Bild: Haufe Online Redaktion

Wie gut kennen sich Personaler auf dem Markt für HR-Software aus? Welche HR-Software-Anbieter sind hierzulande bekannt, welche eher weniger? Dieser Frage ist der HR-Softwaremonitor 2017 von Personalmagazin und TNS Infratest nachgegangen.

Geklärt werden sollte, welche Anbieter den HR-Softwareverantwortlichen im Unternehmen völlig unbekannt sind, wer zumindest vom Namen und Auftritt her bekannt ist und mit wem Kontakt oder Geschäftsbeziehungen bestehen. Die Anbieterliste, nach denen gefragt wurde, hat das unabhängige Marktforschungsunternehmen TNS zusammengestellt.

HR-Software: Marktführern eilt der Ruhm voraus

Die Ergebnisse der Befragung (siehe auch Infografik) zeigen: Über alle Unternehmensgrößen und Positionen im Unternehmen hinweg sind die Marktführer unter den HR-Softwareunternehmen auch diejenigen, die im Bewusstsein der Softwarenutzer am besten verankert sind. Einen Bekanntheitsgrad von teilweise weit über 85 Prozent können der Marktführer SAP Success Factors, Microsoft mit Dynamics (dem Nachfolger der Microsoft Unternehmensanwendung Business Solutions) und die Datev verzeichnen. Lösungen aller drei Anbieter sind bei jeweils über einem Drittel der befragten Unternehmen eingeführt, mit jeweils über 60 Prozent der Befragten stehen die Anbieter in Kontakt. Es folgen IBM Kenexa und Oracle-Fusion/Taleo, die gut 79 Prozent der Befragten kennen, die aber weniger Unternehmen (20 beziehungsweise 17 Prozent der Befragten) als Kunden haben.

Markenpflege zahlt sich für HR-Software-Anbieter aus

Bekanntheit und Verkaufserfolg bedingen sich gegenseitig – bei den genannten fünf Anbietern zeigt sich der positive Effekt der Markenpflege. Der sogenannte Brand wird genutzt, um sich gegenüber aktuellen wie potenziellen Kunden weiter bekannt zu machen, Orientierung über die Produktinhalte zu geben und sich von anderen Anbietern abzuheben. Nicht überraschend besetzt deshalb die SAP, die große Budgets in die Markenpflege ihrer Ende 2011 von Success Factors übernommenen HCM-Software investieren, die erste Stelle des Rankings. Microsoft, Datev, IBM und Oracle, deren Umsatz in HR-Software im Vergleich zu weiteren Produkten der Konzerne geringer ist, profitieren eher vom allgemeinen Bekanntheitsgrad ihrer Marke.

Das gilt in gewisser Weise auch für die Haufe Gruppe (Betreiber dieses Portals und Herausgeber des HR-Software-Kompendiums 2017), die vornehmlich als Content- und Seminaranbieter einen hohen Bekanntheitsgrad in der Zielgruppe aufgebaut hat und erst seit ein paar Jahren HR-Software anbietet. Sie besetzt im Bekanntheitsranking unter den HR-Softwareanbietern den sechsten Platz. 

Spezialanbieter von HR-Software: Jedem zweiten Anwender bekannt

Aber auch kleine Unternehmen haben in den letzten Jahren die Managingaufgabe des Corporate Brands ausgebaut. Davon scheint insbesondere der auf Workforcemanagement-Software spezialisierte Anbieter Atoss zu profitieren. Seine gute Platzierung (68 Prozent Bekanntheitsgrad, 30 Prozent Kontakt) mag der Tatsache geschuldet sein, dass Atoss über viele Jahre gezielt in die Markenbildung investiert hat und damit trotz des spezialisierten Angebots einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht.

Die Spezialanbieter von HR-Software teilen sich die Anteile am Markt und in der Bekanntheit etwa zu gleichen Teilen: SD Worx,  Personal & Informatik (P&I), HS Hamburger Software, Gfos, Bremer Rechenzentrum, Saba Software, Talentsoft, Infor, Persis, Perbit, Lumesse, Sum Total, Veda und Rexx sind plus/minus 5 Prozent jedem zweiten Anwender bekannt und mit 15 bis 20 Prozent der Anwender im Gespräch.

Internationale Player auft der HR-Software-Markt schneiden schlecht ab

Auffällig ist das schlechte Abschneiden von internationalen Playern im Talent Management: Cornerstone On Demand, Lumesse und Workday sind nur circa 50 Prozent der Unternehmen bekannt und bei höchstens sieben Prozent in Anwendung. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass alle drei internationalen Unternehmen seit Eintritt in den deutschen Markt ihren Fokus auf direkte Kundenansprache, weniger aber auf die Markenbildung legen.

Über den HR-Softwaremonitor

Um mehr über den derzeitigen Stand im Bereich HR-Softwarelösungen und die Planung bis 2020 zu erfahren, hat das Personalmagazin in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Kantar TNS und der HR-IT-Analystin Elke Singler im April 2017 mehr als 200 Unternehmen befragt. Die Ergebnisse des HR-Software-Monitors spiegeln globale Trends und Entwicklungen wider und zeigen, dass auch in den Personalbereichen deutscher Unternehmen die Digitalisierung der HR-Aufgaben ein zentrales Thema ist.

Die Teilnehmer der Onlinebefragung, die im Panel erhoben wurde, waren Mitarbeiter der Geschäftsführung, der HR- oder der IT-Abteilung, die bei der Entscheidung über Auswahl und Kauf von Software und Services im Personal-/HR-Bereich mindestens informell betei­ligt sind. Die Befragten stammen aus Unternehmen aller Branchen, großteils Industrie und Warenproduktion  (25 Prozent), Finanzdienstleistungen und Versicherungen (15 Prozent) oder der öffentlichen Verwaltung (elf Prozent). Die IT-Branche, Unternehmensberatungen und Marktforschungsunternehmen wurden nicht befragt.

Mehr zum Thema HR-Software finden Sie auf unserer Themenseite.

Das HR-Software-Kompendium 2017 können Sie hier kostenfrei downloaden.

Schlagworte zum Thema:  HR-Software, Software-Anbieter

Aktuell
Meistgelesen