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Verordnung vereinfacht Flüchtlingen den Berufseinstieg

Kabinettsbeschluss: Eine Verordnung soll künftig Flüchtlingen den Zugang zu Praktika für den Berufseinstieg erleichtern.
Bild: Bundesregierung/Steffen Kugler

Das Kabinett hat eine Hürde bei der Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt abgebaut: Eine Verordnung soll den Zugang zu Praktika für den Berufseinstieg erleichtern und so den Fachkräftemangel mildern. Zudem stellt die Arbeitsministerin Ausbildungshilfen in Aussicht.

Junge Flüchtlinge kommen künftig wesentlich leichter an ein Praktikum für den Einstieg in den Beruf. Das Kabinett beschloss eine entsprechende Neuregelung, um Asylsuchende und Geduldete besser in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Verordnung geht auf eine Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zurück und kann schon in den nächsten Tagen in Kraft treten. Die Flüchtlinge brauchen für Praktika dann keine Genehmigung der Bundesagentur für Arbeit mehr.

Die Bundesagentur selbst hat zuletzt einen weiteren Baustein zur Integration von Flüchtlingen ins Spiel gebracht. Sie plant, hochqualifizierten Asylbewerbern mit der "Blue Card" eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis zu erteilen.

Nahles: Praktikum als Türöffner

Arbeitsministerin Andrea Nahles nannte die Praktika "beste Türöffner" für den Berufseinstieg. In den nächsten Wochen sollen die jungen Flüchtlinge zudem in den Genuss von Ausbildungshilfen kommen können, erläuterte sie. Nahles forderte vor diesem Hintergrund erneut mehr Mittel zur Eingliederung der Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt. Sie erwarte im Herbst harte Haushaltsverhandlungen. Sie verhandle zurzeit intensiv mit Finanzminister Wolfgang Schäuble. Grundsätzlich gehe es darum, Hürden für Asylsuchende und Geduldete auf dem Arbeitsmarkt abzubauen und mehr Geld in die Hand zu nehmen.

Nach Nahles Worten signalisiert die deutsche Wirtschaft, dass sie sehr an einer besseren Integration der Flüchtlinge interessiert sei. Künftig sollen auch sogenannte "Engpassberufe" nicht mehr nur bundesweit festgelegt werden, sondern genauer auf die regionalen Bedürfnisse abgestimmt werden, erläuterte Nahles.

Voraussetzungen für Praktika

Die Regelung gilt für Pflichtpraktika sowie Orientierungspraktika, die bis zu drei Monaten dauern können und für ein Studium oder eine Ausbildung vorausgesetzt werden. Zudem sind so ausbildungs- und studienbegleitende Praktika bis zu drei Monaten möglich sowie Einstiegsqualifizierungen oder Maßnahmen zur Vorbereitung der Ausbildung.

Berufsvorbereitende Maßnahmen könnten deutlich über die drei Monate hinausgehen, sagte Nahles. Wie viele junge Flüchtlinge für solche Praktika infrage kommen, sei derzeit nicht genau zu beziffern.

dpa/Haufe Online Redaktion

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