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| Bitkom-Studie

Digitalisierungskompetenzen fehlen

Laut aktueller Bitkom-Studie fehlt es in deutschen Unternehmen bislang sowohl an Digitalisierungskompetenzen als auch an den dafür nötigen Weiterbildungen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Laut einer neuen Bitkom-Studie ist es um die digitalen Kompetenzen der deutschen Arbeitnehmer schlecht bestellt. Auch bei passenden Weiterbildungen gibt es demnach Nachholbedarf. Eine weitere aktuelle Studie offenbart, in welchen Regionen es zudem allgemeinen Nachholbedarf bei Weiterbildungen gibt.

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt grundlegend, davon sind die Unternehmen in Deutschland überzeugt. In jedem fünften Unternehmen seien neue Jobprofile entstanden, das gelte in Zukunft vor allem für gut qualifizierte Arbeitnehmer, sagte der Präsident des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien e.V. (Bitkom), Thomas Dirks, in einer Pressekonferenz.

Die Mehrheit der Unternehmen verzichtet auf Weiterbildung

Dirks stellte eine Umfrage seines Verbands vor, nach der für 87 Prozent der Unternehmen digitale Kompetenzen genauso wichtig sein werden wie fachliche oder soziale Kompetenzen. Diese seien jedoch bei Mitarbeitern und Bewerbern höchstens in befriedigendem Maße vorhanden. Entsprechend hoch wird die Bedeutung von Weiterbildung bewertet.

Dennoch, und auf den Widerspruch wies Dirks besonders hin, verzichte mit 62 Prozent die Mehrheit der Unternehmen auf Weiterbildung, um digitale Kompetenzen zu erlangen. 68 Prozent der Unternehmen gab an, keine zentrale Strategie zu haben, bei 70 Prozent stehe dafür kein festes Budget zur Verfügung.

Weiterbildung als Luxus eingeschätzt

Gründe für den Verzicht nannten die Unternehmen auch. Mehr als einem Drittel sind Weiterbildungsangebote zu teuer, 31 Prozent gaben an, die Qualität der Angebote nicht beurteilen zu können. 25 Prozent fehlt der Überblick und 22 Prozent kann auf die Mitarbeiter nicht für eine Weiterbildung entbehren.

"Unternehmen, die Weiterbildung als Luxus ansehen, müssen umdenken", so Dirks. Damit Deutschland seine Zukunft nicht verspiele, seien alle gefordert: Politik, Arbeitnehmer und Unternehmen. Es reiche auch nicht, jetzt in den Schulen mit Informatik als Pflichtfach anzufangen. Vielmehr gehe es darum, den Begriff des lebenslangen Lernens mit neuem Leben zu füllen.

"Wir brauchen ein berufsbegleitendes lebenslanges Lernen", forderte der Bitkom-Präsident. Dabei verlagere sich die Weiterbildung immer mehr an den Arbeitsplatz. "Weiterbildung muss ein integraler Bestandteil jeden Jobs werden."

Bertelsmann-Studie zeigt Weiterbildungs-Tops und -Flops

Dass es in deutschen Unternehmen auch über das Thema "Digitalisierungskompetenzen" hinweg allgemeinen Nachholbedarf bei Weiterbildungen gibt, offenbart eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung. Demnach spielt in Deutschland vor allem auch der Wohnort eine große Rolle, wenn es darum geht, wie oft Menschen zum Beispiel Sprachkurse oder beruflichen Lehrgänge besuchen.

Während etwa im hessischen Darmstadt im Jahr 2013 fast jeder vierte Einwohner älter als 25 Jahre mindestens eine Weiterbildung besuchte, war es im brandenburgischen Prignitz nur jeder 34. Einwohner. Im Bundesschnitt liegt die Weiterbildungsquote bei 12,3 Prozent.

Weiterbildungsqualität spielt große Rolle

Nicht alle Unterschiede ließen sich durch verschiedene regionale Sozial- und Wirtschaftsstrukturen erklären, teilte die Stiftung mit. Auch spiele beispielsweise die Qualität des Angebots eine große Rolle. Bei diesen und anderen steuerbaren Faktoren blieben insbesondere Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen hinter ihren Möglichkeiten zurück, mehr Leute zum lebenslangen Lernen zu bewegen.

Die niedrigsten Teilnehmerquoten fanden sich mit 10,4 Prozent in Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland. Baden-Württemberg wies mit 14,8 Prozent die höchste Quote auf, gefolgt von Hessen mit 14,6 Prozent. Aber auch innerhalb der Bundesländer finden sich erhebliche Schwankungen von Kreis zu Kreis.

 

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dpa/Haufe Online Redaktion

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