Ist die Kündigung per WhatsApp zulässig?

Gerade erst haben einige Unternehmen Whatsapp auf dem Diensthandy verboten - aus Gründen des Datenschutzes. Doch der Messenger-Dienst ist so beliebt, dass immer wieder Fälle publik werden, in denen andere Arbeitgeber per Whatsapp kündigen. Ob dies arbeitsrechtlich zulässig ist, lässt sich jedoch schnell klären.

Ein Fall, den die Redaktion der Bild-Zeitung schilderte: Eine Personalberaterin sollte ihren neuen Job antreten. Die Einstellungszusage hatte sie schon schriftlich. In der Nacht vor dem ersten Arbeitstag meldete sich ihr neuer Chef und teilte ihr die Kündigung mit – per Whatsapp.

Kündigung Arbeitsvertrag: Schriftform ist zwingend

Diese Kündigung war rechtlich nicht wirksam. Denn nach § 623 BGB bedarf die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses der Schriftform. Es handelt sich um eine zwingende Wirksamkeitsvoraussetzung jeder Kündigungserklärung, egal von welcher Partei. Kündigungen, die nicht schriftlich erfolgen, zum Beispiel per E-Mail, Fax, SMS oder mündlich, sind unwirksam. Die elektronische Form ist nicht ausreichend.

Kündigung über beliebtes Medium

Die Beliebtheit eines Kommunikationsmediums ändert nichts an der rechtlichen Sachlage in Deutschland. In Großbritannien verteidigte der Konzernchef einer Textil-Einzelhandelskette damit die Kündigungspolitik eines Filialleiters. Dieser soll geschrieben haben: "Hi katy its alex from the shop. Sorry 2 do this by text but ive been trying to call u + ur phones been switched off. Ive had a meeting with jon + ian and weve reviewed your sales figures and they're not really up to the level we need. As a result we will not require your services any more. You will receive your last pay packet on friday 28th july. Thank you for you time with us" (Zitat nach www.inside-handy.de).

Der Konzernchef verteidigte laut "Die Welt" diese Entlassungsmethode damit, dass es sich um ein junges Unternehmen handele und die Angestellten Teil der Jugendkultur seien, die SMS als wesentliches Mittel zur Kommunikation verwende. Der Angestellten hätte man die Enttäuschung und die Kosten erspart wollen, nur zur Arbeit zu kommen, um dann gekündigt zu werden.

Massenentlassung per SMS

Ein ebenfalls britischer Arbeitgeber entdeckte die Möglichkeiten der Mobiltelefon-Technik für eine ähnliche Form der Kündigung, berichtet "Karrriere.de". Per SMS-Botschaft teilte man danach 2.500 Mitarbeitern mit, dass sie möglicherweise gefeuert seien. Er verschickte die Aufforderung, eine bestimmte Nummer anzurufen. Der geschaltete Anrufbeantworter verkündete, dass man, sofern kein persönlicher Anruf mehr erfolge, fristlos gekündigt sei.

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