30.06.2014 | Kündigung

Kündigung per Whatsapp – schnell, aber unzulässig

Bild: Mobiento

"Komme später", "Lust auf Kino?" … die Themen möglicher Kurznachrichten sind so bunt wie das Leben selbst. Laut Bild-Zeitung soll nun eine Kündigung per Whatsapp erfolgt sein. Hier spielt das Arbeitsrecht jedoch nicht mit.

Eine Personalberaterin sollte laut Bild-Zeitung ihren neuen Job antreten. Die Einstellungszusage hatte sie schon schriftlich. In der Nacht vor dem ersten Arbeitstag meldete sich ihr neuer Chef und teilte ihr die Kündigung mit – per Whatsapp.

Diese Kündigung war zwar technisch innovativ, rechtlich  jedoch nicht wirksam. Denn nach § 623 BGB bedarf die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses der Schriftform. Es handelt sich um eine zwingende Wirksamkeitsvoraussetzung jeder Kündigungserklärung, egal von welcher Partei. Kündigungen, die nicht schriftlich erfolgen, zum Beispiel per E-Mail, Fax, SMS oder mündlich, sind unwirksam. Die elektronische Form ist nicht ausreichend.

Kündigung per SMS: Eine britische Spezialität?

In Deutschland ist die rechtliche Sachlage klar. Dennoch haben sich bereits auch andere Arbeitgeber an einer Kündigung per Kurznachricht versucht und waren dabei zum Teil recht ideenreich:

So zum Beispiel in Großbritannien: Die 21-jährige Verkäuferin Katy Tanner erhielt ihre Kündigung via Textnachricht auf ihr Handy geschickt, während sie krank im Bett lag. So berichtete "Die Welt" und berief sich dabei auf eine Veröffentlichung in der britischen "The Times".

Der zuständige Filialleiter einer Textil-Einzelhandelskette soll geschrieben haben: "Hi katy its alex from the shop. Sorry 2 do this by text but ive been trying to call u + ur phones been switched off. Ive had a meeting with jon + ian and weve reviewed your sales figures and they're not really up to the level we need. As a result we will not require your services any more. You will receive your last pay packet on friday 28th july. Thank you for you time with us" (Zitat nach www.inside-handy.de).

Der Konzernchef des Unternehmens verteidigte laut "Die Welt" die ungewöhnliche Entlassungsmethode damit, dass es sich um ein junges Unternehmen handele und die Angestellten Teil der Jugendkultur seien, die SMS als wesentliches Mittel zur Kommunikation verwende. Der Angestellten hätte man die Enttäuschung und die Kosten erspart wollen, nur zur Arbeit zu kommen, um dann gekündigt zu werden.

Wenn Sie nichts mehr von uns  hören, sind Sie gekündigt

Ein ebenfalls britischer Arbeitgeber entdeckte die Möglichkeiten der Mobiltelefon-Technik für eine ähnliche Form der Kündigung, berichtet "Karrriere.de". Per SMS-Botschaft teilte man danach 2.500 Mitarbeitern mit, dass sie möglicherweise gefeuert seien. Er verschickte die Aufforderung, eine bestimmte Nummer anzurufen. Der geschaltete Anrufbeantworter verkündete, dass man, sofern kein persönlicher Anruf mehr erfolge, fristlos gekündigt sei.

Schlagworte zum Thema:  Kündigung, Schriftform, SMS

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