildung
Mit einem bundesweiten Ideenwettbewerb sollen zudem neue Konzepte für eine bessere berufliche Bildung entwickelt werden. Der Haushaltsausschuss des Bundestags nahm nach Angaben der Unionsfraktion zwei Millionen Euro für den Start des Programms in den Etat für 2019 auf. Die Fraktion hatte den Wettbewerb angestoßen. „Wir wollen zeigen, wie moderne Fachkräfteausbildung gelingen kann, wenn Jobcenter, Berufsschulen und Unternehmen mit Forschungseinrichtungen, Hochschulen und auch internationalen Partnern zielgerichtet zusammenarbeiten und attraktive Bildungsangebote entwickeln, die auch den Umgang mit neuen Technologien beinhalten“, sagte der bildungspolitische Sprecher Albert Rupprecht der Deutschen Presse-Agentur.
Attraktivere Ausbildungsangebote
Bei dem Wettbewerb soll es darum gehen, den Einstieg in eine Ausbildung zu erleichtern sowie Angebote zu schaffen, die einer Hochschulausbildung gleichwertig sind und auf dem Arbeitsmarkt besser akzeptiert werden. Später sollen 15 regionale Kooperationen über vier Jahre mit zusammen rund 150 Millionen Euro gefördert werden.
Nur ein neuer Ausbildungsberuf in fünf Jahren
In Deutschland ist trotz neuer Anforderungen durch die wachsende Digitalisierung in den vergangenen fünf Jahren nur ein neuer Ausbildungsberuf entstanden. 2018 sei der Beruf des Kaufmanns im E-Commerce geschaffen worden, geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. In 72 Berufen wurden die Ausbildungsordnungen demnach modernisiert. Zwölf weitere duale Berufe seien in der „Erarbeitungsphase“.
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