Orientierungslosigkeit, innere Widerstände und Angst stehen Change-Projekten entgegen. Ist der Nutzen nachvollziehbar und das Vertrauen da, kann Change aber sogar Spaß machen. Bild: alphaspirit - Fotolia

Veränderungen gehören für viele Unternehmen zum Alltag. Mittlerweile scheinen viele Mitarbeiter sogar überzeugt, dass Change-Projekte sogar Spaß machen können. Mangelhaft scheint aber immer noch eine klare und transparente Kommunikation zu sein. Das ist das Ergebnis einer neuen Umfrage.

Ohne motivierte und leistungsbereite Mitarbeiter lässt sich eine Unternehmensstrategie oder Veränderung weder umsetzen noch nachhaltig verankern. Dafür verlangen Mitarbeiter der Umfrage zufolge Klarheit und Transparenz, an denen es gleichzeitig oft genug mangelt. So waren demnach 61 Prozent der Befragten der Meinung, dass in ihrer aktuellen Situation das Bedürfnis nach Klarheit und Transparenz sehr schlecht oder schlecht erfüllt werde, 54 Prozent bewerteten die Wertschätzung ihrer geleisteten Arbeit als sehr schlecht oder schlecht. Das ergab die Umfrage "Macht Change Spaß?", für die die Mutaree GmbH 212 Führungskräfte und Mitarbeiter befragt hat.

Change Management: Nutzen muss nachvollziehbar sein

Ein nachvollziehbarer Nutzen sei der wichtigste Treiber, um Menschen für den Change zu begeistern, sagen die Autoren der Studie. Genau daran mangelt es demnach. 86 Prozent der Befragten seien der Meinung, dass ein nachvollziehbarer Nutzen des Change-Projektes die wichtigste Voraussetzung sei, um einen Change-Prozess motiviert, engagiert und mit Freude zu unterstützen. Für 60 Prozent spiele es eine große Rolle, dass sie die Möglichkeit bekämen, Neues zu gestalten. 57 Prozent würden die Nachhaltigkeit des Change-Projektes als wichtige Voraussetzung sehen, dicht gefolgt von einer klaren Vision und einem guten Team. 

Mitarbeiter bräuchten deutlich mehr Dialog, empfiehlt daher Claudia Schmidt, Geschäftsführerin der Mutaree GmbH: „Es gilt, Ziele und Visionen lückenlos und verständlich zu klären und Raum für Rückfragen zu bieten. Die Bedürfnisse der Mitarbeiter werden erst dann gedeckt, wenn alle Beteiligten ernst genommen werden, sie den Zusammenhang und Sinn der Unternehmensstrategie verstehen und sie die daraus entstehenden Konsequenzen nachvollziehen können.“

Angst statt Aufbruch im Change?

Dass neben einer mangelhaften Aufklärung über Gründe und Ziele des Change auch mangelndes Vertrauen Change-Projekten entgegensteht, zeigen die Antworten auf die  Frage nach der größten Hürde im Change-Prozess. Die sehen 82 Prozent der befragten Mitarbeiter nämlich in Angst. 73 Prozent würden sich durch einen inneren Widerstand gebremst fühlen, 72 Prozent durch Orientierungslosigkeit. Bei den befragten Führungskräften sei die größte Herausforderung die Überlastung durch Stress, gefolgt von Orientierungslosigkeit. 

Führungskräfte seien im Change der entscheidende Übersetzer und Motivator, ist Claudia Schmidt überzeugt. Unklare Visionen, fehlende Planung und widersprüchliche Ziele schafften Orientierungslosigkeit bei Mitarbeitern und Führungskräften. Alle Beteiligten bräuchten ausreichend Zeit für die Umsetzung, um Überforderungen zu vermeiden. Dann könne Change sogar Spaß machen. Diese Meinung hätten 99 Prozent aller Befragten geäußert.

Schlagworte zum Thema:  Change Management, Führung, Motivation

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