Was Bewerber wissen und wissen wollen
Bewerber auf der ganzen Welt haben immer bessere Vorstellungen von Unternehmen, bei denen sie sich bewerben. Nur die Deutschen nicht - zumindest, was Bezahlung und Sonderleistungen potenzieller Arbeitgeber betrifft. Lediglich 18 Prozent der Befragten zwischen Flensburg und Füssen wissen, welche Arbeitnehmervorteile sie neben der normalen Vergütung bei einer neuen Firma erwarten.
Der globale Durchschnitt liegt hier bei 41 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt die repräsentative Studie "Global Candidate Preferences" von Manpower Group Solutions, für die weltweit fast 14.000 Arbeitnehmer im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt wurden; in Deutschland nahmen 785 teil.
Vergütung ist ausschlaggebend bei der Jobsuche
Für 59 Prozent der Bewerber auf der ganzen Welt ist die Bezahlung der Hauptfaktor, sich bei einem Unternehmen zu bewerben. Doch in Deutschland sind Informationen darüber nur schwer zu bekommen. Lediglich 36 Prozent der befragten Arbeitnehmer hierzulande geben an, über die in einer Firma gezahlten Löhne Bescheid zu wissen.
"Das Thema Vergütung ist in Deutschland traditionell schwierig", sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der Manpower Group Deutschland. "Man spricht eigentlich nicht über das Gehalt. Dadurch wissen auch nur wenige Deutsche etwas über die Bezahlung in Unternehmen, bei denen sie sich bewerben."
Mit diesem Wert liegen die Deutschen im globalen Maßstab im unteren Mittelfeld. Der weltweite Durchschnittswert beträgt 44 Prozent.
Was sich Bewerber wünschen
Doch ist das Gehalt nicht das Einzige, mit dem Unternehmen punkten können. Positiv bewerten Arbeitnehmer auch die Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bei einem neuen Arbeitgeber. Im globalen Durchschnitt ist die Art der Tätigkeit für 53 Prozent der Bewerber wichtig. Die Aufstiegsmöglichkeiten, die eine Firma bietet, beeinflussen 39 Prozent der Befragten in ihrer Entscheidung vor und während des Bewerbungsprozesses.
38 Prozent der Studienteilnehmer entscheiden sich anhand von Unternehmensleistungen wie zum Beispiel einer Fahrkarte für den Nahverkehr oder einer zusätzlichen Altersversorgung. Auch die Möglichkeit, die Arbeitszeit flexibel einzuteilen, ist für 38 Prozent von Bedeutung.
Arbeitgebermarke: Der Ruf eilt den Unternehmen voraus
Für die Marke eines Unternehmens haben die Deutschen mehr als nur ein Gefühl, nämlich handfeste Informationen. 34 Prozent der Bewerber haben Informationen über den Ruf einer Firma, bevor sie ihren Lebenslauf abschicken. Besser informierte Bewerber finden sich nur in China (44 Prozent), Norwegen (40 Prozent), Indien (37 Prozent) und Schweden (35 Prozent). Der weltweite Durchschnitt liegt bei 28 Prozent.
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