31.03.2017 | Digitalisierung

Medienkompetenz in der Ausbildung

Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat eine neue Definition zur Medienkompetenz in der Ausbildung erarbeitet.
Bild: BIBB/ES

Die Digitalisierung verändert die Ausbildungsprofile. Diesem Wandel ist das Bundesinstitut für Berufsbildung in einer Studie nachgegangen. Im Ergebnis haben die Forscher eine neue Definition zur Medienkompetenz entwickelt, die bei der Ausbildung künftiger Fachkräfte helfen soll.

Die Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (Bibb) bietet eine Querschnittanalyse der Bedeutung von Medienkompetenz über Berufs- und Branchengrenzen hinaus. Für die Untersuchung haben die Bibb-Forscher sowohl die einschlägige Forschungsliteratur ausgewertet als auch Experteninterviews, Fallstudien und Befragungen durchgeführt.

Unterschiedliche Anforderungen in der Ausbildung

Im Ergebnis zeigen die Forscher zunächst, dass die Mediennutzung über verschiedene Branchen und Berufe hinweg wichtiger wird. Ein einheitliches Verständnis davon, was Medienkompetenz ist und welche Fähigkeiten die Auszubildenden künftig mitbringen sollten, gibt es laut der Studie jedoch nicht. Diese fehlende Übereinstimmung liege wiederum darin begründet, dass die Anforderungen in den verschiedenen Berufsgruppen sehr unterschiedlich seien. Statt einheitlicher Vorgaben für alle Berufe empfiehlt das Bibb daher zu prüfen, ob und welche Aspekte von Medienkompetenz in die Ausbildungsordnung aufgenommen werden sollten.

Neue Bibb-Definition zur Medienkompetenz

Hierzu haben die Forscher den Medienkompetenz-Begriff vereinheitlicht und in die Kategorien des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) eingeordnet: So sollen nun nicht mehr nur die technische Seite, sondern auch Aspekte der Zusammenarbeit, der Kommunikation, des Lernens und der Rahmenbedingungen bei der Arbeit mit Medien enthalten sein. In der Berufsausbildung gilt es laut der neuen Bibb-Definition folgende Fähigkeiten zu berücksichtigen und gezielt zu entwickeln:

  • die Fähigkeit zur zielgerichteten Mediennutzung, etwa den aufgabenbezogenen Einsatz einer Software
  • die Fähigkeit zur verantwortungsvollen Zusammenarbeit, etwa den verantwortungsvollen Einsatz von Social Media in der Kommunikation
  • die zielgerichtete Nutzung von Sprache, etwa den situationsbezogenen sprachlichen Ausdruck
  • die Fähigkeit, rechtliche, ethische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen bei der Anwendung und Produktion von Medien zu berücksichtigen
  • die Fähigkeit zum selbstständigen Lernen unter Einbezug neuer Medien

Medienkompetenz nicht überall gleichbedeutend 

Diese Kompetenzen seien in verschiedenen Abstufungen grundlegend für alle Berufsfelder und Branchen bedeutsam. In einigen Berufen, zum Beispiel in der Medienbranche, könne zur Medienkompetenz jedoch auch die Fähigkeit gehören, Innovationen aufzugreifen und voranzutreiben. Als Antwort auf die Frage, ob und welche Aspekte der Medienkompetenz berufsbezogen berücksichtigt werden sollten, hat das Bibb eine Checkliste erstellt. 


Die Checkliste sowie eine ausführliche Dokumentation der Studienergebnisse finden Sie im Bibb-Forschungsbericht "Medien anwenden und produzieren – Entwicklung von Medienkompetenz in der Berufsausbildung".

Schlagworte zum Thema:  Ausbildung, Digitalisierung

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