Teamarbeit in deutschen Büros nicht effizient
Deutsche Büroangestellte schätzen ihre individuelle Produktivität wesentlich höher ein als ihre Nachbarn in Frankreich und Großbritannien. 70 Prozent der Deutschen beziffern ihre eigene Produktivität mit 76 bis 100 Punkten. In Frankreich bewerten sich nur 58 Prozent, in Großbritannien nur 51 Prozent so hoch. Fast ein Drittel der deutschen Büroarbeiter hält sich sogar für maximal produktiv (91 bis 100 Punkte). Ganz anders sieht es dagegen bei der Teamarbeit aus: Technologien und Strategien zur Verbesserung des Arbeitsmanagements im Team sind in Deutschland am wenigsten verbreitet.
Das zeigt der aktuelle Wrike Digital Work Report, eine Studie mit 3.000 Wissensarbeitern aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
Die sieben Prinzipien erfolgreicher Teamarbeit
Unter anderem wurden die Teilnehmer auch gefragt, welchen Einfluss sieben Prinzipien, die laut Studienautoren als Erfolgsfaktoren moderner Zusammenarbeit gelten, auf ihren Arbeitsalltag haben. Bei sechs dieser sieben Prinzipien (Automatisierung, Single Source of Truth, Vorhersehbarkeit von Arbeitsergebnissen, Agilität, Analytik und Überblick, Unternehmenskultur) offenbarte sich Deutschland als Schlusslicht: bei der Teamarbeit in deutschen Büros spielen sie kaum eine Rolle. Nur in einem der sieben Bereiche – der Zusammenarbeit – geben sich die Deutschen leicht bessere Bewertungen als beide europäischen Nachbarn.
Auffällig ist ferner, dass die Deutschen weniger cloud-basierte Tools nutzen als Frankreich und Großbritannien. Stolze 60 Prozent der Studienteilnehmer in Deutschland gaben an, keine solchen Tools zu nutzen – entweder, weil die von ihnen bevorzugten Lösungen nicht als Cloud-Version zur Verfügung stehen oder, weil es ihnen von Unternehmensseite nicht erlaubt ist. In Großbritannien verzichten 50 Prozent auf cloud-basierte Tools, in Frankreich 53 Prozent.
Verbesserungsvorschläge vor innerer Kündigung
Immerhin ist unter den deutschen Befragten ‚Konstruktivität‘ der Leitgedanke, wenn es darum geht, Konsequenzen aus mangelhaften Prozessen im Betrieb zu ziehen: Die häufigste Reaktion deutscher Studienteilnehmer war es, dem Management Verbesserungsvorschläge zukommen zu lassen. Platz zwei und drei der Reaktionen sind die berühmte innere Kündigung und die Suche nach einem neuen Job.
Die französischen Kollegen reagieren, so die Studienergebnisse, am häufigsten damit, ihre Einsatzbereitschaft im Job herunterzuschrauben. Auf Platz zwei folgen Verbesserungsvorschläge für das Management und Verbesserungen im eigenen Team, die im Unternehmen skaliert werden. In Großbritannien scheint die Frustrationstoleranz am geringsten: Platz eins und zwei belegen hier die Suche nach einem neuen Job und die innere Kündigung. Erst an dritter Stelle sind die Briten bereit, Verbesserungsvorschläge zu machen.
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